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Jubiläum mit gemischten Gefühlen für Vojta – Premiere für Bendl-Tschiedel

© Oberbank Linz Donau Marathon

Andreas Vojta (team2012.at) hat sich beim Linz Marathon seinen 50. österreichischen Meistertitel in der Allgemeinen Klasse geholt, es ist der 49. Einzeltitel. Vom Traum der Olympia-Qualifikation musste sich der 34-Jährige bei zu dieser Jahreszeit unüblich hohen Temperaturen in der oberösterreichischen Landeshauptstadt aber früh verabschieden. Er brachte das Rennen in einem angepassten Tempo in einer Zeit von 2:19:15 Stunden zu Ende. Bei den Frauen freute sich die routinierte Carola Bendl-Tschiedel (LG Wien) in einer Zeit von 2:52:23 Stunden über ihren ersten Staatsmeistertitel überhaupt.

Andreas Vojta hat seinen 2023 beim Vienna City Marathon errungenen Staatsmeistertitel im Marathon heute im Rahmen des Oberbank Linz Donau Marathon erfolgreich verteidigt. Mit einer Endzeit von 2:19:15 Stunden blieb er aber deutlich über seinen Leistungszielen und musste sich damit auch vom Traum der Olympia-Qualifikation verabschieden. „Ich habe wie angekündigt das Risiko in der Tempowahl genommen, alles andere hätte für die letzte Hoffnung Paris keinen Sinn gemacht. Bis Kilometer 15 war ich auf Kurs, hab aber gemerkt, dass ich vom Kreislauf her bereits am Limit bin. Und das ist beim Marathon einfach viel zu früh. Ich habe dann mein Tempo zurückgenommen, um die Restdistanz gut durchlaufen zu können“, kommentierte der Gerasdorfer sein Rennen wenige Minuten nach der Zielankunft. Er wolle keinesfalls nach Ausreden suchen und auch nicht behaupten, dass es bei anderen Bedingungen gänzlich anders gelaufen wäre. „Aber es war heute einfach zu heiß, um in den Bestleistungsbereich laufen zu können. Die Sonne hat gnadenlos heruntergebrannt, ab Kilometer 25 war es nur noch ein Überlebenskampf“, so Vojta.

Meilenstein als Trostpflaster

Die unüblich hohen Temperaturen Anfang April, die suboptimal für Höchstleistungen in einer Ausdauerdisziplin sind, bescherten dem Olympia-Teilnehmer von 2012, damals noch im 1.500m-Lauf, ein ungünstiges Timing. „Ich bin realistisch genug, zu wissen, dass ich nicht viele Möglichkeiten gehabt hätte, auf den Zug nach Paris 2024 aufzuspringen. Heute war es nicht möglich. Vor dem Start war ich noch ein optimistischer Realist, aber auf der Strecke ist die Realität hart und zeigt wie brutal und brutal anders der Marathon im Vergleich zu andern Laufdisziplinen ist“, analysierte er.

Ans Aussteigen dachte er bei seinem dritten Marathon nicht: „Das wäre unfair gegenüber dem Veranstalter gewesen, der mir eine super Gruppe organisiert hat. Außerdem ging es ja auch um den Staatsmeistertitel.“ Dass er mit dem 50. österreichischen Meistertitel in der allgemeinen Klasse eine besondere Zahl erreichte – so viele Titel inklusive Mannschaftstitel hat bislang nur ein anderer männlicher, österreichischer Leichtathlet, mache ihn stolz, in der ersten Emotion bezeichnete er ihn als „Meilenstein im Sinne eines Trostpreises für mich heute.“ Weitere sollen in Zukunft noch folgen, auch im Marathon. „Für mich liegt der Reiz darin, im Marathon weiterzumachen, dass ich weiß, dass ich mein Potenzial noch nicht auf die Straße gebracht habe.“ Den nächsten Versuch werde er freilich erst nach den Spielen von Paris starten.

Lemp mit persönlicher Bestleistung zu Silber

Die Silbermedaille bei den Staatsmeisterschaften ging an den Oberösterreicher Markus Lemp (LC Sicking), der eine Zeit von 2:28:01 Stunden erzielte. Der Lokalmatador blieb um gut eineinhalb Minuten unter seiner persönlichen Bestleistung, die er 2022 bei den Staatsmeisterschaften in Salzburg erzielt hat. Dritter wurde Georg Schrank (runninGraz) in einer Zeit von 2:30:12 Stunden. Vor zwei Jahren in der Mozartstadt gewann der Steirer ebenfalls Bronze, damals knapp vor Lemp.

Im Verlauf der zweiten Rennhälfte fiel Dominik Stadlmann (KUS ÖBV Pro Team) aus den Medaillenrängen. Der Debütant musste den Bedingungen Tribut zollen und erreichte den sechsten Platz bei den Staatsmeisterschaften in einer Zeit von 2:38:09 Stunden.

