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ÖLV-Pressekonferenz zur Straßenlauf-WM in Kopenhagen

Julia Mayer im Gespräch mit Moderator Bernhard Schmid (c) Matthias Strohmayer

Am kommenden Wochenende werden die World Athletics Road Running Championships in der dänischen Hauptstadt ausgetragen. Österreich wird durch Julia Mayer, Timo Hinterndorfer, Aaron Gruen (alle Halbmarathon) und Lisa Redlinger (5 km) vertreten werden. Bei der heutigen Pressekonferenz in die VILA VITA Pannonia in Pamhagen war aber nicht nur die WM ein Thema, sondern auch das neue "Julia Mayer Performance Center" (JMPC). 

Österreichs EM-Zehnte von Birmingham, Julia Mayer (DSG Wien), blickt sehr zufrieden auf die EM in Birmingham vor vier Wochen zurück: "Es war mein bestes Rennen bisher, die beste Leistung, die ich je erbracht habe. Es war aber auch viel Druck, weil ich zu meinem Trainer gesagt habe, dass ich eine Medaille holen möchte." Am Ende fehlten der 33-Jährigen als tolle Zehnte nur 50 Sekunden auf einen Podestplatz. Nun wartet eine neue Herausforderung in Kopenhagen, nicht auf ihrer "Paradestrecke", wie sie selbst sagt. 

Julia Mayer: "Einfach ein richtig gutes Rennen machen"

Dennoch ist Mayers Vorfreude auf den WM-Start schon groß: "Eine Startliste von mehr als 140 Frauen, wo mehr als 40 Frauen eine Bestzeit von unter 1:12 Stunden aufweisen. Das reizt mich extrem, denn ich bin noch nie in einem so starken Halbmarathon-Feld mitgelaufen. Ich möchte einfach das Feeling haben, dass ich da dazugehöre und hoffentlich mitgezogen werden von den Allerbesten". Angesprochen auf das konkrete Ziel und die Renntaktik sagt sie: "Ich werde mutig laufen, ich werde aber auch gleichzeitig mein eigenes Rennen laufen. Das Ziel ist 1:10:59 Stunden, mal sehen, ob es sich ausgeht. Das wäre ein neuer österreichischer Rekord, denn der steht seit 2024 bei 1:11:09 Stunden (Julia Mayer, Barcelona/ESP). 

Aaron Gruen: "Die letzten Trainingswochen zeigen mir, dass ich auf einem sehr guten Weg bin"

Österreichs Marathon- und Halbmarathon-Rekordhalter Aaron Gruen (ProTeam Vienna) hat eine sehr gute Vorbereitung absolviert. Selbst eine kleine Verletzung Ende Juli, Anfang August konnte ihn nicht stoppen. "Die hat mich zum Glück kaum zurückgeworfen. Ich konnte einigermaßen schnell wieder ins Training einsteigen und seitdem waren meine Einheiten so gut, wie noch nie", berichtet er und fügt hinzu: "Vielleicht hat die kleine Pause auch etwas Gutes gebracht." 

Gruen berichtete mittels Videobotschaft auch, dass er es in der letzten Zeit einigermaßen gut geschafft hat, sein Medizinstudium an der Elite-Universität in Havard und das Laufen "unter einen Hut zu bringen". "Das gibt mir zusätzlich Selbstvertrauen für das Rennen in Kopenhagen", ergänzte er. Seine persönliche Bestleistung im Halbmarathon und somit der rot-weiß-rote Rekord steht seit dem 11. Jänner 2026 bei 1:01:14 Stunden. 

Timo Hinterndorfer: "Ich fühle mich auf der Straße wohler"

"Die WM ist das letzte Highlight des Jahres und auf die freue ich mich jetzt schon ganz besonders", sagt der 22-jährige Wiener, der am Sonntag ebenfalls den Halbmarathon bestreiten wird. Im heurigen Jahr lief der mehrfache österreichische U23-Rekordhalter zahlreiche Bahnrennen im In- und Ausland, was ihm sehr gut getan hat "für seine generelle Entwicklung". Timo Hinterndorfer selbst sieht derzeit den Halbmarathon als seine beste Distanz, seine Bestmarke steht bei 1:02:34 Stunden. 

Hinterndorfer freut sich bei seiner WM-Premiere auf den schnellen Kurs sowie auf das dichte Feld und hofft darauf, "eine gute Gruppe zu haben. Da dies sehr wichtig ist, wenn es in Richtung einer guten Zeit geht". Als Ziel setzt er sich eine neue persönliche Bestleistung, sofern das Wetter passt. 

Christian Taylor sieht "ein großes Versprechen" in Österreichs Läuferinnen und Läufern

Der stv. Leistungssportkoordinator des ÖLV, Christian Taylor, sprach heute erfreut die größer werdende Dichte im Laufsport in Österreich an, wo auch viele junge Läuferinnen und Läufer im heurigen Jahr Rekorde und eine tolle Entwicklung zeigten. "Julia (Mayer) und Andi (Vojta) sind die 'Role Models', die zeigen, was möglich ist", sagt er. Aaron Gruen, Timo Hinterndorfer, Lisa Redlinger und Cordula Lassacher sind für ihn die Vertreter:innen der neuen Generation. 

Separate Lauf-Welt- und -Europameisterschaften

ÖLV-Generalsekretär Helmut Baudis skizzierte kurz die Geschichte der Halbmarathon-Weltmeisterschaften seit 1992 und den Auftakt der Straßenlauf-WM in der jetzigen Form mit den Distanzen Meile, 5 km und Halbmarathon in Riga 2023. Julia Mayer (DSG Wien) war bereits vor drei Jahren mit dabei und belegte damals mit einer Zeit von 1:12:30 Stunden den 32. Platz.

Baudis erklärte auch die Veränderungen im internationalen Wettkampfprogramm, wo der Marathon bei Welt- und Europameisterschaften aus dem großen Stadion-Sommer-Event herausgenommen und als separate Veranstaltung im Frühjahr oder Herbst ausgetragen wird. Birmingham 2026 war der letzte EM-Marathon im Zuge kontinentalen Stadion-Titelkämpfen, die Freiluft-Weltmeisterschaften werden Marathonrennen nur mehr 2027 und 2029 beinhalten. National zieht der ÖLV bei den internationalen Entwicklungen mit, führt nun auch österreichische Rekorde in den Straßenlauf-WM-Distanzen (Meile, 5 km, Halbmarathon) und richtete heuer erstmals österreichische Meisterschaften in der "Road Mile" aus. 

Fotos (C) Matthias Strohmayer - honorarfrei verwendbar bei Angabe des Fotocredits

14/09/26 16:30, Text: Helmut Baudis

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