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Weißhaidinger zeigt in Andorf Top-Form

(C) ÖLV / Alfred Nevsimal

Heute ging mit dem 16. Internationalen Josko Laufmeeting die sieben Stationen umfassende Austrian Top Meeting Serie 2022 zu Ende. Gleich die Hälfte der österreichischen EM-Teilnehmer waren in Andorf/OÖ heute mit dabei und präsentierten sich bei leider etwas durchwachsenem Wetter im Pramtal-Stadion trotzdem durchgehend in EM-Form. Insgesamt waren im Innviertel diesmal Athleten aus 15 Nationen am Start, herausragend wie immer, wenn er in Österreich antritt, war wieder einmal Lokalmatador Lukas Weißhaidinger.

Weißhaidinger begeistert mit Stadionrekord

Das Meeting in Andorf ist für Österreichs Leichtathletik-Star Lukas Weißhaidinger (ÖTB OÖ LA) einfach eine Herzensangelegenheit. Nur wenige Kilometer entfernt in Taufkirchen aufgewachsen zelebriert er hier das Diskuswerfen jedes Jahr aufs Neue vor unzähligen Fans, von denen heuer auch viele nach München zur EM reisen werden. Der 30-Jährige war bei seinem Heimspiel wieder einmal ungefährdet, mit Würfen auf 62,48m / 63,74m / X / 66,82m / 65,31m / X begeisterte der Oberösterreicher die Zuseher mit einem neuen Stadionrekord und einer sehr starken Serie. Bei leichtem Rückenwind, der für den Diskuswurf der Männer eher ungünstig ist, weil der 2kg schwere Diskus keinen „Aufwind“ erhält, und in Anbetracht der hohen Trainingsintensität der letzten Tage eine außergewöhnliche Leistung des Olympia-Dritten. Zweiter mit 50,20m wurde Tomas Jokl (CZE).

Lukas Weißhaidinger: „Das war eine super Serie heute, obwohl es etwas kühl war. Das gibt mir jetzt das Selbstvertrauen, das ich für die EM benötige. Das war ein schöner Wettkampf vor Heimpublikum, alle Freunde und die Familie waren da, da ist es sogar etwas schwieriger, weil man sich nicht blamieren will. Ich habe gleich sehr gut in den Wettkampf reingefunden und die 66 Meter dann können sich schon sehen lassen. Ich bin absolut zufrieden, bis zur EM werden wir schon noch den einen oder anderen Zentimeter rausholen.“

Trainer Gregor Högler: „Heute haben wir es anderes gespielt als bei der WM, mit angezogener Handbremse begonnen und dann losgelassen. Der Stadionrekord mit Rückenwind passt super, Luki hat sich sehr gut bewegt heute. Ich bin voll zufrieden, wir freuen uns auf die EM.“

(C) ÖLV / Alfred Nevsimal

Strohmayer-Dangl mit starker Vorstellung, Sprinter zeigen gute Leistungen, haben aber mit Gegenwind zu kämpfen

400m-Hürdenspezialist Niklas Strohmayer-Dangl (Leichtathletik Akademie Eisenstadt) ging heute über die 400m an den Start und lieferte dort eine weitere Talentprobe ab. Mit der Siegerzeit von 46,93s verbesserte er sich nicht nur um starke 1,75s, er stellte damit auch neuen BLV-Rekord auf, verpasste die Bestleistung von Meeting-Direktor Klaus Angerer aber um 23/100s. Der 20-Jährige Burgenländer scheint für die EM jedenfalls gerüstet. Zweiter in diesem Lauf wurde Jure Grkman (SLO) in 47,38s.

