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Staatsmeisterschaften Tag 1

(C) ÖLV / Katzenbeisser

Dieses Wochenende, am 27./28.Juli, finden am USI Innsbruck die Leichtathletik Staatsmeisterschaften der Allgemeinen Klasse statt. Schon am ersten Tag konnten die zahlreichen Zuseher viele starke Leistungen und spannende Wettkämpfe bewundern. Highlight war sicher der neue Hammerwurfrekord durch Tatjana Meklau.

Von Bewerb zu Bewerb:

Hammerwurf

Sensationell verlief der Hammerwurf der Frauen. Tatjana Meklau (SVS LA), die heuer den österreichischen Rekord bereits auf 59,60m verbessert hatte, zeigt in Innsbruck groß auf und warf gleich zwei Mal über die 60m-Schallmauer, 60,14m in dritten und dann sogar 61,37m im sechsten Versuch. Beachtenswert ist die Tatsache, dass die Steirerin erst vor zwei Wochen auf vier Drehungen umgestellt hat. Rang 2 ging mit 55,03m an ihre Vereinskollegin Bettina Weber, Rang 3 belegte mit 54,90m Marlene Linzer, ebenfalls SVS LA.

„Schon das Einwerfen hat sich gut angefühlt, ich habe gemerkt, dass ich heute gut drauf bin. Nach dem ersten 60er habe ich etwas die Spannung verloren, aber es ist mir gelungen sie dann nochmals aufzubauen. Beim letzten Versuch habe ich dann alles rausgelassen. “

Nachdem Titelverteidiger Matthias Hayek (ATSV OMV Auersthal) heuer nicht dabei war, gab es bei den Männern keine Fortsetzung des Duells der vergangenen Jahre mit Marco Cozzoli (SVS LA). Der Schwechater siegte daher ungefährdet mit mehr als 10 Metern Vorsprung und einer Weite von 60,25m vor Michael Hofer (LCA Umdasch Amstetten, 49,95m) und Armin Beham (TGW Zehnkampf Union, 47,14).

Diskuswurf

Der deutlichste Sieg des ersten Tages ging wie erwartet an Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger (ÖTB OÖ), der mit 65,58m neuen Meisterschaftsrekord aufstellte und Armin Beham (TGW Zehnkampf Union, 48,48m) und Will Dibo (SKV Feuerwehr Wien, 47,74m) auf die weiteren Plätze verwies. Zwar fand der EM-Dritte nur schwer in den Wettkampf - erst im 4. Versuch konnte er eine Weite über 60m erzielen – mit seinem letzten Wurf zeigte er dann aber seine ganze Klasse.

„Bei den Meisterschaften treffe ich immer viele alte Bekannte und ehemalige Trainingsgefährten, da leidet natürlich etwas die Konzentration darunter, dafür haben wir viel mehr Spaß als bei einer Diamond League. Außerdem bin ich daheim immer ein wenig nervöser, da will ich mich immer beweisen und zeigen was ich kann. Es war heute dann zu Beginn ein Kampf, es hat nach Regen ausgeschaut und darum wollte ich einmal mit Sicherheitswürfen beginnen. Es ist mir dann aber gelungen in den Wettkampf zu finden und mit den 65 Metern bin ich sehr zufrieden.“

Im Diskuswurf der Frauen konnte sich bei schwierigen, weil regnerischen Bedingungen Favoritin Djeneba Touré (ATG) mit 51,85m vor Lea Bostjancic (LAC Klagenfurt, 43,81m PB) und deren Vereinskollegin Stefanie Waldkircher (41,58m) durchsetzen.

Hochsprung

Wie schon im letzten Jahr gab es auch heuer eine spannende Entscheidung im Hochsprung der Männer, und auch der Ausgang war derselbe wie 2018. Wieder setzte sich Andreas Steinmetz (SVS LA) durch, weil er die 2,03m im zweiten Versuch, sein schärfster Konkurrent Ben Henkes (ULC Riverside Mödling) erst mit dem dritten Sprung überquerte. Dreisprungspezialist Philipp Kronsteiner (TGW Zehnkampf Union) holte mit 1,97m Bronze.

Hauchdünne Entscheidung auch im Hochsprung der Frauen. Die ehemalige EM-Teilnehmerin Ekaterina Krasovskiy (DSG Wien) setzte sich nach ihrer Babypause bei gleicher übersprungener Höhe von 1,80m nur dank der geringeren Anzahl von Fehlversuchen gegenüber Lea Germey (SV Reutte LA Raiffeisen) durch, die mit dieser Höhe eine neue PB aufstellte. Bronze ging an Titelverteidigerin Sarah Zimmer (DSG Wien), die 1,74m übersprang.

Weitsprung

Äußerst spannend verlief der Weitsprung der Männer, in dem die Führung gleich mehrfach wechselte. Zuerst übernahm Favorit Federico Kucher (LAC Klagenfurt) mit 7,03m die Führung, musste diese aber in Runde 5 an Valentin Voit (TGW Zehnkampf Union) abgeben, der mit 7,16m seine PB gleich um 46cm verbessern konnte. Doch auch dieser Sprung reichte noch nicht zum Sieg, denn im letzten Durchgang schnappte sich Isaac Asare (Union Salzburg LA) mit 7,18m noch Gold.

