.

Diamond League 2020: Termine fixiert, viele Fragen bleiben offen

Lukas Weißhaidinger in Brüssel (C) Jean Pierre Durand

Bei der gestrigen Generalversammlung der Diamond League-Meetings wurden die Termine für 2020 fixiert. Es bleiben aber dennoch viele Fragen offen.

Der Welt-Leichtathletikverband, der sich seit kurzem nicht mehr IAAF sondern World Athletics nennt, diese Umbenennung aber bislang nur halbherzig im äußeren Erscheinungsbild vollzogen hat, hat seine höchste Meetingserie einem Reformprozess unterzogen.

14 Meetings und 1 Finale

Im kommenden Jahr wird es 14 Veranstaltungen und nur mehr ein Finale, und zwar in Zürich (SUI), geben. Gateshead ersetzt Birmingham, wo das Stadion renoviert wird, und ein zweiter chinesischer Standort kommt neu dazu. Anders als im September bekanntgegeben, bleibt nun Stockholm (SWE) doch im Diamond League-Kalender, Deutschland ist nach wie vor nicht involviert. Von der Ankündigung, dass möglichst viele Meetings an einem bestimmten Wochentag stattfinden sollen, um den Terminkalender verständlicher für die Fans zu gestalten, ist man wieder abgekommen. Eine Systematik bei den Terminen ist für uns nicht erkennbar, es bleibt ein unrhythmischer Mix nahezu aller Wochentage.

Diskuswurf wackelt nach wie vor

Die größte Änderung im nächsten Jahr betrifft die Disziplinen-Auswahl. Dadurch dass nur mehr ein 90 Minuten-Zeitfenster pro Meeting bespielt werden soll, wird es vor allem bei den Sprüngen und bei den Würfen zu Einschränkungen kommen. Der Weltverband hält sich nach wie vor bedeckt, welche Disziplinen gestrichen werden sollen, eine Entscheidung wurde in der gestrigen Presseaussendung für Anfang November angekündigt. Die Gerüchte, dass die Auswahl längst getroffen wurde und unter anderem Diskuswurf der Männer betroffen ist, wollen nicht verstummen. Gemeinsame Schreiben der weltbesten Diskuswurf-Trainer und -Athleten an die IAAF/World Athletics drängen auf ein Umdenken und bringen aber auch Alternativvorschläge. Mit Spannung wird jedenfalls dieser richtungsweisenden Entscheidung entgegengesehen.

(K)eine Alternative: World Athletics Continental Tour

Die IAAF/World Athletics baut schon jetzt vor, um die Proteste der betroffen Athlet/innen ein wenig eindämmen zu können und verkündete gestern, dass es eine zweite weltweite Meetingserie mit gleich vielen IAAF World Ranking-Bonuspunkten und ebenfalls globaler TV-Übertragung für die verschmähten Disziplinen geben wird. Die Realität wird aber wohl anders aussehen, wie zum Beispiel im Hammerwurf bereits sichtbar ist, wo es seit Jahren bereits eine eigene "IAAF Hammer Throw Challenge" anstelle der Diamond League-Beteiligung gibt: Weniger TV-Zeiten, geringeres Preisgeld und damit verbunden auch keine bzw. schlechtere Ausrüstungsverträge für die Athlet/innen.

Die angestrebte Klarheit im Terminkalender und das stets betonte "Story Telling" der IAAF/World Athletics-Führung über die gesamte Saison kann mit der neuen Diamond League und einer parallel dazu existierenden neuen World Athletics Continental Tour wohl nicht realisiert werden. Interessant ist, dass der Europäische Leichtathletik-Verband hier tatenlos zusieht, denn gerade die Europäer, die in den technischen Bewerben sehr stark sind, werden durch diese 90 Minuten-Limitierung des Bewerbsprogramms besonders darunter leiden, in dem sie auf der Leichtathletik-Weltbühne nicht mehr so wie bisher präsent sein werden.

Warum man bei der Fülle an Wettkämpfen nicht einige Male auch Diskuswurf der Männer im 90 Minuten-Premiumfenster anbieten kann, bleibt uns ein Rätsel.

Diamond League-Meetings 2020

Doha (17. April) - China/Ort noch offen (10. Mai) - Schanghai (16. Mai) - Stockholm (24. Mai) - Rom (28. Mai) - Rabat  (31. Mai) - Eugene (7. Juni) - Oslo (11. Juni) - Paris (13. Juni) - London (4. Juli) - Monaco (10 Juli) - Gateshead (16. August) - Lausanne (20. August) - Brüssel (4. September) - Zürich (11. September)

22/10/19 11:53, Text: Helmut Baudis

zurück