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Nach dem Sieg in Minsk: In Doha wird es ungleich schwieriger

Lukas Weißhaidinger siegt in Minsk (C) Getty Images for European Athletics

Die Formkurve für die Leichtathletik-WM könnte besser kaum sein. ÖLV-Diskus-Rekordhalter Lukas Weißhaidinger präsentiert sich knapp 3 Wochen vor dem Saisonhöhepunkt in Doha in bester Wurflaune. Der 27-Jährige feierte nach seinem zweiten Platz letzten Freitag beim Diamond-League-Finale in Brüssel (mit 66,03 m) am Dienstag in Minsk den Tagessieg beim Kontinental-Vergleichskampf "The Match" Europa vs. USA.

Die Europäer setzten sich letztlich klar mit 724,5 zu 601,5 klar durch, auch wenn bei den Disziplinen-Siegen die Amis die Nase vorne hatten. Lukas Weißhaidinger führte im Diskus-Bewerb der Männer einen 3-fach-Sieg der Europäer an, war mit 67,22 Metern letztlich eine Klasse für sich. „Es war ein Wettkampf, wie ich mir als Trainer das wünsche. Luki hat die Konkurrenz dominiert, technisch sehr sauber geworfen und sich auch mental richtig stark präsentiert. In Minsk war er leichter Favorit, da war die mentale Belastung noch überschaubar. In Doha wird’s jetzt ungleich schwieriger. Luki weiß, dass er nach seinen jüngsten Leistungen zu den Mitfavoriten zählt. Fünf, sechs Athleten kämpfen um die Top-3-Plätze. Mit diesem Druck heißt es, umgehen zu lernen.“

Lukas Weißhaidinger über ...

... den Erfolg in Minsk:

„Ich hatte nach dem Bewerb meine bereits vierte Dopingkontrolle seit Freitag, bin noch nicht viel zum Nachdenken gekommen. Gefühlsmäßig wird es länger dauern, bis ich begreife, welchen Status ich mittlerweile erreicht habe. Ich werfe ganz vorne mit, nur Daniel Ståhl war heuer noch klar stärker. Alle anderen habe ich geschlagen, auch den Jamaikaner Fedrick Dacres. In Brüssel hatte ich noch Ausreißer nach unten, in Minsk waren meine Würfe konstant auf sehr hohem Niveau. In der Rennfahrersprache würde man sagen: Es war ein Start-Ziel-Sieg, ich lag ab dem ersten Wurf in Führung, hatte vier Würfe über 65 Meter, auch die zwei ungültigen sind über die 65-Meter-Marke gesegelt. D.h. ich bin topfit und meine Wettkampf-Form ist richtig gut. Im Vergleich zum Vorjahr – und das war ja schon sehr gut mit EM-Bronze – habe ich mich nochmals deutlich gesteigert. Das ist einfach cool. Es war eigentlich nicht damit zu rechnen, dass es so konstant gut läuft.“

… das Heim-Meeting am Freitag (13.09.) in Ried:

„In meiner Heimat werfe ich bekanntermaßen am liebsten. Ich freue mich auf Familie und Freunde. Das Messe-Ried-Meeting ist in meinem Wettkampf-Kalender ein Pflichttermin. Mit den Organisatoren haben wir den Termin schon vor mehr als einem Jahr abgesprochen, damit er wirklich genau in unseren Form-Aufbau passt. Ich würde mich freuen, wenn ich vielleicht den Stadionrekord von 65,58 m angreifen kann. Aber dazu müssen dann auch die Bedingungen passen. Ein, zwei weite Würfe würde ich meinem Heimpublikum gerne zeigen.“

… der letzte Countdown für die WM in Doha:

„Mein Anspruch muss heißen: Ich will dort unter die Top-3 kommen, meine erste WM-Medaille holen. Wenn man die bisherige Saison als Maßstab nimmt, dann traue ich mir das absolut zu. Aber ob es dann am 30. September auch wirklich klappt, ist eine andere Geschichte. Außer mir gibt’s mehr als eine Handvoll Athleten, die das Zeug haben, richtig weit zu werfen. Mal schauen… ich freu‘ mich jedenfalls auf Doha.“

Text: ÖOC/Wolfgang Eichler, Foto (C) Getty Images for European Athletics

11/09/19 13:27, Text: Helmut Baudis

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