.

U20-EM-Limit für Alexander Heinz, Jan Mitsche mit erstem Staatsmeistertitel im Zehnkampf in Linz

© ÖLV / @wolf.amri

Am 17. und 18. Mai 2025 fanden im TRANSDANUBIA Athletik.Sport.Zentrum in Linz die österreichischen Mehrkampf Staatsmeisterschaften der Männer und die österreichischen Meisterschaften der U23, U20 und U18 Klassen statt. Aufgrund der immer wieder ändernden Bedingungen die mehr einem Aprilwetter entsprachen, wurde der Stabhochsprung in die Halle verlagert. Jan Mitsche setzte sich im spannenden Duell gegen Titelverteidiger Niklas Voss durch und Alexander Heinz überbot das U20-EM-Limit im Zehnkampf. Favoritinnensiege gab es in den weiblichen Klassen. Angelina Rupp (WU23), Olivia Benesch (WU20) und Sarah Daxböck (WU18) waren wie erwartet nicht zu schlagen.

Jan Mitsche gewinnt Kopf-an-Kopf Rennen mit Niklas Voss um den Staatsmeistertitel, U20-EM-Limit für Alexander Heinz

Im Zehnkampf der Männer setzte sich das knappe Duell um den Staatsmeistertitel zwischen Jan Mitsche (DSG Wien) und Niklas Voss (Sparkasse SG Götzis) weiter fort. Während sich Jan Mitsche über 110m Hürden in 15,76s (-0,6) und im Diskuswurf mit 39,62m durchsetzte, gewann Niklas Voss den Stabhochsprung mit 4,50m. Nach acht Bewerben hatte Voss nur noch zwei Punkte Vorsprung. Im Speerwurf setzte sich Jan Mitsche mit einer neuen PB mit 52,87m mit 146 Punkte Vorsprung an die Spitze. Im abschließenden 1500m Lauf wurde es dann wie erwartet nochmal enger und Niklas Voss kam bis auf 37 Punkte an Jan Mitsche heran, der sich aber mit 7008 Punkte seinen ersten Staatsmeistertitel vor dem Titelverteidiger sichern konnte.

Jan Mitsche: "Mein gesamter Zehnkampf war eigentlich sehr solide und ich bin froh, dass ich so durchgekommen bin und doch noch über 7000 Punkte geschafft habe. Meine PB mit 7279 Punkten ist ja doch ganz ordentlich. Es war in den zwei Tagen alles dabei, schwache und gute Disziplinen, vieles war solide aber auch noch ausbaufähig. Man konnte denke ich schon sehen, dass ich mich gesteigert habe, ich bin glücklich. Kurzfristig möchte ich in den nächsten Wochen über die Hürden wieder zu alter Stärke finden und an der Schnelligkeit arbeiten. Im Juli/August und im September kommen dann vermutlich die nächsten Zehnkämpfe."

@ ÖLV / @wolf.amri

Die MU23-Klasse war eine rein oberösterreichische Angelegenheit. Lokalmatador Philip Zallinger (TGW Zehnkampf-Union) gewann seinen ersten ÖM-Titel mit 6675 Punkte (PB) und holte sich damit auch Bronze in der Allgemeinen Klasse. Vereinskollege Simon Hummer holte sich Platz 2 in der U23 mit 5600 Punkten (PB) vor Michael Schonka (ULC Linz Oberbank) mit 3802 Punkten (PB).

Philip Zallinger: "Ich habe zwar nicht viele Bestleistungen im Zehnkampf gemacht, aber ich bin eigentlich das erste Mal ziemlich solide durch beide Tage gekommen. Das heißt ich freue mich schon über die Bestleistung im Zehnkampf. Im Juni möchte ich dann die 7000 Punkte angreifen, wo genau weiß ich noch nicht, aber das Potential sollte da sein."

© ÖLV / @wolf.amri

Alexander Heinz (TGW Zehnkampf-Union) behauptete seine Führung und erzielte nach vier persönlichen Bestleistungen am ersten Tag in allen Disziplinen am zweiten Tag Bestleistungen, nicht nur innerhalb des Zehnkampfes, sondern überhaupt. Der Athlet von Dr. Georg Werthner startete mit 15,89s (+1,6) über 110m Hürden, 40,66m im Diskuswurf, 4,60m im Stabhochsprung und 49,45m im Speerwurf in den zweiten Wettkampftag. Vor dem abschließenden 1500m Lauf fehlten dem Hallenmeister 791 Punkte auf das U20-EM-Limit für Tampere (FIN) und eine Zeit von 4:22,99 min war notwendig. Der 19-Jährige unterbot diese Marke mit 4:21,55 min und überbot damit das U20-EM-Limit um 10 Punkte und holte sich den Sieg vor seinen Vereinskollegen Julius Rudorfer und Niklas Zallinger, die sich mit 6395 Punkten und 5883 Punkten nicht nur über Medaillen, sondern ebenso über persönliche Bestmarken freuen konnten.

Alexander Heinz: "Der zweite Tag war eigentlich ziemlich durchwachsen. Die Hürdenzeit war eher mäßig, der Diskus hat mir dann wieder Hoffnung gemacht, aber ich war immer noch rund 90 Punkte unter meinem Ziel für das EM-Limit. Ab dem Stabhoch war ich dann wieder optimistisch, denn da konnte ich meine PB um 20cm steigern. Den Speer habe ich dann aber wieder nicht so gut getroffen und dadurch habe ich es mir unnötig schwer gemacht und ich musste die 1500m eben unter 4:23 laufen. Das ist sich gottseidank relativ knapp, aber doch ausgegangen."

