.

Überblick über die Hallensaison 2021

(C) GEPA Pictures

Der heimischen Leichtathletik steht eine ungewöhnliche Hallensaison bevor. Neben schwierigen Trainingsbedingungen im Lockdown wurden auch viele Meetings im In- und Ausland abgesagt, was die Vorbereitungsmöglichkeiten auf die Hallen-EM Anfang März in Torun/POL nicht gerade erleichtert. Zusätzlich wurde die bereits einmal verschobene Hallen-WM Mitte März in Nanjing/CHN nun endgültig gestrichen, womit den Athleten ein weiteres Highlight verloren geht.

Der ausgedünnte Terminkalender beginnt diesen Samstag mit dem einzig verbliebenen internationalen Meeting auf österreichischem Boden, dem Indoor Track&Field Vienna Meeting in Wien. Es folgen eine Woche später (6.2.) ein vom ÖLV organisiertes Elite-Meeting für die EM-Kandidaten in Linz, bevor es im Mehrkampf (13./14.2.) und in den Einzelbewerben (20./21.2.) um Staatsmeistertitel geht. Bei diesen beiden Wettkämpfen, die beide ebenfalls in Oberösterreichs Landeshauptstadt stattfinden, werden jeweils nur 8 Athleten pro Bewerb startberechtigt sein, um die aktuellen Covid-19-Verordnungen einhalten zu können.

Spannend ist die Tatsache, dass sich alle ÖLV-Kaderathleten, für die es Hallenbewerbe gibt, auch voll auf die Hallen-EM fokussieren. In einer Olympiasaison war das bisher durchaus nicht immer der Fall. Aber die kleinen Fragezeichen, die hinter Tokio stehen, beeinflussten diese Entscheidungen sicherlich. Bereits fix für die Hallen-EM qualifiziert sind Stephanie Bendrat, Ivona Dadic, Markus Fuchs, Verena Preiner, Beate Schrott, Karin Strametz und Andreas Vojta.

Was sagen die heimischen Top-Athleten zur anstehenden Hallensaison

Stephanie Bendrat (Union Salzburg LA) – 60m Hürden: „Meine fix geplanten Wettkämpfe als Vorbereitung auf die Hallen-EM sind am 3.2 in Ostrava, 7.2 in Dortmund und dann die Österreichischen Meisterschaften. Ein paar andere Optionen stehen noch im Raum, sind allerdings noch nicht bestätigt. Die Vorbereitung ist sehr gut verlaufen und ich freue mich nach der Verletzungspause wieder angreifen zu können. Aktuell habe ich noch Probleme mit meinem Beugeransatz, bin aber guter Dinge, das in den Griff zu bekommen.“

Ivona Dadic (Union St.Pölten) - Mehrkampf: „Das Training läuft richtig gut, ich bin schon froh, wenn es jetzt mit den Wettkämpfen endlich losgeht. Am 30.1. steige ich in Wien mit Hürden und Weitsprung in die Saison ein und mache die Woche darauf in Linz auch einige Bewerbe. Ob ich bei den Mehrkampf-Staatsmeisterschaften im Fünfkampf starte, entscheide ich erst kurzfristig, je nachdem was wir für Torun noch brauchen werden. Großes Ziel ist die Hallen-EM, wo es um die Medaillen geht.“

Dominik Distelberger (UVB Purgstall) – Mehrkampf: „Ich habe seit Anfang Jänner eine leichte Verletzung an der Ferse und konnte deshalb die letzten 2-3 Wochen auch fast nichts trainieren. Deshalb haben wir den geplanten Siebenkampf in Frankreich sicherheitshalber ausgelassen, ich wollte im Hinblick auf die Hallen-Mehrkampf-Staatsmeisterschaften nichts riskieren. Wenn alles klappt, dann möchte ich dort dann die Chance auf eine Qualifikation für die Hallen-EM wahrnehmen.“

