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"Alles andere hätte mich beunruhigt!"

(C) Jean Pierre Durand

Die vermeintlich schlechte Nachricht - erstmals wurde es kein Stockerplatz für Diskus-Ass Lukas Weißhaidinger in der diesjährigen Diamond League - war für ÖLV-Sportdirektor Gregor Högler eine durchaus gute. Der sonntägige sechste Rang von London mit 63,74 Metern entsprach den Erwartungen. Eine erste Nachschau mit Gregor Högler und Lukas Weißhaidinger.

Wie sieht Euer Resümee von London aus. Ist der 6. Rang als Erfolg zu verbuchen?

Lukas Weißhaidinger: "Ich hab' gekämpft und eine sehr solide Leistung geboten. Ich kann zufrieden sein. Die Würfe haben sich für mich persönlich gut angefühlt, die Technik war in Ordnung. Aber ich konnte die Würfe nicht ausreizen, nach vorne hin, zum Rand des Wurfrings, hatte ich viel mehr Platz als zum Beispiel in Rabat vor 5 Wochen."

Gregor Högler: "Das ist ein klares Zeichen, dass die Spritzigkeit fehlt. Und das war nicht anders zu erwarten. Alles andere hätte mich beunruhigt. So ehrlich muss man sein: Luki war in der komfortablen Lage, schon fix fürs Diamond-League qualifiziert zu sein, daher konnten wir uns den Luxus erlauben, aus dem Training heraus zu werfen. Solche Kompromisse musst du eingehen, wenn du 15 Meetings in der Saison hast und die wichtigsten zwei Meetings, das Diamond-League-Finale in Brüssel und die WM in Doha, erst im September, zum Saison-Finale stattfinden. Um auf die Frage zurückzukommen: Ja, der 6. Platz ist als Erfolg zu verbuchen. Luki ist Zweiter im Diamond-League-Ranking, Dritter in der Weltrangliste. Wir sind am richtigen Weg!"

Wie ist die Konkurrenz zu bewerten? Wer sind die Favoriten für Brüssel und für die WM?

Weißhaidinger: "Stahl, Dacres sind weiter top. Weltmeister Gudzius ist nach seiner Bein-OP langsam im Kommen. Ich weiß aber, dass ich an einem guten Tag alle schlagen kann. Ich habe im Vergleich zum Vorjahr wieder einen großen Sprung nach vorne gemacht."

Högler: "Ein kurzer Fakten-Check: Wenn man Lukis 10 beste Würfe aller Zeiten anschaut, findet man fünf von heuer darunter. Dieser Schnitt kann sich sehen lassen. Daniel Stahl ist sicher der Top-Favorit auf den Weltmeister-Titel und auch auf den Diamond-League-Titel. Unser Ziel muss sein: Ein Platz am Stockerl. Dass Luki das drauf hat, hat er heuer in der Diamond League schon 3 Mal bewiesen, auch letztes Jahr bei der EM in Berlin."

Am Wochenende stehen in Innsbruck die Staatsmeisterschaften an, am 3. August steht das Austria Top Meeting in Andorf am Programm. Was darf man da erwarten?

Weißhaidinger: "Ich freue mich, in Österreich starten zu können. Diese zwei Starts gehören zu den Fixpunkten in meinem Kalender. Ich will mich vor Heimpublikum möglichst gut präsentieren."

Högler: "Vom Leistungsniveau gilt das gleiche wie für London: Rekordweiten sind aufgrund der hohen Trainingsumfänge im Moment keine zu erwarten. Luki fehlt es noch an Spritzigkeit. Optisch siehst du kaum einen Unterschied. Aber es fehlt die nötige Schnellkraft - das halten wir bis September zurück!"

Am Mittwoch ist es auf den Tag genau noch ein Jahr bis zur Eröffnung der Sommerspiele in Tokio 2020. Wie sehr denkt ihr schon an Japan?

Weißhaidinger: "Wir denken beim Training täglich an Tokio. Am Wurffeld steht das 70-m-Bäumchen. Mein Ziel: Ich will die Schallmauer brechen, am besten direkt bei den Olympischen Spielen... Dann hätte ich eine Medaille sicher!"

Högler: "Wir haben gleich nach der Rückkehr aus Rio 2016 unseren Tokio-Fahrplan entwickelt. Die WM in Doha ist der letzte wichtige Meilenstein am Weg nach Tokio und eine Art Standortbestimmung. Das ultimative Ziel sind die Sommerspiele 2020!"

Das Interview führte Wolfgang Eichler/ÖOC.

21/07/19 15:26, Text: Bernhard Rauch

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