Österreichs EM-Teilnehmer:innen stehen fest
In den letzten 72 Stunden gab es so manche Verschiebungen in den "Road to Birmingham"-Listen von European Athletics. Einerseits wurden die Abmeldungen wegen Verletzungen, Karriereende und Nicht-Nominierung eingearbeitet, andererseits kamen jene Teilnehmer:innen, die einen "Universality Place" in Anspruch nehmen. Hat ein Land keine:n Qualifizierte, darf eine Person auch ohne Limit genannt werden. Ein detaillierter Überblick über das rot-weiß-rote EM-Team ist der Hauptmeldung zu entnehmen.
Interessant ist, dass im Dreisprung und im Hochsprung der Männer nicht einmal alle jeweils 30 Startplätze in Anspruch genommen werden.
EM 2026: Diessl und Williams fix im Semifinale
Auch heuer hält European Athletics an der durchaus umstrittenen Regel fest, dass in den Bewerben 100 m bis 400 m sowie den kurzen und langen Hürdenstrecken die Top-12 der "Road to Birmingham" fix im Semifinale antreten dürfen. Enzo Diessl (110 m Hürden, 4. Platz) und Christania Williams (100 m, 11. Platz) haben ihren Platz in den Top-24 ihrer Bewerbe daher bereits sicher. Österreichs 400-m-Hürden-Läuferinnen Anja Dlauhy (13. Platz) und Lena Pressler (14. Platz) verpassten hauchdünn das direkte Semifinalticket wie Isabel Posch (15. Platz) über 100 m.
Österreichs U20-Team gut in Eugene angekommen
Gestern ging's für Österreichs U20-Auswahl via Amsterdam und Portland nach Eugene in Oregon (USA). Nach einer 22-stündigen Reise mit einem Zwischenstopp in Amsterdam trafen sie im Team-Quartier ein. Alle acht Athlet:innen Leonie Zoe Haller (ULC Riverside Mödling), Stefan Gaisbauer, Raphael Briel (beide ULC Linz Oberbank), Marlen Staudacher (LAC Klagenfurt), Max Baxa (Lt Bgld. Eisenstadt), Felix Krifka (SVS-Leichtathletik), Pauline Schedler (TS Egg) sowie Lorenz Wirth (TS Lauterach) sowie die Betreuer Christian Taylor, Karin Mayr-Krifka, Gerhard Gmeiner, Benjamin Rauscher und Michael Leitner kamen sicher an. Pauline Schedlers US-Coach wird erst am 3.8. direkt aus Chicago zum Team stoßen. Direkt heute stehen bereits die ersten lockeren Trainingseinheiten am Programm, um sich allmählich an die neue Zeitzone (neun Stunden Differenz) anzupassen.
Meeting in Andorf am Samstag
Zum bereits zwanzigsten Mal findet am Samstag das Internationale JOSKO Laufmeeting in Andorf statt. Mit dabei sind u.a. Susanne Gogl-Walli (TGW Zehnkampf-Union) sowie U18-EM-Starter Jonas Prammer (ULC Linz). Gogl-Walli und Prammer nehmen jeweils die 300-m-Bestleistungen ins Visier. Bei Gogl-Walli in der Allgemeinen Klasse steht diese bei 36,35 s und bei Prammer in der U18-Klasse bei 34,41 s. Gogl-Walli stellte die Bestleistung selbst 2024 auf, die U18-Bestleistung datiert aus dem Jahr 1997 (Ralf Hegny). Diskuswurf-Ass Lukas Weißhaidinger (ÖTB OÖ LA) musste einen Start leider kurzfristig absagen, da er an einer leichten Rückenverletzung laboriere, wie mittels ÖOC-Presseaussendung gestern bekanntgegeben wurde. Er wird aber am Samstag-Nachmittag im Andorfer Stadion für eine Autogrammstunde vorbeischauen.
