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Verena Preiner - Name mit Ablaufdatum

(C) GEPA Pictures

Verena Preiner startet am 26.5. in Linz in die Olympia-Saison.

Noch sind’s 85 Tage bis zu den Olympischen Spielen in Tokio. Siebenkampf-Rekordhalterin Verena Preiner reist am Sonntag zum zweiwöchigen Trainingslager in die 1.200 km entfernte Hafenstadt Formia (ITA). Mit dabei: Trainer Wolfgang Adler, Trainingspartnerin Susanne Walli und Verenas Verlobter Thomas Mayr.
„Ich freue mich aufs Trainingslager, weil wir in Italien in Ruhe und ohne Alltagsstress trainieren können“, betont Verena Preiner. Der Formaufbau stimmt. „Ich muss nicht mehr an meinen verletzten Oberschenkel oder die Knöchel-Blessur denken, ich bin zu 100 Prozent fit“, sagt die WM-Dritte von Doha. „Die Leistungskurve geht konstant nach oben. Ich würde sagen: Ich bin die beste Verena Preiner, die es je gab.“

Aber der Mädchenname hat ein Ablauf-Datum. Mitte Juni wird (standesamtlich) geheiratet. Mit anderen Worten: Verena Preiner startet am 26. Mai beim Austrian Top-Meeting auf der Heim-Anlage im LA-Zentrum in Linz in die Olympia-Saison (über 100 m Hürden) und versucht sich zwei Wochen später in Eisenstadt (9.6.) im Weitsprung und über 100 m Hürden.

Das große Siebenkampf-Comeback Mitte Juni steigt dann aber schon unter dem Namen ihres künftigen Ehemannes. Die 26-Jährige hat aufgrund von Knöchel- und Oberschenkelblessuren bzw. Corona-19-Lockdown-Absagen seit der WM in Doha (2./3. Oktober 2019) keinen Siebenkampf mehr bestritten. Ausgerechnet in Ratingen, dort wo sie 2019 ihren ÖLV-Rekord aufstellte, am 19. Juni kommt’s zum Comeback nach exakt 624 Tagen. Auf der Startliste wird mit Verena Mayr ein ungewohnter Name aufscheinen. „Ich werde wahrscheinlich zweimal hinschauen müssen“, sagt Coach Wolfgang Adler. „Aber spätestens bis zu den Olympischen Spielen in Tokio weiß jeder, wer gemeint ist, wenn man Verena Mayr sagt.“

Eigentlich hätte der Saisonstart anders laufen sollen. „Wir mussten unsere Wettkampf-Planung komplett umstellen. Aufgrund der Oberschenkel-Verletzung und der abgebrochenen Hallen-Saison wäre ein Start beim Mehrkampf-Heimspiel in Götzis zu riskant gewesen. So kam Ratingen ins Spiel. Umso mehr, weil Verena beste Erinnerungen an die 90.000-Einwohner-Stadt in Nordrhein-Westfalen hat. Diese zwei Tage im Juni 2019 hätten besser nicht laufen können. Verena stellte in sechs von sieben Disziplinen persönliche Bestleistungen auf. Es wäre zu schön, wenn’s diesmal ähnlich gut läuft“, hofft ihr Langzeit-Coach. „Ich kann’s kaum erwarten. Es wird höchste Zeit, dass ich wieder einen Siebenkampf bestreiten kann“, meint die Oberösterreicherin. „Ratingen 2019 war noch nicht das letzte Wort. Ich bin sicher, dass ich mich noch in jeder einzelnen Disziplin weiter steigern kann.“

Nicht nur der Nachnamen wird sich ändern, auch im Trainingsumfeld gab’s Umstellungen. Verena Preiner: „Die Trainingsgemeinschaft mit 400-m-Spezialistin Susanne Walli ist ein Glücksfall. Wir verstehen uns blendend und spornen uns auf der Laufbahn wechselseitig an. Die tägliche Konkurrenz tut richtig gut.“ Nachsatz: „Es wäre zu schön, wenn sich Susi auch noch für Tokio qualifiziert.“

Auf den Saisonhöhepunkt angesprochen, bleibt das Duo Preiner-Adler abwartend: „Wer WM-Bronze gewonnen hat, der muss nicht automatisch auch eine Olympia-Medaille gewinnen. Wenn ich meinen Rekord verbessere, wäre ich in jedem Fall zufrieden“, sagt Verena. „Die Situation ist ähnlich wie vor Doha. Gut 10 Frauen haben das Zeug für eine Medaille. Verena und Ivona (Dadic) zählen definitiv dazu. Die Tagesform wird entscheiden“, orakelt der Coach, um dann hinzuzufügen: „Die zu erwartende Hitze in Tokio sollte Verena entgegenkommen. Hohe Temperaturen machen ihr nichts aus, im Gegenteil.“

Bei der WM in Doha hatte es untertags mehr als 40 Grad. In Japan werden ähnliche Temperaturen erwartet. Kleiner, feiner Unterschied: Das Khalifa-International Stadium in Doha hatte eine (Outdoor-) Klimaanlage. Die sucht man in Tokio vergebens…

Text: ÖOC/Eichler

29/04/21 16:48, Text: Bernhard Rauch

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