Enzo Diessl Athlet des Jahres 2025
Enzo Diessl (Sportunion Leibnitz) wurde erstmals Athlet des Jahres in der allgemeinen Klasse. Sein größter Erfolg im letzten Jahr war der Gewinn der U23-Europameisterschaften über 110 Meter Hürden. Mit 13,17 s lief er in Eisenstadt bis auf drei Hunderstelsekunden an den österreichischen Rekord von Mark McKoy aus dem Jahr 1994 heran.
"2025 war mein bisher erfolgreichstes aber auch lehrreichstes Jahr. Der Start in die Hallensaison war schwierig und endete mit einem Sturz bei den Hallen-Europameisterschaften. Bei der U23-EM war ich dann der Favorit und wusste, dass ich gewinnen kann, wenn ich mein Leistungsniveau abrufe. Im Finale hatten wir dann 1,8 m/s Gegenwind, was nicht einfach ist beim Hürdenlauf. Die Weltmeisterschaften in Tokyo liefen dann nicht ganz nach Wunsch. Ich habe gelernt, dass Leistungsentwicklung nicht immer linear läuft, auch die Leistungssprünge werden mit hohem Niveau kleiner. Ich beendete das Jahr 2025 als Nummer 5 in Europa und möchte heuer ins Finale bei den Europameisterschafen kommen und den österreichischen Rekord verbessern."
Christoph Ranz ist für das Neuroathletik-Training in der Trainingsgruppe um Enzo zuständig: "Die Übungen sind nicht immer lustig, aber die Athleten sehen den langfristigen Erfolg und machen mit."
Beate Hochleitner betreut Enzo seit seinen Anfängen als Trainerin: "Enzo begann in meiner Kindergruppe mit 6 Jahren, da war die Teilnahme an den Kinder-Zehnkämpfen das erste große Ziele. Enzo stach durch Ehrgeiz und Lernfähigkeit heraus. In den knapp 15 Jahre der gemeinsamen Arbeit gab es viele schöne Momente und Erinnerungen."
Endiorass Kingley von der TGW Zehnkampf-Union wurde knapp hinter Enzo Zweiter bei der Wahl. Auch er hatte 2025 das bisher erfolgreichste Jahr seiner Karriere mit einem österreichischen Rekord im Dreisprung , Platz 9 bei den Weltmeisterschaften und Platz 6 im Diamond-League-Finale. Endeckt wurde er von seinem Trainer Roland Werthner als Jugendlicher im Straßengewand, wie dieser erzählte.
"Vor der Qualifikation bei den Weltmeisterschaften in Tokyo war ich sehr nervös und zog im Callroom meine Spikes verkehrt herum an. Nach dem ersten Sprung fiel der Druck bei mir aber ab und der Spaß dabei zu sein kam zurück. Was folgte war surreal, und ich konnte viel Erfahrung sammeln. Für 2026 ist mein Ziel die Qualifikation für das Finale der Europameisterschaften in Birmingham und der erste 17-Meter-Sprung. Das Training dafür läuft bis jetzt gut."

Theresia Emma Mohr und Alexander Heinz Nachwuchs Athlet:Innen des Jahres 2025
Erstmals wurde mit Theresia Emma Mohr (TS Egg) eine Geherin ÖLV-Nachwuchsathletin des Jahres. Die Siebente der U20-Europameisterschaften konnte heuer in der Halle bereits den Rekord über 3000 Meter Gehen von Viera Toporek aus dem Jahr 1993 verbessern. "Die Platzierung bei den U20-Europmeisterschaften über 10.000 Meter Gehen hat mich selbst überrascht. Ich bin mit einer Bestzeit von 48 Minuten angereist, mit der Steigerung auf eine 45er-Zeit habe ich nicht gerechnet. Mein Ziel für heuer ist die Qualifikation für die Europameisterschaften in Birmingham im Halbmarathon. Das direkte Limit von 1:36:20 Std ist allerdings schwer erreichbar, vielleicht gelingt mit die Qualifikation über das World Ranking, wenn ich im Mai eine Zeit von knapp unter 1:38 gehe."
Alexander Heinz (TGW Zehnkampf-Union) führte die Zehnkampf-Tradition seines Vereins fort. Leon Okafor (2018) und Matthias Lasch (2021) wurden bereits vor ihm Nachwuchs-Athleten des Jahres.
Der Zwölfte der U20-Europameisterschaften im Interview: "Durch das Training mit Georg Werthner wurde meine Schwäche in den Laufbewerben zu meiner Stärke. Mein Ziel für 2027 ist die Qualifikation für die U23-EM. In den Sprints und Würfen muss ich mich noch verbessern." Sein Trainer Georg Werthner gab einen Einblick in die langjährige Entwicklung seines Athleten: "Alexander begann bereits mit 3 Jahren durch seine Brüder in einer Kindergruppe in Gmunden mit dem Training, mit 5 Jahren absolvierte er seinen ersten Kinder-Zehnkampf. Technisch war er schon immer gut, körperlich entwickelte er sich aber langsam. Von Platz 24 bei seiner ersten österreichischen U14-Meisterschaften 2018 bis zum Staatsmeistertitel im Hallen-Siebenkampf heuer mit 19 Jahren hat er sich schon gut weiterentwickelt."

