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Überblick über die Hallensaison 2020

(C) GEPA Pictures

Mit dem Indoor Track&Field Vienna Meeting (ITFV) diesen Samstag in Wien (1.2.) startet traditionell die heiße Phase der Hallensaison, die wie gewohnt Mitte März mit der Hallen-WM in Nanjing / CHN (13.-15.3.) ihren abschließenden Höhepunkt erreicht. Für viele ÖLV-Athleten hat die aktuelle Hallensaison nicht oberste Priorität, stehen doch diesen Sommer noch die Olympischen Spiele und die Freiluft-EM in Paris auf dem Programm. Zudem stellen die extrem harten Hallen-WM-Limits für viele junge Athleten eine hohe Hürde dar. Trotzdem wird es in den nächsten Wochen in Wien und Linz wieder einige Wettkampf-Höhepunkte geben.

Die Hallen-WM als Zwischenziel hat die WM-Dritte Verena Preiner (Union Ebensee) für sich definiert. Sie ist dank ihres Freiluft-Rankings fix den Fünfkampf für Nanjing qualifiziert. Nach einem intensiven Dezember-Trainingscamp auf Teneriffa geht es nun für die Oberösterreicherin darum, beim Linzer Gugl-Meeting und bei den Staatsmeisterschaften an der WM-Form zu feilen.

„Nach der intensiven Trainingsphase freue ich mich schon auf die Wettkämpfe. Ich bin keine, die nur trainieren will und stundenlang an der Technik feilt. Ich brauche auch den Wettkampf, deshalb trainiere ich. In Linz werde ich am Hallen-Dreikampf teilnehmen, ein wichtiger Test für die Hallen-WM. China ist für mich ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu den Olympischen Spielen in Tokio. Ich möchte natürlich auch in der Halle um die Medaillen mitkämpfen. Aber es wird viel davon abhängen, wie viele Hallenspezialistinnen in China mit dabei sind. Wichtiger als eine Top-3-Platzierung dort ist mir persönlich, dass die Richtung stimmt. Ich will für Tokio Selbstvertrauen tanken. Die Halle ist für mich Mittel zum Zweck, Olympia hat aber heuer ganz klar Priorität.“

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Hürdensprinterin Beate Schrott (Union St.Pölten) hat in ihrem voraussichtlich letzten Wettkampfjahr sowohl die Hallen-WM als auch die Olympischen Spiele als klare Ziele definiert. Beim hochwertigsten Wettkampf unter dem Hallendach war sie schon drei Mal am Start (2012, 2014, 2018) und benötigt eine Zeit von 8,16s, um in Nanjing dabei zu sein. Geplant sind Starts in Karlsruhe (31.1.), Paris (2.2.), Gugl Indoor, Balkan Meisterschaften und am Tag darauf ein Meeting in Istanbul (16.2.).

„Ich freu mich, dass ich heuer sehr gut durch den Aufbau gekommen bin und in der Lage bin, eine Hallensaison zu machen. Bin schon sehr gespannt, und auch ein 'bissl' nervös, wie es laufen wird. Der Grund warum ich mich entschieden habe eine Hallensaison zu machen, ist das neue World Ranking-System. Ziel wäre die Qualifikation für die Hallen-WM und gute Punkte für das World Ranking zu sammeln.“

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Disziplinenkollegin Stephanie Bendrat (Union Salzburg LA) hat es bei den letzten beiden Hallen-Weltmeisterschaften jeweils ins Semifinale geschafft. Sollte die Salzburgerin die Form der letzten Jahre auch heuer wieder finden können, ist ihr die Qualifikation für Nanjing durchaus zuzutrauen. Sie hat vor allem viele internationale Starts in Deutschland geplant: Bochum (31.1.), Dortmund (2. und 9.2.), ISTAF Berlin (14.2.) lautet ihr Programm.