Niklas Strohmayer-Dangl: „Dass ich nach einem 12-Tägigen Trainingscamp meine Bestzeit so deutlich unterbieten konnte kam auch für mich ein wenig unerwartet, aber ich bin überglücklich, die Form stimmt. Jetzt werde ich mich ein paar Tage erholen, bei der EM wird dann alles rausgehaut und hoffentlich eine Hürden-PB gelaufen.“

(C) ÖLV / Alfred Nevsimal

Über 200m hatte Susanne Walli (TGW Zehnkampf Union) heuer bereits mehrfach ihre PB verbessert, heute waren für die WM-Semifinalistin über 400m die Bedingungen aber nicht gut genug, dieses noch einmal zu schaffen. Die 26-Jährige musste sich bei 1,4 m/s Gegenwind mit 23,74s mit Rang 2 hinter 400m-Hürden-Weltklasseläuferin Line Kloster (NOR) begnügen, die 23,47s für die halbe Stadionrunde benötigte. 4x400m-WM-Bronzemedaillengewinnerin Laviai Nielsen (GBR) musste ihren Start wegen Erkrankung kurzfristig absagen.

Susanne Walli: „Es war sicher ein ganz guter Lauf, mit der Zeit bin ich natürlich nicht zufrieden, aber dafür war einfach zu viel Gegenwind. Es war aber sicher eine gute Vorbereitung für die EM. Speziell am Kurvenausgang kann ich noch etwas rausholen, da hat mir mein Trainer Wolfgang Adler aber schon gute Tipps gegeben.“

(C) ÖLV / Alfred Nevsimal

Nie war ein Mann in Österreich schneller gelaufen als Markus Fuchs (ULC Riverside Mödling), der vor wenigen Wochen 10,15s auf die Bahn knallte. Direkt aus einem letzten Trainingscamp vor der EM aus der Schweiz angereist, hatte der Niederösterreicher im Vorlauf bei leichtem Gegenwind vom 0,8 m/s mit 10,62s noch etwas zu kämpfen. Im Finale war der Wind nur unwesentlich schwächer (-0,6), die Zeiten aber deutlich schneller. Überraschend konnte sich der deutsche U23-Europameister mit der 4x100m-Staffel Yannick Wolf mit 10,40s hauchdünn vor dem Perchtoldsdorfer, der nur um 1/100s langsamer war, den Sieg sichern.

Markus Fuchs: „Es war heute sicher nicht mein bestes Rennen der Saison, aber auch nicht das schlechteste. Nach dem Trainingscamp habe ich mich heute nicht so spritzig gefühlt wie bei den letzten Rennen, die Bedingungen waren natürlich auch nicht optimal, aber vor der EM war das jetzt ein guter Abschluss der Vorbereitung.“

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Sprinterin Magdalena Lindner (Union St.Pölten) hatte erst vor wenigen Tagen erfahren, dass sie in München auch über die 100m an den Start gehen darf. Heute waren die Bedingungen mit Gegenwind sicher nicht optimal, die 22-Jährige war aber sowohl in den Vorläufen mit 11,69s (-0,9) als auch im Finale mit 11,70s (-0,9) jeweils die Schnellste. Rang 2 ging mit 11,77s an Tina Benzinger (GER).

Magdalena Lindner: „Die Zeiten schauen nicht so gut aus, aber es war relativ kühl heute und doch Gegenwind. Daher würde ich die Läufe als ganz gut einstufen, sie waren nicht optimal, aber ich bin ganz zufrieden.“

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Für Mehrkämpferin Ivona Dadic (Union St.Pölten) stand in den letzten Tagen viel Tempoarbeit auf dem Programm, nach dem letzten Meeting in Graz hatte sie das als ihr aktuell zu behebendes Manko festgehalten. Heute war sie wie schon vor einer Woche wieder über die 100m Hürden am Start, im Vorlauf funktionierte es für die Niederösterreicherin mit einem „Stolperer“ und 14,29s (-0,3) noch nicht wie gewünscht. Im Endlauf dann ein anders Bild, Dadic präsentierte sich dynamischer, konnte gegen Ende des Rennens noch zulegen und die spätere Siegerin Ivana Loncarek (CRO) fast noch abfangen, 13,78s (-0,2) zu 13,80s lautete das Endergebnis. Die Oberösterreicherin Johanna Plank (TGW Zehnkampf Union), die in der 4x100m-Staffel für die EM nominiert ist, wurde in 13,81s Dritte.

