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Diessl schafft EM-Limit, auch Weißhaidinger und Strametz siegen in St.Pölten

© ÖLV / Alfred Nevsimal

Mit dem „16. Sportunion Liese Prokop Memorial“ im "Sportzentrum NÖ" wurde heute die Serie der Austrian Top Meetings fortgesetzt. Erfreulicherweise konnten in der niederösterreichischen Landeshauptstadt viele der heimischen Top-Athleten überzeugen, gleich drei Disziplinen sahen rot-weiß-rote Sieger. Hürdensprinter Enzo Diessl schaffte exakt die geforderte Norm für die Europameisterschaften in Rom, Lukas Weißhaidinger und Karin Strametz standen ebenfalls ganz oben am Siegertreppchen. Einzig das Wetter spielte nicht ganz mit, im Laufe des Meetings sanken die Temperaturen auf athletenunfreundliche 14 Grad.

Strametz und Diessl machen in Olympiaqualifikation großen Schritt nach vorne

Gleich zwei Heimsiege gab es in den beiden Hürdensprints. Sowohl Karin Strametz (SU Leibnitz) über die 100m Hürden als auch ihr Vereinskollege Enzo Diessl über die 110m brachten großartigen Leistungen und waren heute auch von der starken internationalen Konkurrenz nicht zu schlagen.

Nach ihrem Sieg beim Horst Mandl Memorial in Graz mit Bestleistung von 12,92s konnte Karin Strametz in St.Pölten schon im Vorlauf mit 12,98s (0,7) wieder die 13-Sekunden-Schallmauer unterbieten.  Im Finale war die 26-Jährige dann noch einen Hundertstel schneller und ließ mit 12,97s (0,1) alle Gegnerinnen deutlich hinter sich, Rang 2 ging mit 13,08s an U20-Europameisterin Rosina Schneider (GER). Eine Teilnahme in Paris wird für Steirerin damit immer wahrscheinlicher, verbesserte sie ihren Punkteschnitt mit der schnellen Zeit und den 60 Bonuspunkten für den Sieg doch weiter. Stark in dieser Disziplin auch Nachwuchshoffnung Iman Roka (ATSV OMV Auersthal – Athletics 22) , die im Vorlauf mit 13,88s (0,0) das geforderte Limit für die U20-WM von 14,20s deutlich unterbot.

Karin Strametz: „Es waren die zweit- und drittschnellste Zeit die ich je gelaufen bin, damit bin ich jedenfalls zufrieden. Es war heute mein Ziel mit der Leistung viele Punkte zu machen und auch die 60 Punkte für den Sieg mitzunehmen, das ist alles aufgegangen. In Rom gut zu performen ist jetzt erst einmal mein erstes Ziel, natürlich würde ein Traum in Erfüllung gehen, wenn ich auch bei den Olympischen Spielen dabei sein könnte. In Österreich zu laufen macht immer Spaß, die Stimmung ist großartig und das Starterfeld war sehr stark. Im ersten Lauf war ich im Mittelteil noch etwas passiv, das ist über die Hürden nicht förderlich. Im Finale habe ich nicht optimal reagiert, in Summe kann ich sicher noch schneller laufen als heute, da bin ich mir sicher.“

© ÖLV / Alfred Nevsimal

Wenig später doppelte Enzo Diessl für die Hürden-Hochburg SU Leibnitz nach und lief schon im Vorlauf bei gültigem Rückenwind von 1,9 m/s mit 13,46s genau die geforderte Norm für die EM, er ist damit als siebenter ÖLV-Athlet fix in Rom mit dabei. Der 19-Jährige unterbot damit auch den ÖLV-U23-Rekord von Elmar Lichtenegger aus dem Jahr 1996 um 17/100s. Auch im Finale war der amtierende U20-Europameister sehr stark und konnte sich den Tagessieg und 60 Zusatzpunkte mit 13,55s (-0,1) sichern. Der Steirer verwies damit starke Leute wie Mikdat Sevler (TUR), der ebenfalls schon für die EM qualifiziert ist und auf 13,71s kam, hinter sich. Mit diesen Ergebnissen wird sich der Leibnitzer im World Ranking voraussichtlich unter die Top-40, die in Paris mit dabei wären, schieben, eine großartige Leistung von Diessl in seinem ersten Jahr in der allgemeinen Klasse.

Enzo Diessl: „Ich einfach happy, dass es mit dem EM-Limit heute geklappt hat. Die beiden Läufe zuletzt mit zuviel Rückenwind waren zwar toll, aber man will die Zeit halt gültig laufen. Nach dem Vorlauf hat die Spannung ziemlich nachgelassen, das ist normal wenn man da Limit läuft und sein Ziel erreicht, da war es schwierig sie fürs Finale wieder aufzubauen. Aber ich bin froh heute erstmals zwei Läufe über die Männerhürden an einem Tag absolviert zu haben. Ein paar Sachen sind aber sicher ausbaufähig, daran werde ich arbeiten.“

Weißhaidinger knackt mit toller Steigerung fast seinen Stadionrekord

Nach dem Saisoneinstieg beim Diamond-League-Meeting in Doha (QAT) absolvierte Lukas Weißhaidinger (ÖTB-OÖ LA) heute seinen ersten Start in diesem Jahr in der Heimat. Er stieg gleich mit guten 64,56m in den Wettkampf ein und steigerte sich in Runde 3 auf 65,32.

