.

Pressler und Fuchs pulverisieren in St.Pölten ÖLV-Rekorde über 400m Hürden und 100m

© ÖLV / Alfred Nevsimal

Mit dem „15. Sportunion Liese Prokop Memorial“ im "NÖ Sportzentrum" starteten heute die Austrian Top Meetings 2023, Athleten aus 13 Nationen waren in der niederösterreichischen Landeshauptstadt am Start. Die absoluten Highlights des Tages waren die neuen ÖLV-Rekorde durch Lokalmatadorin Lena Pressler über 400m Hürden gleich zu Beginn und von Markus Fuchs über 100m im letzten Bewerb des Tages.

Erneuter Rekordlauf von Lena Pressler, Markus Fuchs nähert sich 10,00s an

Vor fast genau einem Jahr hatte Lokalmatadorin Lena Pressler (Union St.Pölten) den Uralt-Rekord über 400m Hürden auf 56,73s verbessert, und auch heuer konnte sie wieder einen neuen ÖLV-Rekord aufstellen. In einem extrem flüssigen Lauf musste sie nur der Bronzemedaillengewinnerin der Afrika-Spiele 2022 Noura Ennadi (MAR) den Vortritt lassen, die sich in neuer PB von 55,43s den Sieg holte. Doch schon dahinter auf Rang 2 kam die Niederösterreicherin mit 56,15s ins Ziel, womit sie sich und den Rekord um nicht weniger als 58/100s verbesserte. Damit dürfte sich die 22-Jährige auch in eine gute Position um einen Startplatz bei der WM in Budapest bringen und nächste Woche erstmals unter den Top-40 rangieren, die sich dafür qualifizieren.

Lena Pressler: „Mit dem österreichischen Rekord hätte ich heute nicht gerechnet. Ich freue mich aber sehr, vor allem, da es wieder auf meiner Heimanlage vor diesem Publikum passiert ist. Ich bin wie immer etwas verhalten weggelaufen, anders als letzte Woche in Regensburg habe ich aber in der zweiten Kurve mehr Druck gemacht und konnte das Tempo auch gut bis ins Ziel halten. Die WM haben wir noch überhaupt nicht im Fokus, jetzt konzentriere ich mich einmal auf die U23-EM, aber es wäre der Wahnsinn, wenn es dann mit der WM klappen würde.“

(C) ÖLV / Alfred Nevsimal

Über 100m der Männer war es heute soweit, der nunmehr alleinige schnellste Mann Österreichs, Markus Fuchs (Union St.Pölten), hat wie angekündigt auch heuer wieder in St.Pölten schnelle Zeiten auf die Bahn gezaubert. Der Vorlauf gelang ihm mit 10,21s (1,0) schon ausgezeichnet, der Hallen-EM-Finalist blieb nur um 6/100s über seinem eigenen ÖLV-Rekord. Dieser war dann gut eine Stunde später Geschichte, als der 27-Jährige im Finale richtiggehend über die Bahn flog. 10,08s bei gültigen 1,2 m/s Rückenwind standen auf der Anzeigetafel, der Jubel bei Fuchs und im Stadion war entsprechend groß. Damit hat der Niederösterreicher auch schon das EM-Limit für Rom 2024 in der Tasche und auch die Chancen auf eine WM-Teilnahme in Budapest stiegen deutlich. Stark lief auch Eliott Jones (GBR), der als Zweiter mit 10,20s neue PB aufstellte. Auch Noel Waroschitz (IAC) zeigte auf, als Sieger des B-Finales stellte er mit 10,49s (1,2) neuen TLV-U23-Rekord auf und unterbot damit das Limit für die U23-EM.

