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ÖLV-Asse mit großer Vorfreude bei EM-Pressekonferenz

Raphael Pallitsch und Tobias Rattinger bei der ÖLV-Pressekonferenz (C) GEPA-Pictures - Fotos nicht honorarfrei weiterverwendbar

Die heutigen EM-Pressekonferenz des ÖLV fand im BSFZ Südstadt statt und wurde auf ORF Sport + live übertragen. Bei diesem Medientermin kamen die Athlet:innen Caroline Bredlinger, Anja Dlauhy, Lena Pressler, Endiorass Kingley, Will Dibo, Raphael Pallitsch, Tobias Rattinger, Andreas Vojta sowie die Trainer:innen Uschi Bredlinger, Victoria Schreibeis, Roland Werthner, Alexander Matejka und ÖLV-Generalsekretär Helmut Baudis zu Wort. 

Die Interviews führte ORF-Journalist Dietmar Wolff, der gemeinsam mit seinem Kollegen Thomas König die Leichtathletik-Bewerbe bei den ORF-Übertragungen in ORF 1 und ORF Sport + in der kommenden Woche wieder fachkundig begleiten wird. Die gesamte Pressekonferenz ist auf StreamsterTV on demand nachzusehen. Nach der Einleitung durch ÖLV-Generalsekretär Helmut Baudis standen die heimischen Sportler:innen im Mittelpunkt. 

Caroline Bredlinger - Semifinale als großes Ziel bei EM-Debüt

"Die Vorfreude ist groß", beschreibt 800-m-Läuferin Caroline Bredlinger ihre Gefühlslage wenige Tage vor der EM in Birmingham und spiegelt dabei die Stimmungslage bei allen heimischen EM-Teilnehmer:innen wider. Sie selbst hat sich den Einzug ins Semifinale bei ihrer ersten Freiluft-EM-Teilnahme als Ziel gesetzt. Nach einem guten Saisoneinstieg mit zwei 1:59er-Zeiten "habe ich gewusst, da sollte mehr drinnen sein", erzählt sie im Gespräch mit Dietmar Wolff. Aus unterschiedlichen Gründen (Wind, Hitze, Kälte etc.) kamen dann aber keine schnelleren Rennen mehr zustande. "Sie ist in einer sehr guten Form", berichtet ihre Mutter und Trainerin Uschi Bredlinger und fügt hinzu: "Und auch in der Form, dass sie an ihre Bestzeit heranlaufen kann. Wir wissen aber, über 800 m ist das sehr oft vom Rennverlauf allgemein abhängig."

Marathonläufer Andreas Vojta: "Es geht um Platzierungen, die Zeit wird völlig egal sein"

"Der Marathon wird sehr speziell werden, weil einfach die Strecke und die Rahmenbedingungen anders sind", erwartet Andreas Vojta bei seiner achten Freiluft-EM-Teilnahme ein herausforderndes Rennen auf einem 5-km-Rundkurs, der achtmal zu bewältigen ist, mit insgesamt 700 Höhenmetern. "Es wird konstant rauf und runter gehen", berichtet Vojta über die wellige und kurvige Strecke, die es erschweren wird, einen Rhtyhmus zu finden. Die Männer starten auch zeitversetzt zu den Frauen, nämlich 40 min später, und werden sich im Verlauf des Rennens mit dem Frauenfeld komplett durchmischen, was zusätzlich herausfordernd werden könnte. "Das alles macht's auch spannend. Dann kann es sowohl nach vorne als auch nach hinten Überraschungen geben", kommentiert der 37-Jährige die Ausgangslage. 

EM-Prognose: "16,85 m. Mehr oder weniger", fragte Dietmar Wolff. "Mehr", antwortete Endi Kingley postwendend

"Es ist alles möglich, Finale ist sicher drin. Die Trainings in den letzten paar Tagen und Wochen waren super", sagte Österreichs Dreisprung-Rekordhalter Endiorass Kingley heute in der Südstadt und fügt hinzu: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass da viel gehen wird. Ich kann nur sagen, seid's gespannt." Sein Trainer Roland Werthner berichtete heute über die "Optiminierungsmaßnahmen" mit einer neuen Schuh-Einlage sowie die präventive Arbeit der letzten Monate, die eine gute Basis für die nächsten Jahre bilden soll. Dies war auch deswegen möglich, weil Kingley bereits die EM-Direktnorm im Vorjahr gesprungen ist und somit von jeglichem Qualifikationsdruck befreit war. "Die Zielsetzung war ganz klar. Europameisterschaft in Hochform. Das haben wir letztes Jahr geschafft und das wird dieses Mal auch so sein", gibt sich Roland Werthner uneingeschränkt optimistisch. 

