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WMTRC 2025: ÖLV-Team in der Nationenwertung des Uphill-Bewerbs Zwölfter

v.l.: Johannes Nussbaumer, Hans-Peter Innerhofer, Josef Bodner und Maximilian Meusburger. © ÖLV / Hannah Köstler

Das österreichische Männerteam hat beim ersten Bewerb der WMTRC 2025 in Canfranc (World Mountain and Trail Running Championships), dem 6,4 Kilometer langen Uphill-Bewerb, den zwölften Platz belegt. In der Einzelwertung erreichte das kompakte ÖLV-Quartett Positionen im vorderen Drittel des Feldes: Johannes Nussbauer (EXCITINGFIT RUNNINGTEAM) war auf Rang 33 der erste Österreicher im Ziel. Ihm folgten Maximilian Meusburger (im Wald läuft’s) auf Platz 35, Josef Bodner (Union Raika Lienz) auf Platz 38 und Hans-Peter Innerhofer (LC Oberpinzgau) auf Platz 43. Amelie Muss (LCAV Jodl Packaging) beendete den Frauen-Bewerb auf Position 44.

Österreichs Nationalteam hat die Berglauf- und Trailrunning-Weltmeisterschaften 2025 in den spanischen Pyrenäen am heutigen Vormittag mit einer kompakten Teamleistung eröffnet. Unter 27 Nationen, die mindestens drei Athleten in der Ergebnisliste aufweisen konnten, deren Platzierungen für die Nationenwertung summiert wurden, führten 106 Platzierungspunkte das ÖLV-Team auf Position zwölf, 15 Punkte hinter dem zehntplatzierten kanadischen Team und als siebtbeste europäische Nation. Die stärksten Teams im Feld waren jene aus Kenia, der Schweiz und den USA, die mit Gold, Silber und Bronze belohnt wurden.

Nussbaumer führte ÖLV-Quartett an

Die Basis für die Teamplatzierung legte ein kompaktes Auftreten des heimischen Teams mit drei Platzierungen in den Top-40. Bester Österreicher war Johannes Nussbaumer auf Rang 33 mit einer Zeit von 42:53 Minuten. „Ich bin sehr zufrieden mit meinem Wettkampf. Ich konnte mir das Rennen gut einteilen. Mein persönliches Ziel war es, alles zu geben und gleichzeitig die Stimmung aufzusaugen. Beides ist mir sehr gut gelungen“, freute sich der im Salzkammergut geborene und in Innsbruck lebende Oberösterreicher nach seinem WM-Debüt.

Der 26-Jährige hat eine starke Trailrunningsaison hinter sich, die im Frühling mit einem Sieg beim UTMB-Qualifikationsevent in Istrien sowie zwei Staatsmeisterschaftssilbermedaillen begonnen und im Sommer mit Rang zwei beim Mozart 100 in Salzburg über die 45km-Distanz sowie weiteren Siegen ihre erfolgreiche Fortsetzung gefunden hat.

Meusberger stark bei Premiere bei den Erwachsenen

Der mit 20 Jahren jüngste Österreicher im Feld, Maximilian Meusburger, machte in der steilen Schlussphase noch einige Positionen gut und beendete seine Premiere in der Allgemeinen Klasse auf einem starken 35. Platz, zwölf Sekunden hinter Nussbaumer. „Die steilen Passagen taugen mir. Es war brutal hart, aber besonders am Ende ist es sehr gut gelaufen“, sagte der Vorarlberger.

Drei Positionen und zehn Sekunden hinter ihm beendete Josef Bodner bei seiner Premiere im ÖLV-Dress den Wettkampf auf Position 38. Der Osttiroler zeigte sich mit seiner Leistung zufrieden. „Ich hätte es gerne ein bisschen steiler gehabt, das wäre mir mehr entgegengekommen“, so der 26-Jährige. Der Newcomer der heimischen Berglauf-Saison war im Juli bester Österreicher bei Österreichs wichtigstem Berglauf, dem Großglockner Mountain Run.

Staatsmeister Hans-Peter Innerhofer war bei der Zwischenzeit kurz nach Rennhälfte noch der am besten platzierte Österreicher. Der Salzburger plagte sich in der zweiten Rennhälfte mit Seitenstechen und rutschte noch um elf Positionen bis auf Platz 43 (43:47 Minuten) zurück. „Ein zähes Rennen“, befand er. „Wir haben uns alle gut durchgekämpft!“

Der 30-Jährige rückt bereits seinen Blick Richtung Sonntag, im Mountain Classic sieht er aufgrund der Wettkampfcharakteristik bessere Chancen für sich. Dann greifen auch Manuel Innerhofer und Sebastian Falkensteiner (beide LC Oberpinzgau) ins Wettkampfgeschehen ein, den vierten Startplatz bekommt Johannes Nussbaumer. Pro Bewerb kann jede Nation maximal vier Starter stellen.