Ihr Ziel für die nächsten Wochen: „So schnell wie möglich zu laufen.“

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Mehrkämpfer Dominik Distelberger (UVB Purgstall) will nach seiner verletzungsbedingt verpatzten Freiluft-Saison in der Halle wieder voll durchstarten. Wenn möglich, soll dabei sogar der zweite Start bei einer Hallen-WM nach 2018 herausschauen, wo er Rang 8 belegt hatte. Den ersten Siebenkampf wird der Niederösterreicher am 1./2. Februar bei den schwedischen Mehrkampfmeisterschaften in Sollentuna bestreiten, zwei Wochen später bei den Staatsmeisterschaften in Wien dann noch einen zweiten. In China sind im Mehrkampf nur 12 Athleten startberechtigt, sechs wurden bereits über die Freiluft-Rangliste eingeladen, sechs weitere qualifizieren sich über die Hallen-Bestenliste.

„Ich bin Anfang Jänner mit Einzelwettkämpfen in die Hallensaison reingestartet. Danach war ich jedoch eine Woche krank und hab damit auch die Hallen-Landesmeisterschaften verpasst. Schweden wird die erste Standortbestimmung sein, um zu sehen, wo ich im Siebenkampf gerade stehe. Wenn alles super läuft, ist es hoffentlich auch möglich, sich für die Hallen WM zu qualifizieren.“

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Sein Trainingskollege Markus Fuchs (ULC Riverside Mödling) hat ebenfalls die Hallen-WM im Visier. Um zum ersten Mal bei diesem Indoor-Großereignis dabei zu sein, müsste der Sprinter seine Hallen-PB von 6,65s auf die WM-Norm von 6,63s drücken. Der Niederösterreicher wird bei den internationalen Meetings in Erfurt (2.2.) und Linz (8.2.) starten, dann geht´s nach Instanbul.

„Nach meinem Wechsel zur Sprintgruppe in München bzw. zu Herwig Grünsteidl läuft alles so, wie ich es mir vorgestellt habe. Mein Saisoneinstieg mit 6,67s hat schon hervorragend geklappt, damit bin ich sehr zufrieden. Das Hauptziel ist natürlich die WM-Qualifikation. Aber jeder schnelle Lauf ist wichtig, weil er schon gute Punkte fürs Olympia-Ranking-System bringt.“

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Auch Sprintkollegin Alexandra Toth (ATG) hat Nanjing im Fokus, sie war letztes Jahr schon bis auf 3/100s am WM-Limit von 7,30s dran. Die Steirerin hatte schon Anfang Jänner ihren ersten Lauf, musste nach einer leichten Knieverletzung jedoch kurz pausieren. Am 30.1. steht in Graz-Eggenberg ein kleiner Formtest an, bevor dann die Hallensaison mit Starts beim ITFV und beim Gugl Indoor richtig losgehen soll. Wenn alles perfekt läuft, steht auch noch eine Teilnahme beim Meeting in Ostrava (CZE) im Raum.

„Nach den großen Meetings in Österreich geht es für mich nach Istanbul zu den Balkan-Championships und ich hoffe, dort für Österreich eine gute Platzierung zu erreichen. Spätestens bei den Staatsmeisterschaften fallen hoffentlich die 7,30sek, die für die Hallen-WM notwendig sind.“

(C) GEPA Pictures

Langstreckler Andreas Vojta (team2012.at) hat den Fokus in den letzten Jahren bereits auf die längeren Distanzen von 5.000m und 10.000m gelegt, die längste Strecke in der Halle, die 3.000m, sind für ihn also eine Unterdistanz. Trotzdem wird es sich der Niederösterreicher nicht nehmen lassen, beim Indoor Track&Field (1.500m) und dem Gugl Indoor (3.000m) an den Start zu gehen.