Markus Fuchs (ULC Riverside Mödling) – 60m: „Los geht’s am 31.1. beim ISTAF Düsseldorf, dort könnten es wichtige Punkte für die Tokio-Quali werden. Gleiches gilt für Ostrava dann drei Tage später. Dann folgen noch die Wettkämpfe in Österreich, alle mit dem Fokus auf Torun. Es war mit den Einschränkungen sicher kein einfacher Aufbau, aber wir haben definitiv das Beste daraus gemacht. Ich fühle mich sehr gut in Form und will an die letzte Hallensaison anschließen und schnelle Zeiten laufen.“

Sarah Lagger (TGW Zehnkampf Union) – Mehrkampf: „Den mitten in den Aufbau eingeschobenen Siebenkampf in Reunion im Dezember habe ich gut verkraftet, das Training verläuft richtig gut. Die vier Wettkämpfe in Österreich dienen uns als Standortbestimmung, weil wir dann früh mit der Freiluftsaison im Hinblick auf die Olympia-Qualifikation beginnen werden.“

Verena Preiner (Union Ebensee) – Mehrkampf: „Ich bin erleichtert, dass wir in der aktuellen Lage überhaupt Meetings bestreiten können bzw. dürfen. Für mich ist die Hallensaison eine mehr als willkommene Abwechslung im Rahmen der Olympia-Vorbereitung und es wird Zeit, dass ich endlich 16 Monate nach der WM in Doha wieder einen Mehrkampf bestreiten kann. Meine Knöchelverletzung vom Juni ist jedenfalls völlig ausgeheilt. Ich fühle mich top-fit und schon gut in Form. Ich freue mich auf jeden der vier geplanten Hallen-Wettkämpfe in Österreich, ganz besonders auf die Hallen-Mehrkampfmeisterschaft bei mir zu Hause in Linz und auf die Hallen-EM in Torun. Ziel wäre, möglichst nahe an meine Hallen-Bestleistung heranzukommen bzw. in Polen eine EM-Medaille zu holen.“

Beate Schrott (Union St.Pölten) – 60m Hürden: „Ich bin sehr gut in Form, wenn alles gut geht, möchte ich meine Zeit vom Vorjahr unterbieten. Auf meinem Programm steht das Meeting am 29.1. in Karlsruhe, dann alle Events, die daheim angeboten werden und noch die Hallen-EM. Oberstes Ziel ist aber gesund durch den Winter zu kommen, um dann für Tokio angreifen zu können.“

Karin Strametz (SU Leibnitz) – 60m Hürden: „Ich bin froh, dass es jetzt doch einige Wettkämpfe gibt und ich werde auch alle mitnehmen, weil jeder wichtig ist für den Formaufbau zur Hallen-EM. Genau für solche Großereignisse trainieren wir. Mein Ziel ist es, die Bestleistung zu unterbieten und schneller und auch technisch besser zu werden.“

Alexandra Toth (ATG) – 60m: „Mein Ziel für die Hallensaison ist in allen Rennen, die wir in Österreich haben werden, möglichst gute Zeiten zu laufen und dann auch bei der Hallen-EM zumindest wieder ins Semifinale zu kommen.“

Andreas Vojta (team2012.at) – 3.000m: „Mein Einstieg wird diesen Samstag in Mondeville/FRA sein, weil ich dort mit einem guten 3000er viele Punkte für die Olympiaqualifikation sammeln kann. Das Training verlief sehr gut, ich bin optimistisch dort meine PB unterbieten zu können. Am 14.2. habe ich ein 5km Straßenrennen in Monaco auf dem Programm, wo ich den Österreichischen Rekord angreifen will. Bei den Staatsmeisterschaften ist noch offen, was ich laufe, diese dienen dann schon als direkte Vorbereitung auf die Hallen-EM. Es ist eine kurze und knackige Hallen-Saison für mich.“