Anja Dlauhy: "Viel schöner kann die Saison eigentlich gar nicht verlaufen"

"Es ist natürlich unglaublich, wie ich mich vom letzten Jahr auf heuer steigern konnte. Ich bin mittlerweile schon drei Sekunden schneller gelaufen. Das ist natürlich ein Wahnsinn", sagt 400-m-Hürdenläuferin Anja Dlauhy über ihre sensationelle Entwicklung in den letzten Monaten, die sich zu neuen österreichischen Rekorden und mit dem Direkt-Limit zur ersten EM-Teilnahme in der Allgemeinen Klasse führte. Ihre Trainerin Victoria Schreibeis, selbst über 100 m Hürden auch zweimalige EM-Teilnehmerin, berichtete von einem tollen Saisoneinstieg, der klarmachte das der österreichische Rekord möglich ist, aber die weitere große Steigerung sah auch sie nicht voraus. Für die EM hat sich die 23-jährige Dlauhy eine neuerliche Zeit unter 55 Sekunden vorgenommen, denn damit "sollte das Semifinale auf jedenfalls möglich sein", wie sie hinzufügt. 

Lena Pressler: "Ich fühle mich mehr als bereit für die EM"

Einige Jahre war Lena Pressler über 400 m Hürden quali eine Alleinunterhalterin in Österreich. Mit der rasanten Entwicklung von Dlauhy gibt es nun ein Top-Duo, dass sich gegenseitig pusht, was auch Lena Pressler so sieht und konkret auch die Top-Zeiten der Beiden bei den Staatsmeisterschaften anspricht: "Wir wären das beide ohne einander nicht gelaufen." Die vom Schweizer Flavio Zberg betreute Pressler möchte den Aufstieg ins Semifinale schaffen und "nochmals so eine starke Zeit laufen, weil die anderen kann man eh nicht beeinflussen."

Will Dibo: "Das Wichtigste für mich ist, dass ich zu den Besten gehöre"

"Ich fühle mich sehr gut auf die EM vorbereitet. Seit August 2025 habe ich mich speziell auf das Diskuswerfen fokussiert", berichtet Will Dibo, der in den USA studiert und sich mit mehreren 60-m-Wettkämpfen in Oklahoma ein EM-Ticket über die "Road to Birmingham" sicherte. Der 24-jährige Wiener wird von Ex-Diskuswurfrekordler Gerhard Mayer betreut, heute bei der Pressekonferenz in Wien, begleitete ihn aber sein Entdecker und Förderer Alexander Matejka, der Dibo noch immer fast in väterlicher Manier unterstützt. Mit einigen Anekdoten aus Dibos sportlichem Werdegang, der ihn vom "Reservebankerl" beim Fußballverein zur Leichtathletik brachte, sorgte er für einige Lacher. 

Raphael Pallitsch: "Je taktischer es wird, desto besser sind meine Chancen"

Eines der dichtesten Felder überhaupt gibt es bei der EM in Birmingham über 1500 m der Männer. Nahezu alle Läufer haben sich mit dem Direktlimit qualifiziert, so auch Österreichs Vertreter Raphael Pallitsch. Sein Ziel seit der letzten EM vor zwei Jahren war es, die persönliche Bestleistung zu verbessern und die "insgesamte Qualität" zu steigern, um sich in eine Position zu bringen "auf mehr Rennverläufe reagieren zu können". Das gelang dem 36-Jährigen letztes Jahr sehr gut, heuer war das Jahr "sehr schwierig, von Ausfällen geprägt", wie er sagt: "Daher habe ich an der absoluten Form nicht mehr weiterarbeiten können." Der Fokus im Training wurde daher anders gewählt, um "einen Zugriff zu haben und in einem taktischen Rennen, die Anderen übersprinten zu können", erläutert Pallitsch. 

Tobias Rattinger: " Ich werde versuchen, einem Finalplatz so nah wie möglich zu kommen"

Österreichs bester 3000-m-Hinderläufer wird in Birmingham zum zweiten Mal bei einer Freiluft-EM an der Startlinie stehen und erwartet einen engen Rennverlauf, bei dem es auf den letzten 400-600 m um den Aufstieg in den Endlauf gehen wird. "Ich bin im hinteren Mittelfeld angesiedelt und möchte mich nach vorne verbessern", beschreibt Tobias Rattinger seine Zielvorstellungen für die EM sehr konkret. Die Erwartungen an ihn sind eher gering, daber genau diese Ausgangssituation möchte er nützen, um zu überraschen. 

Fotos (C) GEPA-Pictures - Fotos nicht honorarfrei weiterverwendbar

07/08/26 17:02, Text: Helmut Baudis

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