Meeting-Direktor Klaus Angerer freut sich auf ein sportliches Highlight mit einem sehr guten internationalen Starterfeld. Bereits ab 12 Uhr finden für alle Jahrgänge ab 2023 und jünger Kinderläufe statt. Anmeldungen können per Mail an kinderlauf@igla.at erfolgen.
IFAM Outdoor mit zahlreichen heimischen Läufer:innen
Am Samstag findet im belgischen Oordegem das IFAM Outdoor - ein WACT-Bronze-Meeting - statt, mit dabei zahlreiche heimische Läufer:innen. So finden sich zum Beispiel Kevin Kamenschak, Timo Hinterndorfer (beide 5000 m), Lena Millonig, Katharina Pesendorfer, Damjan Eror (jeweils 3000 m Hindernis), Lotte Seiler, Fabio Fister (beide 1500 m) und Anton Seiler (800 m) auf der Teilnehmer:innen-Liste. Sebastian Frey hat sein Antreten über 5000 m zurückgezogen.
EM 2026: Prominente Absagen im belgischen Team
Nafissatou Thiam, die dreifache Siebenkampf-Europameisterin aus Belgien, muss wegen einer Beinbizeps-Verletzung ihren Start in Birmingham absagen, wie sporza.be berichtete. Bei den belgischen Meisterschaften wurde sie zunächst Zweite im Weitsprung mit 6,13 m. Über 100 Meter Hürden lief sie im Vorlauf 13,83 s (-1.2), im Finale gab sie dann nach der Hälfte des Rennens auf. Im September will sie heuer noch einen Siebenkampf bestreiten.
Michael Obasuyi, mit 13,10 s der jahresbeste Europäer über 110 Meter Hürden, zog sich beim Aufwärmen zu den belgischen Meisterschaften einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu. Er fehlt damit ebenfalls in Birmingham.
Commonwealth Games
Die Commonwealth Games finden alle vier Jahre statt, teilnehmen können mehr als 70 Nationalteams, die ehemals dem "British Empire" angehörten bzw. heute noch angehören. Interessant ist dabei, dass England, Schottland, Nordirland und Wales als separate Teams starten. Am Montag begannen die Leichtathletikbewerbe im schottischen Glasgow. Im Vorfeld waren sie vorrangig wegen Absagen zahlreicher britischer Top-Athlet:innen in den Schlagzeilen. Die Zeitpunkt des Wettkampfes ist sicher nicht ideal, da in Kürze die EM in Birmingham stattfinden wird.
Die Bewerbe waren von Regen und kühlen Temperaturen beeinträchtigt. Trotzdem gab es schnelle 100-Meter-Sprints. Emmanuel Eseme (Cameron) gewann bei den Männern in 9,83 s (+1.3) vor dem Australier Lachlan Kennedy der einen neuen Ozeanien Rekord von 9,85 s erzielte. Bei den Frauen erzielte die Neuseeländerin Zoe Hobbs einen Ozeanian Rekord von 10,93 s (+1.0). Sie gewann vor Amy Hunt (GBR) 10,98 s und Torrie Lewis (AUS) 10,99 s. Die Hammerwurf-Goldmedaillen gingen durch Ethan Katzberg (80,97 m) und Camryn Rogers (74,38 m) an Kanada. Demario Prince (JAM) gewann die 110 Meter Hürden in 13,17 s (+0.4).
Der Engländer Samuel Bennett wurde mit persönlicher Bestleistung von 13,30 s Zweiter und der 34-jährige Milan Trajkovic (CYP) mit 13,32 s Dritter. Faith Cherotich (KEN) gewann die 3000 Meter Hindernis mit 9:01,76 min. Kate O´Connor (IRL) schaffte mit 6.569 Punkten den zweitbesten Siebenkampf ihrer Karriere (13,54 1,82 12,85 24,14 6,37 52,85 2:10,45).
- Die nächste Ausgabe der "Latest News" erscheint am Montag, 3. August 2026.
- Redaktionsteam: Helmut Baudis, Michael Gstöttner, Bernhard Rauch und Robert Katzenbeißer.