Markus Fuchs: „Es fühlt sich sensationell an, das ist mein Stadion, das ist meine Bahn. Die Stimmung hier ist fantastisch. Ich habe heute mit allem gerechnet, aber nicht mit so einem Rennen, ich kann es noch gar nicht einordnen, das wird sicher noch ein paar Tage dauern. Ich kann mich an den Lauf gar nicht erinnern, ich war einfach locker drauf und entspannt. Ich habe immer groß geredet, aber meine „Road to 9,99“ kommt langsam in greifbare Nähe. Jetzt gehört der Rekord nur mir alleine, das ist so geil.“

Weißhaidinger, Hudson und Strasser gewinnen ihre Bewerbe

Nach seinem sensationellen 70m-Wurf (ÖR 70,68m) war Lukas Weißhaidinger (ÖTB OÖ LA) wie so oft einer der großen Stars in St.Pölten. Der Olympia-Dritte startete heute mit einem weiten Wurf, der aber knapp außerhalb des Sektors landete, danach kamen erst einmal 63,00m in die Wertung. Es folgten wieder zwei ungültige Versuche, danach eine Steigerung auf 63,61m im fünften Durchgang. Im letzten Versuch gelang dem Oberösterreicher keine Steigerung mehr, der eigene Meetingrekord von 67,76m war also diesmal nicht in Gefahr. Auf Rang 2 platzierte sich Nicholas Percy (GBR), der seine Saisonbestleistung auf 63,57m steigerte. U23-EM-Teilnehmer Will Dibo (SKV Feuerwehr Wien) kam mit 53,76m knapp an seine PB heran.

Lukas Weißhaidinger: „Diskuswerfen ist mir schon einmal leichter gefallen, es war ein bissl ein Kampf heute. Die Zuseher haben mir sicher noch geholfen die paar Zentimeter rauszuholen um heute zu gewinnen. Ich werfe sehr gerne hier in St.Pölten, es ist ein super Publikum.“

(C) ÖLV / Alfred Nevsimal

Olympia- und WM-Teilnehmerin Victoria Hudson (SVS LA) hatte heuer im Speerwurf die 60m-Schallmauer schon mehrfach übertroffen, in St.Pölten blieb sie heute mit einer Siegesweite von 59,18m ganz knapp darunter. Die Niederösterreicherin war aber trotzdem ungefährdet, Lilly Urban (GER) kam als Zweite auf eine Weite von 49,83m.

Victoria Hudson: „Mein Ziel war der Stadionrekord, den habe ich geschafft. Technisch habe ich heute etwas zu viel über das rechte Bein gemacht, bin auch sehr aktiv im Anlauf gewesen. Da meine Stärke aber das linke Stemmbein ist, hat so der Rhythmus nicht mehr ganz gepasst, das zieht sich dann nach oben bis in den Abwurf. Aber ich fühle mich körperlich stark und werde sicher in den nächsten Wochen wieder weiter werfen.“

(C) ÖLV / Alfred Nevsimal

Auch Hochspringer Lionel-Afan Strasser (ATSV OMV Auersthal) konnte heute den Sieg mit nach Hause bringen, er gewann mit übersprungenen 2,13m gegenüber U23-Europameister Jan Stefela (CZE), der 2,09m schaffte.

Auch weitere Österreicher mit sehr guten Leistungen

Magdalena Lindner (Union St. Pölten) trat heute wieder in ihrer Spezialdisziplin, den 100m an. In den Heats kam sie auf 11,61s (0,2), im Finale der besten Sechs schaffte die 23-Jährige dann eine tolle Steigerung auf 11,43s (1,2), der zweitschnellsten Zeit ihrer Karriere, was Platz 4 ergab. Nicht zu schlagen war wie erwartet 4x100m-Staffel-Europameisterin Alexandra Burghardt (GER), die das Finale klar mit 11,24s (1,2) gewann.

Magdalena Lindner: „Mit dem Vorlauf bin ich nicht ganz zufrieden, mit dem Finale umso mehr. Das war aber sicher noch nicht das was ich wirklich drauf habe, trotzdem bin ich extrem happy.“

(C) ÖLV / Alfred Nevsimal

Über 100m-Hürden machte Nica Glojnaric (SLO) heute der Favoritin Stanislava Skvarkova (SVK) einen Strich durch die Rechnung, da sie schon im Vorlauf mit 13,05s (0,0) eine starke neue PB aufstellte und sich im Finale bei ihrem Sieg nochmals auf 12,92s (0,7) steigerte. ÖLV-Athletin Karin Strametz (SU Leibnitz) steigerte ihre SB schon im Vorlauf auf 13,41s (0,1). Im Finale kam die Steirerin als Vierte auf starke 13,30s (0,7), bloieb nur 5/100s über ihrer PB, touchierte dabei aber gleich drei Hürden.