Susanne Walli (TGW Zehnkampf Union) – 400m: „Ich hatte eine problemlose Vorbereitung, war auf zwei Trainingslagern in Formia und Teneriffa, wo wir die geplanten Trainingsinhalte weitgehend umsetzen konnten. Ich bin sehr dankbar, dass es eine Wettkampfsaison gibt und freue mich schon auf die nächsten Wochen. Der Start über 400m beim Indoor Track & Field Meeting in Wien wird mein Saisoneinstieg sein. Dort hoffe ich, den Sog der starken internationalen Konkurrentinnen ausnutzen zu können und mit einer schnellen Zeit gleich die Qualifikation für die Hallen-EM in Polen zu schaffen.“

Indoor Track&Field Vienna als Abschieds-Event vom Dusika-Stadion

Beim Indoor Track&Field Vienna Meeting in Wien steht also diesen Samstag ein Großteil der heimischen Elite am Start. Diese werden wie jedes Jahr aber auch heuer wieder von einer großen Anzahl internationaler Top-Athleten gefordert. So haben sich u.a. 400m Hürden Olympia-Silbermedaillengewinnerin Sara Slott Petersen (DEN), 60m-Hallen-Europameister Jan Volko (SVK), Weitsprung-Hallen-Europameister  Ismir Smajlaj (ALB), 800m-Vizeweltmeister Amel Tuka (BIH) oder 2,30m Hochspringer Nauraj Singh Randhawa aus Malaysia angesagt. Wie üblich besonders hochkarätig besetzt sind auf der schnellen Rundbahn im Dusika-Stadion die 400m, hier stechen 400m Hürden-U23-Europameisterin Femke Bol (NED) sowie der mehrfache EM-Medaillengewinner Liemarvin Bonevacia (NED) hervor. Die gesamte Veranstaltung wird in drei zeitlich getrennten Sessions zu je maximal 100 Sportlern abgehalten, alle Athleten, Trainer und Offizielle müssen sich beim Betreten des Stadions einem Covid-19-Antigen-Schnelltest unterziehen. Zuseher sind keine erlaubt.

Für die Leichtathletik heißt es, nach diesem Meeting Abschied zu nehmen vom Dusika-Stadion. 44 Jahre nach der Eröffnung wird diese Halle heuer im Herbst abgerissen werden. Zwei Hallen-Europameisterschaften (1979 und 2002) mit 4 rot-weiß-roten Medaillen, 50 Staatsmeisterschaften und viele hochkarätige internationale Wettkämpfe mit unzähligen Jahres-Weltbestleistungen und nationalen Rekorden wurden hier abgehalten. Alleine 7 Weltrekorde wurden im Dusika-Stadion aufgestellt, zwei davon – Weitsprung und 800m Frauen – haben noch immer Bestand.

Das Meeting wird zur Gänze im Livestream übertragen

Veranstaltungs-Homepage

Wichtige LA-Events 2021

30.1. Indoor Track&Field Vienna (Wien)
6.2. ÖLV-Elite-Meeting (Linz Kornspitz-Halle)
13./14.2. Mehrkampf Staatmeisterschaften (Linz Kornspitz-Halle)
20./21.2. Staatsmeisterschaften (Linz Tips-Arena)

4.-7.3. Hallen-EM (Torun/POL)

ÖLV-Limits für die Leichtathletik Großereignisse 2021

Foto: (C) GEPA Pictures

27/01/21 12:26, Text: Georg Franschitz

zurück

ÖLV-Cup - Top 5

  Verein

Punkte (Zwischenstand - 04.10.2021)

1. TGW Zehnkampf-Union Logo TGW Zehnkampf-Union 4.880
3. logo-SVS SVS-Leichtathletik 2.874
4. DSG Wien 2.709
5. ULC Riverside Mödling ULC Riverside Mödling 2.601
2. UNION St. Pölten UNION St. Pölten 2.326
Gesamt-Ranking