Es folgten zwei ungültige Versuche für den Oberösterreicher, im letzten Durchgang ließ er aber den Diskus richtig fliegen und schleuderte das 2kg schwere Wurfgerät auf tolle 67,38m. Das bedeutete für den Olympia-Bronzemedaillengewinner nicht nur eine Steigerung der Season Best um mehr als 2 Meter, er kam auch knapp an seinen eigenen Stadionrekord heran, der bei 67,76m steht und bei optimalen Bedingungen aufgestellt wurde. Der 32-Jährige war bei nur 14 Grad auch der einzige Athlet, der die 60m übertraf, Zweiter wurde Masateru Yugami (JPN) mit 59,61m.

Lukas Weißhaidinger: „Der letzte Wurf war ganz wichtig für den Kopf. Die neue Technik ist noch nicht so stabil, kann sie nach so wenigen Wettkampfwürfen auch noch nicht sein. Wir haben vor dem fünften Wurf noch ein wenig umgestellt, der ist zwar total misslungen, aber dann habe ich gewusst was ich machen muss. Auf dem kann ich sicher gut aufbauen, jetzt heißt es viele gute Würfe sammeln und die Technik zu stabilisieren. Bei diesen nicht einfachen, weil windstillen Verhältnissen sind die 67 Meter schon sehr stark einzuschätzen. Am Sonntag im Marrakesch bei der Diamond League wird es sicher nicht so einfach, weil die Konkurrenz sehr stark ist, aber ich will auch dort mithalten.“

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Union St.Pölten-Athleten bei Heimspiel unterschiedlich erfolgreich

Im 100m-Sprint der Männer hatte Markus Fuchs (Union St.Pölten) hier letztes Jahr einen ÖLV-Rekord aufgestellt, heute bei Windstille, 14 Grad und so früh in der Saison war eine Wiederholung dieser Leistung nicht ganz möglich. Im Vorlauf blieb die Uhr für den Brunner nach 10,29s (0,0) stehen, im Finale gings dann schneller, der Hallen-WM-Finalist musst in 10,23s (0,5) nur Coby Hilton (USA) den Vortritt lassen. Der US-Amerikaner war um 7/100s schneller, Ex-Halleneuropameister Jan Volko (SVK) wurde in 10,44s nur Fünfter.

Markus Fuchs: „Ich bin mega happy, bei so kühlem Wetter muss man erst einmal so schnell rennen. Im Finale ist mir dann auch die linke Wade zugegangen, aber es hat schon gepasst, ich bin sehr zufrieden. Am Anfang der Saison brauche ich immer ein paar Rennen um richtig reinzukommen, noch läufts nicht ganz rund, aber ich bin definitiv auf einem guten Weg. Es war wieder ein super Meeting mit einem tollen Startfeld, es macht immer richtig Spaß hier zu laufen.“

© ÖLV / Alfred Nevsimal

Nicht die erwartete Zeit wurde es für Lena Pressler (Union St.Pölten) über die 400m Hürden. Die ÖLV-Rekordlerin blieb heute mit 58,28s deutlich über ihrer Saisonbestleistung und belegte nur Rang 7, was ihr am Weg nach Paris leider keine Verbesserung brachte. Der Sieg ging überraschend an Sara Mato (HUN), die mit der Siegerzeit von 56,25s ihre PB deutlich steigerte.

Lena Pressler: „Eigentlich dachte ich schon, dass ich meine Zeit von Graz weiter steigern kann. Aber ich bin schon zur ersten Hürde nicht gut hingekommen und habe dann etwas zu stark aufs Tempo gedrückt. So musste ich sogar einmal zum falschen Zeitpunkt den Rhythmus wechseln und am Ende ging dann gar nichts mehr. Aber ich werde weiterkämpfen, beim nächsten Mal klappts sicher wieder besser.“

Im 100m-Bewerb der Frauen wollte Magdalena Lindner (Union St. Pölten) ihren Platz im „Road-to-Rome“-Ranking absichern. Leider setzte genau beim Finale der Regen ein, keine perfekten Bedingungen für die Sprinterinnen. So wurde es für die Kremserin mit 11,72s (0,0) nur Platz 4, womit sie überhaupt nicht zufrieden war. Der Sieg ging wie erwartet an 4x100m-Staffel-Europameisterin Alexandra Burghardt (GER), die 11,40s benötigte.