Karin Strametz: „Der Lauf im Finale war sehr unrhythmisch, dafür war die Zeit ganz ok. Es ist aber bei Weitem noch nicht das wo ich hin will und das was ich laufen kann, definitiv aber ein Schritt nach vorne.“

Mehrkampf-Ass Verena Mayr (Union Ebensee) zeigte ebenfalls aufsteigende Form, sie belegte mit 13,75s (0,7) Rang 6 im Finale.

„Ich bin sehr zufrieden mit den Läufen heute. Es passt jetzt immer mehr zusammen, aber ich brauche halt einfach einige Rennen um wieder die Routine und das notwendige Selbstvertrauen zu bekommen.“

(C) ÖLV / Alfred Nevsimal

Über 400m Hürden der Männer drehte Andreas Wolf (ULC Weinland) diesmal den Spieß um und wurde mit neuer PB von 51,12s Dritter und bester Österreicher, sein Trainingskollege Leo Köhldorfer (ULC Linz Oberbank) wurde in 52,42s Vierter. Beide hatten das U23-Limit in dieser Disziplin schon letztes Wochenende erbracht. Der Sieg ging an EM-Teilnehmer Matej Baluch (SVK), der mit 49,99s erstmals unter der 50-Sekunden-Schallmauer blieb.

Über 1500m der Frauen steigerte Hallen-Doppel-Staatsmeisterin Sandra Schauer (Union St.Pölten) ihre PB mit Rang 5 und einer Zeit von 4:29,45min deutlich, in ihrem Sog schaffte Marie Glaser (Leichtathletik Akademie Eisenstadt) mit 4:32,66min neue BLV-Rekorde in den Klassen U23 und U20. Der Sieg ging mit 4:21,85min (PB) an Pavla Stoudkova (CZE). Im Hammerwurf der Männer kam es zum erwarteten spannenden Duell zwischen Patrik Hajek (CZE) und Wang Qi (CHN), welches der Tscheche mit 73,02m zu 71,40m für sich entschied.

Ergebnisse

Fotos (honorarfrei verwendbar bei Nennung ÖLV / Alfred Nevsimal)

Livestream (nach der Veranstaltung jederzeit on demand abrufbar)

TV-Beiträge vom Meeting werden am Sonntag, 11.6. um 11:20 auf ORF 1 in der Sendung Sportbild und am Montag, 12.6. um 20:30 auf ORF Sport+ gesendet.

 Wichtige LA-Termine 2023

National

16. Juni

Austrian Top Meeting Graz (Horst Mandl Memorial) – WACT Challenger

17. Juni

Austrian Top Meeting Wien (Mid Summer Track Night)

8./9. Juli

Staatsmeisterschaften Bregenz

26. Juli

Austrian Top Meeting Eisenstadt (Raiffeisen Austrian Open) – WACT Bronze

29. Juli

Austrian Top Meeting Andorf (Int. Josko Laufmeeting)

16./17. September

Staatsmeisterschaften Mehrkampf Klagenfurt

International

7.-10. Juni

WM Berg- und Traillauf / Innsbruck (AUT)

20.-22. Juni

European Games – Team EM / Chorzow (POL)

13.-16. Juli

U23 EM / Espoo (FIN)

22./23. Juli

Balkan Meisterschaften / Kraljevo (SRB)

25.-29. Juli

EYOF / Maribor (SLO)

1.-6. August

Universiade / Chengdu (CHN)

7.-10. August

U20 EM / Jerusalem (ISR)

19.-27. August

WM / Budapest (HUN)

10. Dezember

EM Crosslauf / Brüssel (BEL)

Foto: © ÖLV / Alfred Nevsimal

09/06/23 12:18, Text: Georg Franschitz

zurück

ÖLV-Cup - Top 5

  Verein

Punkte (Zwischenstand 18.09.2023)

1. TGW Zehnkampf-Union Logo TGW Zehnkampf-Union 6.382
3. ULC Riverside Mödling ULC Riverside Mödling 3.835
2. DSG Wien 3.793
4. UNION St. Pölten 3.456
5. SVS-Leichtathletik 2.904
Gesamt-Ranking