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In Memoriam Erika Strasser

Erika Strasser beim Austrian Athletics Award 2013 (C) GEPA Pictures

Im Alter von 85 Jahren ist letzte Woche die ehemalige ÖLV-Präsidentin und zweifache Olympiateilnehmerin Erika Strasser verstorben. Ihre Verabschiedung findet am 23. Mai 2019 um 15:00 Uhr im Urnenhain Linz-Urfahr statt.

Erika Strasser, geboren am 17. März 1934, war in den 1950er und 1960er Jahren eine sehr erfolgreiche Leichtathletin des ULC Linz Oberbank. Ihre Paradedisziplin war der Speerwurf, wo sie drei Mal den österreichischen Rekord verbessern konnte.

Erste 50 Meter-Werferin Österreichs

Zuerst verbesserte sie am 7. Juni 1959 in Eisenstadt den Rekord der legendären Herma Bauma (48,63m) aus dem Jahr 1948 um wenige Zentimeter auf 48,99m. Ein Jahr später gelang ihr dann ein kleiner Meilenstein in der heimischen Leichtathletik-Geschichte, als sie in Linz am 9. Juli 1960 mit 50,01m als erste Österreicherin die 50 Meter-Marke übertraf. Eine weitere Rekordverbesserung gelang dann noch am 1. Juni 1961 auf 52,32m, dieser Rekord hielt dann fünf Jahre lang, bis ihn Eva Janko auf 53,33m (Südstadt, 22.10.1966) steigerte.

Zweifache Olympia-Teilnehmerin

Erika Strasser war in den Jahren 1959 bis 1969 siebenmal Staatsmeisterin im Speerwurf. In Rom 1960 gab sie ihr Debüt bei Olympischen Spielen. Mit einer Weite von 43,80m wurde sie in der Qualifikation 17. Acht Jahre später waren mit Janko und Strasser sogar zwei heimische Athletinnen im Olympia-Finale in Mexico City 1968. Während Eva Janko mit Bronze und 58,04m für eine Sternstunde sorgte, blieb Strasser im Finale ohne gültigen Versuch und erlebte einen bitteren Moment in ihrer aktiven Karriere. Bei Europameisterschaften wurde die Linzerin Sechste (1962) und Achte (1966). Weltmeisterschaften gab es zu ihrer Zeit noch nicht, diese wurden von der IAAF erst 1983 eingeführt.

Erfolgreiche Funktionärin

Die mit dem Sport-Journalisten Leo Strasser (OÖN-Sportchef, Autor mehrerer Bücher, verstorben 2013, Sohn: Christian) verheiratete Erika Strasser widmete sich auch nach ihrer Sportlerinnen-Karriere, die sie 1969 beendete, weiterhin der Leichtathletik. Von 1984 bis 1994 war sie Präsidentin des Österreichischen Leichtathletik-Verbands, die erste Frau an der Spitze des ÖLV in seiner über 100-jährigen Geschichte. Bei der Übergabe an Helmut Donner im Jahr 1994 wurde sie zur ÖLV-Ehrenpräsidentin ernannt.

Erste Vizepräsidentin des Europäischen Leichtathletik-Verbands

Auch auf internationaler Bühne konnte sie ihre, heute würde man "Networking-Fähigkeiten" sagen, besten nutzen. 1982 organisierte Erika Strasser die europäische Kalenderkonferenz in Linz, die vom damaligen EAA-Präsidenten Sir Arthur Gold in höchsten Tönen gelobt wurde. Im Jahr 1987 wurde sie ins Council des Europäischen Leichtathletik-Verbands gewählt, dem sie bis 2007 angehörte. Von 1991 bis 1995 war sie sogar Vizepräsidentin des Europäischen Verbandes - die erste Frau in der Geschichte. Erst beim EA Kongress 2019 in Prag wurde zum zweiten Mal in der Historie von European Athletics eine Frau als Vizepräsidentin gewählt. Und auch im Österreichischen Olympischen Comité war sie lange Jahre im Vorstand bzw. als Rechnungsprüferin ehrenamtlich aktiv.

Eine enge Freundschaft pflegte sie bis zuletzt mit Eva Janko, ihre Nachfolgerin als Rekordhalterin im Speerwurf und Olympiadritte 1968 in Mexiko.

Wir werden Erika Strasser immer in unseren Erinnerungen behalten. Unser Mitgefühl ist bei den Hinterbliebenen, ganz besonders bei ihrem Sohn Christian.

12/05/19 10:04, Text: Helmut Baudis

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