Premiere für Bendl-Tschiedel

Im Alter von 47 Jahren durfte Carola Bendl-Tschiedel heute ihren allerersten Staatsmeistertitel bejubeln. Die erfahrene Marathonläuferin, die bereits drei Bronzemedaillen in dieser Disziplin gewonnen hat, lief trotz der steigenden Temperaturen ein konstantes Tempo durch und erreichte die Ziellinie am Hauptplatz nach 2:52:23 Stunden Laufzeit. „Es ist ein absolut besonderer Tag für mich. Es war kein leichter Marathon aufgrund der Hitze, ich habe mich alle fünf Kilometer von Labestation zu Labestation gerettet, um mich abzukühlen. Ich habe aber gemerkt, dass sich meine Beine gut anfühlen und ich das Tempo halten konnte. Daher ist zur Qual auch Genuss dazugekommen“, erzählte die 47-jährige Premierenstaatsmeisterin. Den Titelgewinn würde sie wohl erst Stunden nach dem Zieleinlauf richtig realisieren, meinte sie.

Als Gesamt-Fünfte des Linz Marathon hatte Bendl-Tschiedel knapp sechs Minuten Vorsprung auf Karin Rosenberger (Running Team Lannach), die in 2:58:14 Stunden die Silbermedaille gewann. Bronze ging an Beatrix Krainer (LG Wien) in 3:04:45 Stunden.

Frühsommerliches Lauffest

Die für Anfang April unüblich hohen Temperaturen mit bereits 17°C zum Start um 9:30 Uhr auf der Vöest Brücke stiegen während des Marathons rasch über die 20°C-Marke, zudem erlaubte der wolkenlose Himmel über Linz der Sonne eine gnadenlose Einstrahlung auf die Athletinnen und Athleten. Die Marathonsiege gingen an Goitom Kifle aus Eritrea (2:08:15 Stunden) und Rebecah Jeruto aus Kenia (2:33:05 Stunden) in angesichts der Verhältnisse beachtlichen Leistungen.

Mit 1.419 Marathon-Angemeldeten und 17.413 Angemeldeten in allen Bewerben feierte der Oberbank Linz Donau Marathon ein großes Lauffest mit einem kräftigen Anmeldeplus im Vergleich zum letzten Jahr. Die ÖLV-Staatsmeisterschaften erzielten mit 194 Anmeldungen ihr drittgrößtes Meldeergebnis überhaupt.

Top-Leistung von Hinterndorfer im Halbmarathon

Einen heimischen Sieg gab es im Halbmarathon durch Timo Hinterndorfer (DSG Wien). Der 19-Jährige lief fast die komplette erste Marathon-Hälfte mit der Marathon-Spitzengruppe und erreichte die Ziellinie am Hauptplatz in einer Zeit von 1:03:25 Stunden. Damit verbesserte der Wiener seinen eigenen, im Vorjahr an gleicher Stelle aufgestellten ÖLV-U23-Rekord im Halbmarathon um 44 Sekunden. „Ich bin sehr zufrieden, es ist trotz der Hitze und der damit verbundenen, höheren Anstrengung eine deutliche Verbesserung für mich“, freute sich der letztjährige Junioren-EM-Teilnehmer. Die Gelegenheit, mit der afrikanischen Marathonspitze mitzulaufen, war ideal für ihn, weswegen er sich kurzfristig gegen eine Teilnahme beim Berliner Halbmarathon und für einen Start in Linz entschieden hat.

Neben dem Marathon und dem Halbmarathon gingen bei der 22. Auflage des Linz Marathon unter dem diesjährigen Motto „Sinfonie des Laufens“ ein Viertelmarathon, ein Staffelmarathon und die Premiere eines 5km-Laufs über die Bühne. Bereits am Samstag fanden der Junior Marathon auf seinem neuen Veranstaltungsgelände an der Neuen Eisenbahnbrücke und die Premiere des Inklusionslaufs Special Olympics Run statt. Der Linz Donau Marathon wurde erstmals unter Einhaltung der Kriterien des Österreichischen Umweltzeichens organisiert und erhielt im Vorfeld des Events die offizielle Green-Event-Zertifizierung.

Anmerkung: Die in dieser Aussendung angeführten Zeiten sind allesamt Brutto-Zeiten, die nach Regularien des ÖLV und des Leichtathletik-Weltverbandes (World Athletics) für die offiziellen Ergebnisse von Staatsmeisterschaften herbeigezogen werden.

Ergebnisse Linz Marathon 2024

Website des Linz Marathon

Fotos: © Linz Marathon / Gottfried Waibel, Silvia Reitmaier (honorarfreie Fotos auf Anfrage beim Medienteam des Linz Marathon)

07/04/24 14:42, Text: Thomas Kofler


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