(C) TLV/ÖLV

Im Frauenbewerb war Österreichs beste Nachwuchs-Weitspringerin Ingeborg Grünwald (Union Salzburg LA) heute ungefährdet. Auch in diesem Bewerb herrschte zeitweise starker Regen, durch den sich die 5. der U20-EM aber nicht beirren ließ und mit 6,20m nur um 4cm unter ihrer Bestleistung blieb. Silber ging an Sarah Lagger (TGW Zehnkampf Union, 5,85m), Bronze holte sich wie schon im Hochsprung Sarah Zimmer (DSG Wien, 5,63m)

„Der Regen stört mich jetzt gar nicht mehr, den bin ich nach Schweden jetzt schon gewohnt. Meine Form stimmt und ich freue mich sehr über meinen ersten Staatsmeistertitel. Die 6,20 waren ganz gut, aber da geht noch mehr, wie man an den ungültigen Sprüngen gesehen hat.“

Stabhochsprung

Der Stabhochsprung der Männer entwickelte sich wie so oft in dieser Disziplin zu einem Poker. Am Ende hatte Sebastian Ender (ALC Wels) mit 5,05m das bessere Ende für sich, dahinter platzierten sich Pascal Kobelt (TS Lustenau) und Herbert Winkler (Union Neuhofen/Krems), die beide 4,85m überquerten.

Überraschung im Stabhochsprung der Frauen, wo Titelverteidigerin Agnes Hodi (Union St. Pölten), die sich heuer bereits auf 4,21m gesteigert hatte, nach einer Rückenverletzung mit 3,80m weit unter ihren Möglichkeiten blieb und nur Silber holte. Der Sieg ging mit 3,90m an Anna Sarah Sailer (ATSV Innsbruck), Bronze holte sich Katrin Preiner (Union Ebensee) mit 3,50m.

100m

Markus Fuchs (ULC Riverside Mödling) verteidigte im 100m Finale bei unangenehm stürmischen Bedingungen mit 10,51s (-0,7) souverän seinen Titel vor Maximilian Münzker (ULC Weinland, 10,87s) und Daiyehan Nichols-Bardi (Union St.Pölten, 10,91s)

„Das hat sich angefühlt wie im Training, wenn ich einen 10kg schweren Schlitten hinter mir herziehe, aber es ist ein Freiluftsport, da müssen wir es nehmen wie es kommt. Der Lauf hat sich schrecklich angefühlt, aber den Titel nehme ich natürlich gerne mit, und die Zeit ist für die Bedingungen auch ganz ok.“

(C) TLV/ÖLV

Bei den Frauen konnte sich EM-Teilnehmerin Alexandra Toth (ATG) bei ebenfalls stürmischen Bedingungen und stark wechselnden Windrichtungen in 11,56s (2,3) deutlich vor Karin Strametz (SU Kärcher Leibnitz, 11,88s) und Magdalena Lindner (ULV Krems, 11,92s) durchsetzen.

400m

Relative knappe Entscheidung bei den Männern auf der Stadionrunde. Dominik Hufnagl (SVS LA) kam auf 47,90s, Nico Garea (KSV alutechnik) auf 48,12s und Hürdenspezialist Markus Kornfeld (DSG Wien) auf 48,62s.

Starkes Comeback von Susanne Walli (TGW Zehnkampf-Union) nach mehrwöchiger Verletzungspause, durch die sie auch die Universiade verpasste. Mit einer Zeit von 54,26s siegte sie mit über 3 Sekunden Vorsprung auf Sigrid Portenschlager (DSG Wien, 57,66s) und Lisa Wiesmayr (ULC Linz Oberbank, 58,44s).

800m

Wie erwartet entwickelte sich ein taktisches Rennen mit geschlossenem Feld, das in der zweiten Runde an Tempo gewann. Leon Kohn (SVS LA) kontrollierte von Beginn an das Tempo, konnte sich auf der Zielgeraden von seinen Konkurrenten absetzten und in 1:54,65min seinen Titel verteidigen. Paul Scheucher (SVS LA) holte in 1:55,31min Silber, Bronze ging in an Nicolas Schwaiger (ULC Riverside Mödling) in 1:55,85min.

Bei den Frauen gab es durch Carina Schrempf (Union St.Pölten) einen erfreulichen Comeback-Sieg. Die Steirerin war seit den Staatsmeisterschaften 2017 vom Verletzungsteufel verfolgt, ein Ermüdungsbruch, ein Bänderriss und Rückenprobleme verhinderten zwei Jahre lang ein Training. U20-Athletin Carina Reicht (run2gether) bestimmte in diesem Rennen 700m lang das Tempo, musste auf der Zielgerade dann die spätere Siegerin (2:12,40min) und Bianca Illmaier (KSV alutechnik, 2:12,77min) ziehen lassen und belegte in 2:13,53min Rang 3.