Magdalena Lindner: „Das Positive heute war, dass ich in beiden Läufen gut weggekommen bin, in stark besetzten Feldern ist das bei mir nicht immer der Fall. Leider verliere ich während des Laufes immer wieder die Position und bekomme die Knie nicht hoch, so können natürlich keine schnelle Zeit rauskommen. Mit 11,70er-Zeiten bin ich definitiv nicht zufrieden, aber es gibt wie gesagt auch was Positives mitzunehmen auf dem ich aufbauen kann.“

Weiter im Rennen um einen EM-Startplatz ist Endiorass Kingley (TGW Zehnkampf Union) Der Dreispringer zeigte eine konstant gute Serie von fünf Sprüngen nahe an die 16m-Marke, 15,96m (-1,2) war heute der Bestwert des jungen Oberösterreichers. Mit Rang 3 gab es auch 45 Bonuspunkte fürs World Ranking, die Chance auf einen Start in Rom lebt also weiter. Thomas Veszelka (SVK) war heute der Stärkste, er setzte 16,39m (1,4) in die Sandgrube.

Endiorass Kingley: „Ich bin sehr zufrieden, es war doch mein erster Wettkampf heuer mit dem langen Anlauf. Wenn ich bei den nächsten beiden Wettkämpfen noch über 16 Meter springen dann könnte ich in Rom dabei sein.“

© ÖLV / Alfred Nevsimal

Caroline Bredlinger (LT Bgld Eisenstadt) konnte über 800m mit Rang 2 ihre Season Best zwar auf 2:04,89 min steigern, war aber mit dem Rennen nicht zufrieden. Der Sieg ging in 2:04,71 min an Mitfavoritin Nina Vukovic (CRO), die die burgenländische Mittelstrecklerin auf den letzten Metern knapp auf Distanz halten konnte. Sandra Schauer (Union St.Pölten) erzielte mit 2:09,65 min neue PB.

Caroline Bredlinger: „Ich bin zwar jetzt wieder gesund und es fühlt sich beim Laufen auch wieder besser an, aber das Rennen ist schon enttäuschend. Wenn man nur so wenige Wettkämpfe zur Qualifikation für die EM hat, dann ist es traurig wie die letzten beiden Rennen gelaufen sind.“

Über die 400m Hürden steigerte Leo Köhldorfer (ULC Linz Oberbank) heute seine Saisonbestleistung als Fünfter auf 50,96s, keinen optimalen Lauf erwischte Niklas Strohmayer-Dangl (Leichtathletik Akademie Eisenstadt), dem es in der Zielkurve wie er danach sagte „den Stecker zog“, er kam nach 51,45s als Sechster ins Ziel. Der Sieg ging wie erwartet an den slowenischen Shooting-Start dieser Disziplin, der erst 20-Jährige Matic Ian Gucek gewann mit starken 48,93s. Im Hochsprung der Männer konnte sich Lionel-Afan Strasser (ATSV OMV Auersthal – Athletics 22) auf 2,08m steigern, er belegte damit Rang 3, heute der Beste in dieser Disziplin war Daniel Jankovics (HUN) mit übersprungenen 2,14m.

In Abwesenheit von Favoritin Victoria Hudson war wie erwartet Annabella Bogdan (HUN) die Stärkste im Speerwurf der Frauen, sie verwies mit 56,64m Gedly Tugi (EST), die das 600g-Gerät auf 56,13m warf, auf Rang 2. Der letzte Bewerb des Tages, der Weitsprung der Frauen, wurde eine Beute von Diana Lesti (HUN), die sich in einem spannenden Wettkampf mit 6,27m (1,1) nur um 2cm gegen Pauline Hondema (NED) durchsetzen konnte. Ingeborg Grünwald (Union Salzburg LA) wurde mit Respektabstand und erzielten 5,93m (0,0) Dritte.

Ergebnisse

Fotos (honorarfrei verwendbar bei Nennung © ÖLV / Alfred Nevsimal)

Livestream (nach der Veranstaltung jederzeit on demand abrufbar)

Homepage 

Vorprogramm

TV-Beiträge vom Meeting werden am Sonntag, 19. Mai um 9:50 Uhr auf ORF 1 in der Sendung Sport-Bild und am Dienstag, 21. Mai um 22:00 auf ORF Sport+ gezeigt.

Wichtige Stadion-LA-Termine 2024

National

18./19. Mai

Staatsmeisterschaft Siebenkampf Götzis

22. Mai

Austrian Top Meeting Eisenstadt (Raiffeisen Austrian Open) - WACT Silber

25./26. Mai

Staatsmeisterschaften Mehrkampf Salzburg-Rif (ohne 7K Frauen)

22. Juni

Austrian Top Meeting Wien (ON Track Night)

29./30. Juni

Staatsmeisterschaften Linz

17. August

Austrian Top Meeting Andorf (Int. Josko Laufmeeting)

International

7.-12. Juni

EM / Rom (ITA)

18.-21. Juli

U18 EM / Banska Bystrica (SVK)

01.-11. August

Olympische Spiele / Paris (FRA)

26.-31. August

U20 WM / Lima (PER)

Foto © ÖLV / Alfred Nevsimal

17/05/24 12:55, Text: Georg Franschitz

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ÖLV-Cup - Top 5

  Verein

Punkte (Zwischenstand 04.06.2024)

1. TGW Zehnkampf-Union Logo TGW Zehnkampf-Union 3.115
2. ULC Riverside Mödling ULC Riverside Mödling 1.610
3. UNION St. Pölten 1.495
4. DSG Wien 1.320
5. ULC Linz Oberbank 1.105
Gesamt-Ranking