.

European Athletics Endurance Conference 2025

(C) Langer

Von Freitag bis Sonntag fand in Belgrad die European Athletics Endurance Conference 2025 statt – eingebettet in das neue Konzept der Endurance Academy, die darauf abzielt, das Coaching und die Athletenentwicklung im Laufbereich europaweit zu vernetzen und weiterzuentwickeln.

Das Programm bot eine spannende Mischung aus wissenschaftlichen Erkenntnissen, praktischen Einblicken und offenem Austausch zwischen Trainer:innen und Wissenschaftler:innen. Die Themen reichten von Physiologie und Biomechanik über Ernährung bis hin zu Motivation, Coachingphilosophie und Verbandsstrategien.

Prof. Andrew M. Jones (University of Exeter, UK) eröffnete mit seinem Vortrag „What makes Kipchoge so good?“ und zeigte, wie physiologische, psychologische und methodische Faktoren zur Sub-2-Hour-Marathonleistung beigetragen haben. In seinem Workshop wurde deutlich, wie wichtig es ist, Trainingssysteme individuell auf Athlet:innen abzustimmen, um deren spezifische Leistungsprofile optimal zu entwickeln. Tina Kefalas sprach über die Bedeutung intrinsischer Motivation in der Nachwuchsarbeit, Dr. Brian Hanley (Leeds Beckett University) beleuchtete biomechanische Faktoren, die über Sieg oder Niederlage entscheiden können, und Dr. Iñigo Mujika (University of the Basque Country) präsentierte umfangreiche Erkenntnisse zum Höhentraining und dessen gezielter Steuerung. Geoff Wightman erläuterte, wie der Weg vom talentierten Junior zum erfolgreichen Eliteathleten gelingen kann, während Edin Zuković die Rolle von Nationalverbänden bei der Entwicklung leistungsstarker Trainingsgruppen aufzeigte. Im Themenblock Ernährung spannte Prof. Dr. Marija Anđelković den Bogen von der Basisernährung über Mikronährstoffe bis hin zur optimalen Wettkampfverpflegung und zeigte, wie stark eine gezielte Ernährungsstrategie Leistung, Regeneration und Gesundheit beeinflusst. Massimo Magnani bildete den Abschluss und teilte in seinem Vortrag seinen enormen Erfahrungsschatz aus Jahrzehnten im Spitzensport. Er erzählte über die Zusammenarbeit mit seinem Athleten Iliass Aouani und darüber, wie man einen Marathonläufer Schritt für Schritt an die Weltspitze führt. Eine seiner zentralen Botschaften: Selbst mit 74 Jahren lernt man nie aus – ein Satz, der sinnbildlich für die Haltung vieler erfolgreicher Trainer:innen steht.

Am Sonntag folgte der sportliche Abschluss: viele Teilnehmer:innen nutzten die Gelegenheit, beim Belgrade Half Marathon oder 10K-Lauf selbst aktiv zu werden und das Wochenende laufend ausklingen zu lassen.

Von österreichischer Seite waren Johannes Langer und Andreas Prem vertreten. Diese Kultur des Teilens und Diskutierens, wie sie in Belgrad spürbar war, ist etwas, das auch wir in Österreich vorantreiben sollten. Gemeinsames Denken, Lernen und Erzählen – das ist letztlich der Boden, auf dem Spitzenleistung wächst.

Text: Andreas Prem

24/11/25 13:25, Text: Bernhard Rauch

zurück