Ivona Dadic: „Im Vorlauf bin ich bei der siebenten Hürde hängengeblieben, da bin ich komplett aus dem Rhythmus gekommen und die Zeit war weg. Die 13,80 im Finale schätze ich sehr hoch ein, denn ich hatte gestern noch harte und sehr intensive Tempoläufe. Jetzt bin ich viel positiver gestimmt und es ist viel einfacher für mich meine sieben Paar Schuhe für München zu packen.“

Johanna Plank: „Ich hatte in den letzten Wochen etwas gesundheitliche Probleme, daher haben die Rennen auch nie so funktioniert wie gewünscht. Daher bin ich heute zufrieden, ich merke, dass ich wieder am richtigen Weg bin. Jetzt freue ich mich auf die EM, als 20-Jährige dort schon dabei sein zu können ist schon ein Traum.“

(C) ÖLV / Alfred Nevsimal

Starke Frauen beim Speerwurf und über 1.000m

Der Speerwurf der Frauen verlief programmgemäß, die guten Bedingungen mit leichtem Rückenwind ließen starke Weiten zu. Lokalmatadorin Patricia Madl (SU IGLA long life) kam mit 54,36m und Rang 4 bis auf 6cm an ihre Saisonbestleistung heran, der Sieg ging aber erwartungsgemäß an WM-Teilnehmerin Ariana Ince (USA), die mit 62,10m neuen Meetingrekord aufstellte.  

Patricia Madl: „Ich habe mich heute sehr gut gefühlt und mit dem ersten Wurf gleich 54 Meter geworfen. Damit bin ich sehr zufrieden, das gibt auch wieder viel Selbstvertrauen. Zwei bis drei Wettkämpfe werde ich heuer sicher noch machen, vielleicht ist ja noch eine neue PB möglich.“

Ariana Ince: „Das war heute der drittbeste Wurf meiner Karriere, ich mag Österreich also sehr, hier muss ich in Zukunft noch mehr Wettkämpfe machen.“

(C) ÖLV / Alfred Nevsimal

Die 1.000m-Läufe wurden wie in Andorf seit Jahren üblich gemischt und nach Bestzeiten sortiert durchgeführt. Im stärksten Lauf war 1500m-WM-Semifinalistin Diana Mezulianikova (CZE) wie schon letztes Jahr nicht zu halten, sie verpasste mit 2:38,56min zwar ihren Stadionrekord aus dem Vorjahr, stellte damit aber europäische Jahresbestleistung auf. Schnellste Österreicherin wurde Elena Trinks (LAG Genböck Haus Ried) mit neuer PB von 2:57,85min auf Rang 5. Bei den Männern hielt Paul Leitenbauer (LAC Amateure Steyr) die österreichischen Farben als Vierter hoch, er benötigte für die 2,5 Stadionrunden 2:32,14min. Der Sieg ging in 2:28,88min an Favorit Lukas Symersky (CZE).

Diana Mezulianikova: „Das Tempo der Jungs war sehr gut, für mich sogar perfekt. Es macht immer Spaß in gemischten Rennen zu laufen, weil da nicht so viel taktiert wird und immer schnelle Zeiten möglich sind.“

Den letzten Bewerb des Tages, die 200m der Männer, konnte Vincente Graiani (GER) in 21,49s (-0,3) für sich entscheiden.

(C) ÖLV / Alfred Nevsimal

Ergebnisse

Fotos (honorarfrei verwendbar bei Nennung ÖLV / Alfred Nevsimal)

Livestream (nach der Veranstaltung jederzeit on demand abrufbar) 

TV-Beiträge vom Meeting werden am Sonntag, 7.8. um 11:40 auf ORF 1 in der Sendung Sportbild und am Donnerstag, 11.8. um 20:45 auf ORF Sport+ gesendet.  

 Foto: (C) ÖLV / Alfred Nevsimal

06/08/22 08:31, Text: Georg Franschitz

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ÖLV-Cup - Top 5

  Verein

Punkte (Zwischenstand 21.09.2022)

1. TGW Zehnkampf-Union Logo TGW Zehnkampf-Union 5.857
2. ULC Riverside Mödling ULC Riverside Mödling 3.552
4. SVS-Leichtathletik 2.893
3. DSG Wien 2.628
5. Union Salzburg Leichtathletik 2.372
Gesamt-Ranking