Sabine Hofer und Gottfried Gassenbauer Masters-Athlet:innen des Jahres 2025
Sabine Hofer (LAC Salzburg) konnte ihren Titel als Masters-Athletin des Jahres aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigen. Die 39-fache Medaillengewinnerin bei internationalen Mastersmeisterschaften sagte auf die Frage, was für sie das reizvolle am Masterssport ist: "Die Community und tolle Gemeinschaft stehen an erster Stelle. Aber auch die immer wieder reizvollen Locations bei internationalen Meisterschaften und die persönlichen Erfolge motivieren. Früher war der Marathon meine Distanz, aber wegen der körperlichen Belastung musste ich auf kürzere Distanzen ausweichen. Mittlwerweile gefallen mir auch die Bahn- und Hallenwettkämpfe."
Gottfried Gassenbauer (HSV-Wien/Leichtathletik) wurde bereits zum 7. Mal in seiner Karriere Master-Athet des Jahres und konnte in seiner Karriere bereits 40 Medaillen bei internationalen Mastersmeisterschaften im Hammer- und Gewichtswurf sammeln, davon 26 goldene. Erst kürzlich musste er sich ein Knieimplantat einsetzen lassen, absolvierte aber bereits wieder einen Wettkampf und plant einen Start Ende März bei der Masters-EM in Torun (POL). Er blickte im Interview auf seine lange Karriere als Hammerwerfer zurück: "1972 brachte mich mein damaliger Geschichts- und Turnlehrer Gerd Nöster zum ULC Wildschek. Walter Edletitsch wurde mein Trainer und machte einen Hammerwerfer aus mir, für die anderen Wurfbewerbe brachte ich nicht die körperlichen Voraussetzungen mit. Jetzt gehe ich bereits in meine 54. Saison. Letztes Jahr konnte ich im Februar in Texas den österreichischen M65-Rekord auf 55,26 Meter verbessern. Das war eine besondere Weite, denn 1975 konnte ich mit der exakt gleichen Leistung meinen ersten österreichischen U18-Rekord werfen. Es sind im Sport nicht nur die Internationale Erfolge, sondern auch die persönlichen Ziele wichtig." Der Teamleiter des jährlich ausgetragenen Masters-Länderkampf bedankte sich beim ÖLV für die Unterstützung und Wertschätzung des Masterssport, was nicht selbstverständlich ist, wie er von anderen Nationen weiß.

TGW Zehnkampf-Union ÖLV-Cupsieger 2025
Mit einem großen Vorsprung von 2.040 Punkten gewann die TGW Zehnkampf-Union den ÖLV-Cup im Jahr 2025. Es ist bereits der 13. Erfolg des Vereins in der Cupwertung und seit 2014 ohne Unterbrechung. Roland Werthner ist Obmann des Vereins: "Im Jahr 2000 wurde ich Obmann des Vereins, das Jahr 2001 beendeten wir mit keinem einzigen Punkt im ÖLV-Cup. Auf die Entwicklung über die Jahrzehnte bin ich stolz. Mit unserer Nachwuchsarbeit haben wir auch für die kommenden 15 Jahre den Grundstein gelegt, weiterhin erfolgreich zu sein. Als Präsident des OÖLV ist mir natürlich die gesamte Leichtathletik in Oberösterreich ein Anliegen." Georg Werthner ist Trainer und Statistiker des Vereins, er erwähnte dass die TGW Zehnkampf-Union seit 2001 rund 600 österreichische Titel im Nachwuchs und der allgemeine Klasse gewinnen konnte. Ihr Ziel ist es, auch in den nächsten Jahren Athlet:Innen über den Nachwuchsbereich an die internationale Spitze zu bringen.

Peter Herzog wurde verabschiedet
Der Marathonläufer der Union Salzburg wurde offiziell als Leistungssportler verabschiedet und für seine Karriere geehrt. im Jahr 2020 konnte er mit 2:10:06 Std. einen ÖLV-Rekord aufstellen, und 2018 bei den Europameisterschaften in der Teamwertung die Bronzemedaille gewinnen. 2021 war er bei den Olympischen Spielen am Start. Erst mit 29 Jahren kam er zur Leichtathletik, hatte davor aber bereits eine lange sportliche Laufbahn.
"Ich startete zunächst beim Bike Trial und war mit meinem Vater bei Weltcups und Weltmeisterschaften, dann wechselte ich zum Triathlon. Geschwommen bin ich aber wie eine Werkzeugkiste und kam dadurch immer mit großem Rückstand zur Radstrecke. Im Laufen war ich am Stärksten und wechselte deshalb dann gleich zum Langstreckenlauf auf die Straße. Peter Bründl führte mich zu den ersten Erfolgen, dann entwickelte ich mich unter Johannes Langer weiter.
Leider dauerte meine Karriere nicht so lange wie erhofft, mein Laufstil war nicht ideal. Dadurch war die Belastung auf meinen Körper zu hoch, was langfristig nicht gut ging. 2024 lief ich ohne intensivem Training nochmals zwei gute Rennen und war dann für 2025 wieder motiviert. Ich wurde dann aber immer öfter krank und verletzte mich, was zermürbend ist, daher beendete ich meine Karriere. Heuer schließe ich mein Studium der Sportwissenschaften ab und plane dann, zurück nach Hochfilzen als Trainer zum Bunderheer zu gehen. Dort war ich in meiner Zeit als Heeressportler als Exot bei den Biathleten stationiert. Ich möchte mich bei allen meinen Wegbegleitern und Unterstützern bedanken und freue mich über die Ehrung."

Die Siegerinnen in der Damenkategorie der Allgemeinen Klasse waren leider allesamt verhindert. Siegerin Victoria Hudson und die Zweitplatzierte Julia Mayer sagten kurzfristig ab, die Drittplatzierte Caroline Bredlinger war am Freitag bei der Hallen-WM im 800-m-Vorlauf im Einsatz. Raphael Pallitsch, der Dritte der Männerwertung, sendete eine Video-Grußbotschaft aus dem Trainingslager.
Alle Fotos der Veranstaltung gibt es in unserem Flickr Album.