Muss auf Platz 44

Die Oberösterreicherin Amelie Muss ging in Abwesenheit von Titelverteidigerin Andrea Mayr als österreichische Einzelkämpferin ins Rennen der Frauen. Recht früh entstanden durch eine schnelle Renngestaltung an der Spitze große Abstände im Feld. Die 22-Jährige, im Juli Vierte beim Großglockner Mountain Run, hielt sich während des gesamten Rennverlaufs im Mittelfeld auf und erreichte das Ziel nach einer Wettkampfzeit von 52:59 Minuten.

Auch Muss, bei den Staatsmeisterschaften im Mai Zweite hinter Serienchampion Mayr, hätte eine noch steilere Strecke bevorzugt. „Das Rennen war wahnsinnig schnell, vor allen Dingen beim Start, was sehr ungewohnt für mich ist. Am Schluss habe ich im Steilen noch einmal alles versucht, aber es war nicht leicht zu überholen“, kommentierte die Studentin an der Universität Salzburg. Für sie war es die Premiere im ÖLV-Dress: „Ein tolles Erlebnis, bei dem ich viele wertvolle Erfahrungen sammeln konnte.“

Steile Schlusspassage

132 Teilnehmer aus 47 Nationen bei den Männern und 107 Teilnehmerinnen aus 43 Nationen bei den Frauen nahmen die 6,4 Kilometer lange Strecke hinauf zum Pico Larraca in Angriff. Zwischen der Start- und der Ziellinie lag eine Höhendifferenz von 990 Metern. Nach einem flotten Beginn auf einer asphaltierten Straße führte eine Rechtskurve die Aktiven über die Brücke des noch jungen Rio Aragon und durch ein Schwarzkiefer-Waldstück bergauf. Der gut zu belaufende Kurs gilt nicht als superschwer, dennoch mussten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf recht kurzer Distanz eine große Anzahl von Höhenmetern im Anstieg überwinden.

Die zweite Streckenhälfte befand sich großteils überhalb der Waldgrenze. Der Kurs, der viele Kurven und Richtungswechsel mit sich brachte, wartete mit der steilsten Passage im letzten Hang auf. Nach dieser finalen Hochbelastung, die an den steilen Schlussanstieg vor zwei Jahren im Stubaital erinnerte, trennten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch rund 100 etwas flachere Meter von der Ziellinie.

Kühle Temperaturen

Das Startsignal zum Männerrennen erfolgte pünktlich um 10 Uhr bei empfindlich kühlen Temperatur im noch schattigen Tal. Gleichzeitig erstrahlte der Zielbereich im Sonnenschein unter einem wolkenlosen Himmel, allerdings machten Temperaturen um den Gefrierpunkt die Angelegenheit für Teilnehmer*innen und Zuschauer*innen, die im Spalier entlang der entscheidenden Steilpassage unterhalb des Gipfels für tolle Stimmung sorgten, zur Herausforderung.

Die Goldmedaille ging in beachtlicher Überlegenheit an den Schweizer Remi Bonnet, der den Kenianer Patrick Kipngeno als Weltmeister ablöste. Bonnet absolvierte die Strecke in einer Zeit von 37:50 Minuten und hatte über eine Minute Vorsprung auf die weiteren Medaillengewinner. Kipngeno musste sich mit der Bronzemedaille hinter seinem Landsmann Richard Omaya zufrieden geben. Beide Kenianer sind Teil des kenianisch-österreichischen run2gether-Teams.

Eine Stunde nach den Männern gingen die Frauen ins Rennen. Früh erarbeitete sich die deutsche Europameisterin Nina Engelhard einen Vorsprung auf die Finnin Susanna Saapunki und hielt diesen bis zur Ziellinie. Sie beendete das Rennen in 45:33 Minuten. Die Bronzemedaille gewann die US-Amerikanerin Anna Gibson.

Alle Ergebnisse der WMTRC 2025

Veranstaltungswebsite

Flicker-Album (honorarfreie Verwendung der Fotos unter Angabe des Copyrights © ÖLV / Hannah Köstler)

25/09/25 12:32, Text: Thomas Kofler


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