© ÖLV / @wolf.amri

Der ULC Riverside Mödling Athlet Lucas Gschier behauptete auch am zweiten Tag seine Führung in der MU18-Klasse und holte sich Gold mit 6357 Punkten. Dabei holte er sich den Tagessieg über 110m Hürden mit 14,40s und verbesserte den niederösterreichischen U18-Rekord im Zehnkampf von Christian Kurz um 69 Punkte. Auf den Plätzen 2 und 3 landeten mit Jakob Haudum (6121 Punkte) und Florian Simmer (5865 Punkte) zwei Lokalmatadore der TGW Zehnkampf-Union.

Lucas Gschier: "Die Hürden liefen wie erwartet, der Diskus war solide und im Stabhochsprung war ich mit der PB mega zufrieden. Der Speer war dann unter meinen Erwartungen und der 1500er war einfach nur ziemlich schlecht gelaufen."

© ÖLV / @wolf.amri

Rupp, Benesch und Daxböck in ihren Alterklassen, jeweils eine Klasse für sich

Angelina Rupp (TS Hörbranz) brachte auch am zweiten Tag gute Leistungen und verbesserte schlussendlich ihre persönliche Bestleistung um 169 Punkte auf 5369 Punkte. Auf das U23-EM-Limit (5650 Punkte) für Bergen (NOR) fehlten noch knapp 300 Punkte. Im Weitsprung mit 5,49 (+0,4), im Speerwurf mit 40,75m und über 800m mit 2:24,86 min lag die Vorarlberger Athletin von Ruth Laninschegg nicht viel über ihrer jeweiligen Bestleistung. Selina Müller (ULC Riverside Mödling) knackte auch erstmals die 5000 Punkte Marke und holte mit 5086 Punkte Silber vor Pia Buchta (ULC Weinland) die mit 3915 Punkte das Podium komplettierte.

Angelina Rupp: "Der zweite Tag war relativ durchwachsen. Im Weitsprung wäre der dritte Versuch recht gut gewesen, aber der war leider ungültig und die anderen waren recht solide, aber nicht überragend. Durch die Regenschauer zwischendurch war die Motivation dann etwas im Keller. Beim Speer hat es mit dem neuem Anlauf noch nicht so gut funktioniert, auch wenn die 40m ok sind, sind sie auch noch ausbaufähig. Beim 800er war es mit dem gehörigen Gegenwind recht schwierig und auf der Zielgerade fühlte es sich nicht nach Rückenwind an, das war sehr komisch. Deshalb bin ich auf die 2:24 im Alleingang richtig stolz. In drei Wochen in Lustenau bei den Vorarlberger Meisterschaften möchte ich das U23-EM-Limit nochmal angreifen."

© ÖLV / @wolf.amri

Die WU20-Hallenmeisterin Olivia Benesch (PSV Wels) konnte ihren Vorsprung von 550 Punkten am zweiten Tag noch etwas weiter ausbauen. Am zweiten Wettkampftag gab es 5,43m im Weitsprung, 29,98m im Speerwurf und eine Zeit von 3:00,70 min über 800m. Mit 4380 Punkten lag die Athletin von Richard Marschal schlussendlich 672 Punkte vor Sophia Höfer und weitere 643 Punkte vor Franziska Pichler (beide TGW Zehnkampf-Union), somit gab es dasselbe Ergebnis wie schon unterm Hallendach.

Olivia Benesch: "Im Wettkampf habe ich den Anlauf im Weitsprung nicht so gut getroffen, aber das Einspringen gibt mir Zuversicht, dass das bei den nächsten Bewerben besser funktioniert. Im Speer sollte auf jeden Fall noch mehr gehen, aber es war ok. Den 800er bin ich einfach sauber und ohne Druck gelaufen, weil der Punktevorsprung groß genug war."

© ÖLV / @wolf.amri

In der WU18-Klasse gewann wie erwartet Sarah Daxböck (Union St. Pölten). Nach 2900 Punkten am ersten Tag kam sie mit 5,59m (+0,5) im Weitsprung knapp an ihre Bestmarke von der Halle heran. Auf 35,45m im Speerwurf folgten die 800m in 2:36,42 min. Schlussendlich ergab das eine Gesamtpunktezahl von 4821 Punkten und den Sieg mit fast 600 Punkten Vorsprung. Auf den Plätzen 2 und 3 veränderte sich im Vergleich zum ersten Tag nichts mehr. Theresia Holzer (ULC Riverside Mödling) holte sich mit 4230 Punkten Silber vor Romy Prager (ULC Hirtenberg) mit 3784 Punkten. Alle acht Teilnehmerinnen konnten sich am Ende des Tages über persönliche Bestleistung freuen.

Sarah Daxböck: "Ich habe mich nach gestern ganz gut gefühlt. Mit dem Weitsprung hat der Tag auch gut begonnen. Speer war ok, aber nicht das beste und die 800m waren auch nicht ganz das was ich mir vorgestellt habe, aber für die Bedingungen passt es. Ich werde auf jeden Fall noch einen Mehrkampf machen, da gebe ich dann Vollgas, aber mit heute bin ich im Großen und Ganzen auf zufrieden und es sollte überall noch etwas Luft nach oben sein."

© ÖLV / @wolf.amri

Weitere Informationen:

TV-Beiträge von den Meisterschaften in Linz sind voraussichtlich für Sonntag dem 25. Mai um 12:25 Uhr auf ORF 1 in der Sendung Sportbild und am Dienstag dem 27. Mai um 20:15 Uhr auf ORF Sport+ geplant.

Fotos © ÖLV / @wolf.amri

2025 ÖSTM Mehrkampf (U18, U20, U23, AK), Linz - 17./18.5.

18/05/25 14:36, Text: Hannes Riedenbauer

zurück