„Ich konnte meine derzeit gute Form beim Silvesterlauf unter Beweis stellen und diese beim darauffolgenden Trainingslager noch ausbauen. Meine Hauptwettkämpfe werden in Wien, Linz und bei den Staatsmeisterschaften stattfinden. Ich will einfach schnell laufen, wie nahe ich damit möglicherweise an die WM-Limits herankomme, ist für mich zweitrangig. Ich will mir vor allem Rückenwind für die anstehende Olympiasaison holen.“

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Susanne Walli (TGW Zehnkampf Union), die letzten Winter über die 400m bei der Hallen-EM in Glasgow dabei war, nimmt die Indoor-Saison ebenfalls nur als Zwischenziel mit. Einen Start beim Gugl Indoor lässt sich die Lokalmatadorin trotzdem nicht entgehen, auch die Staatsmeisterschaften in der Linzer Tips-Arena stehen auf dem Programm der Oberösterreicherin.

„Bei mir liegt der Fokus eigentlich schon voll auf der Sommersaison und der EM in Paris. Ich möchte aber meine Form nach dem Teneriffa-Trainingslager nutzen, um ein paar gute Hallen-400er zu laufen.“

(C) GEPA Pictures

Dreispringer Philipp Kronsteiner (TGW Zehnkampf Union) hat 2019 eine starke Hallen-Saison mit vielen Sprüngen über die 16m-Marke gezeigt. Der Oberösterreicher ist jetzt nach Düsseldorf übersiedelt, um permanent mit seinem Trainer Ralf Jaros zusammenarbeiten zu können. Er hat mehrere Starts geplant: Indoor Track & Field Vienna, Gugl-Meeting und die Balkan Hallenmeisterschaften.

„Wir haben in der Technik und auch im Training viel umgestellt, sodass es für Ralf und mich in den Wettkämpfen jetzt hauptsächlich darum geht, zu sehen, wo wir stehen und etwaige weitere Umstellungen vorzunehmen. Wir sind in einer notwendigen Umstellungsphase, die Zeit braucht um messbare Leistungsverbesserungen zu sehen. Daher gehen wir mit einer ähnlichen Einstellung in die Hallensaison wie im Vorjahr: Wir hoffen auf das Beste, rechnen aber nicht damit. Unser Fokus liegt dieses Jahr voll auf der Freiluftsaison, die Hallensaison verwenden wir zum Eruieren des Status Quo.“

(C) ÖLV / Katzenbeisser

Die Hallen-WM-Silbermedaillengewinnerin von 2018 Birmingham, Ivona Dadic (Union St.Pölten), konzentriert sich bereits ganz auf die Olympischen Spiele. Sie wird in der Hallen-Saison keine Mehrkämpfe bestreiten, sondern nur bei den Staatsmeisterschaften im Kugelstoß antreten. Davor wird noch ein Trainingsblock in Teneriffa eingelegt, bevor es dann im April zu einem längeren Trainingsaufenthalt in die USA geht.

Auch Junioren-Vize-Weltmeisterin Sarah Lagger (TGW Zehnkampf Union) hat heuer die Freiluft-Saison voll im Visier. Nach einem langen Trainingsaufenthalt auf Teneriffa wird die Kärntnerin bei den Staatsmeisterschaften wahrscheinlich zwei oder drei Bewerbe mitmachen, um „zumindest einmal Wettkampfluft zu schnuppern“.

All diese Athleten werden voraussichtlich auch bei den Einzel-Staatsmeisterschaften an den Start gehen.

Keine Hallen-Saison gibt es verletzungsbedingt für Langstreckenspezialistin Nada Ina Pauer (SVS LA), die sich nach einer Sehnenverletzung noch im Aufbautraining befindet.

Lukas Weißhaidinger (ÖTB OÖ LA) hat heuer keinen Start beim einzigen Hallen-Meeting für Diskuswerfer, dem ISTAF Indoor in Berlin (14.2.), geplant.

Wichtige LA-Events

1.2.  Indoor Track & Field Vienna (Wien)
8.2.  Gugl-Meeting Indoor (Linz)
15./16.2.  Mehrkampf Staatmeisterschaften (Wien)
15.2.  Balkan-Hallenmeisterschaften (Istanbul/TUR)
22./23.2.  Staatsmeisterschaften (Linz)
13.-15.3.  Hallen-WM (Nanjing/CHN)

Fotos: (C) GEPA Pictures

28/01/20 18:42, Text: Georg Franschitz

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