Carina Schrempf: „Ich habe in den letzten beiden Jahren viel Alternativtraining gemacht, bin viel Radgefahren und habe schwimmen gelernt. Jetzt arbeite ich intensiv mit meinem Physiotherapeuten in der Trainingsgestaltung zusammen, damit wir herausfinden, wie ich die Belastungen am besten vertrage, ohne wieder Verletzungen zu riskieren. Gefühlt habe ich mein Potential durch die vielen Unterbrechungen in meiner Karriere noch bei Weitem nicht ausgenutzt. Es hat mich total überrascht, dass ich jetzt nach nur sechs Wochen Vorbereitung hier wieder Vollgas geben konnte, dann auch noch zu siegen freut mich umso mehr.“

(C) TLV/ÖLV

5000m

Andreas Vojta (team2012.at) war in diesem Bewerb eine Klasse für sich. Vom Startschuss weg gab der Niederösterreicher ein hohes Tempo vor, dem in den ersten Runden nur Hans Peter Innerhofer (LC Oberpinzgau) folgen konnte. Zu Rennhälfte forcierte Luca Sinn (UAB Athletics, 14:31,16min) aus dem Hauptfeld heraus das Tempo und schob sich auf Rang 2 vor. Im Zielsprint gelang dann Mario Bauernfeind (KUS ÖBV Pro Team, 14:36,99min, PB) noch der Vorstoß auf Rang 3 vor. Der Sieg ging aber in 14:26,77min deutlich an Andreas Vojta, der sich seinen dritten Titel auf dieser Distanz sicherte.

„Ich wollte eine Zeit unter 14 Minuten laufen, weil dann hätte ich im Hinblick auf die Olympia-Qualifikation gute Punkte sammeln können. Aber alleine und bei diesen Bedingungen war es leider nicht möglich, darum habe ich ca. nach Halbzeit des Rennens das Tempo etwas reduziert.“

Ähnlich verlief der 5000m Lauf der Frauen, auch hier dominierte eine Athletin von Beginn an. Julia Mayer (DSG Wien) lief den Konkurrentinnen unwiderstehlich davon und zog einsam ihre Runden an der Spitze. In 16:37,16 min holte sie sich überlegen Gold, dahinter konnte sich Anabelle Konczer (LV Marswiese, 17:11,25 min) auf der letzten Runde gegen Leyla Reshed (LCAV Jodl Packaging, 17:13,59 min) durchsetzen. Für alle drei Läuferinnen bedeuteten ihre Zeiten neue Bestleistungen.

Staatsmeister 2019

Männer:

100m: Markus Fuchs (ULC Riverside Mödling) 10,51s
400m: Dominik Hufnagl (SVS-Leichtathletik) 47,90s
800m: Leon Kohn (SVS LA) 1:54,65min
5000m: Andreas Vojta (team2012.at) 14:26,77min
Weitsprung: Isaac Asare (Union Salzburg LA) 7,18m
Stabhochsprung: Sebastian Ender (ALC Wels) 5,05m
Hochsprung: Andreas Steinmetz (SVS LA) 2,03m
Diskuswurf: Lukas Weißhaidinger (ÖTB OÖ) 65,58m
Hammerwurf: Marco Cozzoli (SVS LA) 60,25m

Frauen:

100m: Alexandra Toth (ATG) 11,56s
400m: Susanne Walli (TGW Zehnkampf Union) 54,26s
800m: Carina Schrempf (Union St.Pölten) 2:12,40min
5000m: Julia Mayer (DSG Wien) 16:37,16 min
Weitsprung: Ingeborg Grünwald (Union Salzburg LA) 6,20m
Stabhochsprung: Anna Sarah Sailer (ATSV Innsbruck) 3,90m
Hochsprung: Ekaterina Krasovskiy (DSG Wien) 1,80m
Diskuswurf: Djeneba Touré (ATG) 51,85m
Hammerwurf: Tatjana Meklau (SVS LA) 61,37m ÖR

U18:

3x1000m: LCAV Jodl Packaging (Florian Knoglinger, David Fellner, Bastian Wagner) 8:11,70 min
3x800m: TRI-X-Kufstein (Lara Tonak, Katharina Hechenbichler, Simone Stelzer) 7:24,28 min


Beginnzeit Sonntag: 10:00 Uhr.

Meldelisten und Live-Ergebnisse

Fotos gratis verwendbar bei Nennung (C) TLV/ÖLV

Foto (C) ÖLV

TV-Beiträge wird es auf ORF 1 (So, 28.7. um 13 Uhr im Sportbild) und auf ORF Sport+ (Sa, 3.8. um 19 Uhr) geben.

27/07/19 14:02, Text: Georg Franschitz

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ÖLV-Cup - Top 5

  Verein

Punkte (Zwischenstand 07.10.2019)

1. TGW Zehnkampf-Union Logo TGW Zehnkampf-Union 5.103
2. logo-SVS SVS-Leichtathletik 4.226
3. DSG Wien 3.531
4. Union Riverside Mödling Logo ULC Riverside Mödling 3.385
5. ULC Linz Oberbank 2.273
Gesamt-Ranking