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U18-EM: Durchwachsene ÖLV-Bilanz im Vergleich zu 2016 und 2018

U18-EM-Fotocollage 2016-2022 (C) ÖLV/Brunner, Schildermann

In den letzten Tagen fand die dritte Auflage der U18-Europameisterschaften in Jerusalem (ISR) statt. Großbritannien war mit 18 Medaillen, davon acht Gold-, eine Silber- und sieben Bronzemedaillen, die erfolgreichste Nation. Österreich blieb dieses Mal erstmals ohne Edelmetall.

Insgesamt 27 Nationen konnten sich im Medaillenspiegel dieser U18-Europameisterschaften verewigen, der von Großbritannien (8-1-7), Deutschland (4-7-3), Italien (3-5-3), Niederlande (3-2-1) und Spanien (3-0-3) angeführt wird. Blicken wir auf die ersten beiden Auflagen dieser Titelkämpfe zurück, so durfte Österreich 2016 in Tiflis (GEO) und auch 2018 in Györ (HUN) über jeweils drei Medaillen jubeln.

Silber für Sarah Lagger (Siebenkampf: 6.175 Pkt.) und Stefan Schmid (2000 m Hindernis: 5:54,79 min) sowie Bronze durch Leon Okafor (Zehnkampf: 7.232 Pkt.) standen in Tiflis 2016 am Ende zu Buche. In Györ zwei Jahre später durfte über drei Bronzemedaillen gejubelt werden: Chiara-Belinda Schuler (Siebenkampf: 5.615 Pkt.), Johanna Plank (100 m Hürden: 13,40 s) und Lena Pressler (400 m Hürden: 59,11 s).

Nur zwei Punkte im "Placing Table"

Interessant ist auch der Blick auf die Platzierungstabelle (Placing Table), wo alle Top-8-Platzierungen berücksichtigt werden. Ein Sieg bringt dabei acht Punkte, ein achter Platz einen Punkt. In Jerusalem lag hier Deutschland mit 151,5 Punkten vor Großbritannien mit 141 Punkten und Italien mit 109,5 Punkten voran. Insgesamt 34 Länder konnten in Israel Top-8-Platzierungen erreichen, darunter auch Österreich mit dem siebenten Platz von Iman Roka im 100-m-Hürden-Finale.

In Györ 2018 erreichte Österreich mit sieben Top-8-Plätzen insgesamt 28 Punkte, zwei Jahre zuvor reichten vier Platzierungen zu 23 Punkten. Jerusalem 2022 geht mit zwei rot-weiß-roten Punkten in die Statistik ein.

Und auch wenn man die Top-10-Platzierungen vergleicht, liegt in der österreichischen Bilanz Györ (9) klar vor Tiflis (4) und Jerusalem (2), wo Diskuswerfer Rupert Rohrmoser mit Platz 9 für das zweite Top-10-Ergebnis sorgte.

Aus Györ-2018-Teilnehmer/innen wurden München-2022-Kandidatinnen

"Es war ein top Teamklima, alle waren sehr unterstützend", berichtet ÖLV-Delegationsleiter Rolf Meixner aus Jerusalem, der die Leistungen aller 13 ÖLV-Athlet/innen als "sehr solide" bezeichnete und hinzufügte: "Ein Beleg dafür ist, dass die meisten ihre Entry Platzierungen übertroffen oder deutlich übertroffen haben". Als "enorm" bezeichnete er die Leistungssteigerung von 400-m-Läuferin Elisabeth Golger, die mit einer Verbesserung ihrer Bestzeit um fast eine Sekunde ins Semifinale einzog.

"Wir hatten viele Top-10- bis Top-20-Platzierungen, aber es fehlt halt noch ein bisschen etwas nach vorne. Es werden Verbesserungen und Optimierungen erforderlich sein, dass wir aus Top-10- bis Top-20-Plätzen Finalplatzierungen und Medaillen machen. Dass dies funktionieren kann, zeigt die Athletengeneration der letzten U18-EM, aus denen viele gute U20- und U23-Athleten geworden sind", fügt Rolf Meixner hinzu. Hervorzuheben sind hier sicherlich die beiden 400-m-Hürdenläufer Lena Pressler und Leo Köhldorfer oder die beiden Staffelläuferinnen Viktoria Willhuber und Johanna Plank, die vier Jahr nach Györ sogar um EM-Tickets in der Allgemeinen Klasse mitkämpfen. Und auch die U23-EM 2023 verspricht spannend zu werden, die Györ-Teilnehmer/innen Schuler, Pressler, Plank, Grünwald, Köhldorfer oder Willhuber scheinen gut gerüstet.

Interessante Bundesländerstatistik

Oberösterreich hatte im Vorjahr eine extrem starke U18-Generation mit den am Jahresende 2021 weltbesten U18-Mehrkämpfern Matthias Lasch und Sophie Kreiner. Außerdem reüssierten Stabhochspringerin Lisa Gruber (Bronze) und 1500-m-Läufer Kevin Kamenschak (Finale) im Vorjahr bei der U20-EM in Tallinn, obwohl sie noch der U18-Klasse angehörten. Die Bilanz bei der ursprünglich geplanten und dann wegen COVID abgesagten U18-EM in Rieti 2021 hätte daher im Vergleich zu jener von Jerusalem im heurigen Jahr vermutlich etwas anders ausgesehen. Dennoch ist der Blick auf die ÖLV-Teilnehmer/innen der heurigen Ausgabe der kontinentalen U18-Titelkämpfe etwas überraschend, da weder die Steiermark noch Oberösterreich mit Athlet/innen vertreten waren.

Angemerkt sei, dass hier nur die tatsächlichen Teilnehmer/innen der jeweiligen Veranstaltungen erfasst sind. Die aus Verletzungs- bzw. Gesundheitsgründen in Jerusalem nicht teilnehmenden Madeleine Huber (T), Moyo Bardi (NÖ) und Alessandro Greco (W) sind in dieser Statistik nicht berücksichtigt, ebenso nicht die dritte Qualifizierte im 100-m-Sprint, Katharina Stadler (OÖ), welche die einzige OÖLV-Athletin mit Limiterbringung gewesen ist.

Außerdem muss ergänzt werden, dass die Limits für die U18-EM in Györ 2018 in vielen Bewerben wesentlich niedriger angesetzt waren als bei den Auflagen 2016 und 2022. Allerdings war die Qualität des ÖLV-Teams im Jahr 2018, wie bereits beschrieben, durchaus beachtlich.

Optimistischer Blick auf U20-WM und EYOF

Kleinere Leichtathletik-Nationen wie Österreich haben immer wieder mit Schwankungen im Leistungsvermögen zu kämpfen. Die nächsten Nachwuchs-Meisterschaften stehen aber unmittelbar vor der Tür. Von 24. bis 30. Juli 2022 findet das European Youth Olympic Festival (EYOF) in Banská Bystrica (SVK) statt, wo gleich fünf Jerusalem-Teilnehmer/innen im Rahmen einer U17-Konkurrenz ihr Können zeigen werden: Christiane Krifka, Elisabeth Golger, Rupert Rohrmoser, Damjan Eror und Theresia Emma Mohr. Und dann folgen von 1. bis 6. August 2022 die Junioren-Weltmeisterschaften im kolumbianischen Cali, die ebenfalls mit Hochspannung erwartet werden.

Die nächste U18-EM findest übrigens im Jahr 2024 im slowakischen Banská Bystrica (SVK) statt, die Nähe sollte auch zusätzliche Motivation sein, ein größeres und schlagkräftigeres Team bis dahin aufzubauen.

08/07/22 08:08, Text: Helmut Baudis

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