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IAU 50 km-EM Sotillo de la Adrada - Aller guten Dinge sind drei

Andreas Bauernfeind, Bruno Schumi Mathias Aumayr

Hinterher lässt es sich ja schreiben: ein Mann hatte noch eine Rechnung offen: Bruno Schumi vom Verein Kelag Energy erlebte nämlich bei der 50 km-WM in Brasov 2019 eine Art Heldenmoment seiner Karriere, einen, auf den Sportlerinnen und Sportler gerne verzichten würden: Auf dem Weg zum dritten Rang in der österreichischen 50 km-Bestenliste traf ihn zehn Kilometer vor Schluss der Mann mit dem Hammer. Und er traf ihn voll. Aber. Und. Bruno Schumi quälte sich damals diese zehn Kilometer weiter, dass es eine Qual, dass es aber auch eine Freude war zuzusehen. Ganz großer Sportsgeist, der es überhaupt erst möglich machte, dass Österreich in der Teamwertung der Männer damals aufschien. Als er nach dem Rennen wieder stehen konnte, versprach er, das nochmals ordentlich zu versuchen.

Bruno hat Wort gehalten. Bei den dritten internationalen Meisterschaften in diesem Jahr gab es den dritten österreichischen Rekord: 3.09.32 Stunden lautet seine neue österreichische Bestleistung bei den Männern, zwei Minuten und 42 Sekunden schneller als die bisherige Marke von Markus Marouschek damals in Brasov. Lag Brunos Schnitt bei Halbzeit des Rennens noch bei 3.48 min/km, waren es im Ziel 3.47. Ein negativer Split. Chapeau! Rang 24 ist ein solides Ergebnis, auf das sich aufbauen lässt.

Matthias Aumayr vom Verein Tri Power Wimberger Freistadt hat mit 3.11.57 die bisherige österreichische Bestleistung um 17 Sekunden ebenfalls unterboten. Mit 3.46 min/km zur Halbzeit etwas schneller als Bruno gestartet, bewies er auf der zweiten Hälfte erfreuliche Standfestigkeit, 3.50 min/km im Ziel, Rang 26 und mehr als nur ein Hinweis, dass hier ein Team im Entstehen ist.

Dieses hat Andreas Bauernfeind vom KUS ÖBV Pro Team mit 3.24.24 Stunden komplettiert. Nach all dem Verletzungspech in der Vorbereitung ist das ein versöhnliches Ende seines EM-Debüts. 39. Rang bei den Männern, 43. gesamt, sicherte er damit Rang 7 in der Teamwertung mit einer Zeit von 9.45.52 Stunden. Das ist um mehr als eine Viertelstunde schneller ist als die Teamleistung in Brasov und somit eindeutig ein Aufwärtstrend.

Christian Almer vom OMNi-BiOTiC POWERTEAM zeigte Charakter und hielt nach gutem Beginn bis zum Ende hin, obwohl es erkennbar nicht mehr lustig für ihn war: 3.47.31. Andreas Stöckl vom SC Leogang bewies zu Beginn, dass seine Nominierung gerechtfertigt war, bekam aber leider früh stechende Bauchschmerzen, die ihn zum Aufhören zwangen.

Womit wir direkt bei den Zukunftsherausforderungen übergehen: auch Sotillo de la Adrada hat gezeigt, dass bei den Männern nach Obenhin bzw vorne beträchtliche Luft ist: zwar hat einer beeindruckend starken Phalanx von britischen Läufern im Einzelbewerb etwas die Endschnelligkeit gefehlt, weshalb der Spanier Houssame Eddine Benabbou Azizi mit einer Zeit von 2.49.20 Stunden (ein Negativsplit von 3.27 min/km bei der Hälfte auf 3.23 min/km im Ziel) Europameister vor seinem Landsmann Alberto Puyuelo Pardo mit 2.52.39 und dem Briten Andrew Davies in 2.53.09 wurde und sich auf den siebenten Rang der europäischen Bestenliste setzte. Im Team der Herren siegte allerdings Großbritannien mit 8.41.09 Stunden vor Spanien mit 8.42.34 und Deutschland mit 8.58.41. Das sind derzeit noch Welten, die den heimischen Ultralaufsport - noch - von der Europaspitze trennen.

Bei den Frauen ist die Situation aus österreichischer Sicht aktuell zwar trister, aber auch nicht: in Abwesenheit von heimischen Läuferinnen wurde die Irin Cairtiona Jennings in 3.19.42 Stunden erste Europameisterin vor der Britin Alison Lavender in 3.21.26 und Dominika Stelmach aus Polen mit 3.21.50. Teameuropameisterinnen wurden die Britinnen mit 10.09.52 vor Spanien in 10.42.14 und den Kroatinnen in 10.57.41.

Bedenkt man, dass das österreichische Frauennationalteam in Brasov 10.19.58 erreichte und der nationale Rekord bei den Frauen seit damals bei 3.20.42 steht, sieht man, dass die europäische Spitze, der sich diesmal keine Frau gestellt hat, durchaus in Reichweite ist.

Was neben dem Rekordlauf und darüber hinaus aus österreichischer Sicht bleibt, ist eine erfreuliche Teamperspektive im Ultralaufsport der Männer und eine Herausforderung für die Teamverantwortlichen im Ultralaufsport der Frauen.

Text: Dr. Georg Mayer

10/10/22 08:21, Text: Bernhard Rauch

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