1.266,28 Meter ist die AIMS-vermessene Runde lang. Daraus ergaben sich eine 36,12 m verkürzte Eingangs- und danach 78 volle Runden. Mahdi Sareban von Allgemeiner Turnverein Graz, der 2022 an der 100 km-WM in Berlin 7.35.09 gelaufen war und der 2023 den Wienmarathon in 2.29.37 absolviert hatte, startete als Favorit auf den Gesamtsieg und damit auch den Staatsmeistertitel. Die österreichische 100 km-Bestleistung von 6.51.36, die Wolfgang Michl ebenfalls 2022 in Berlin aufgestellt hatte, zumindest im Hinterkopf, setzte sich Mahdi Sareban von Beginn an die Spitze und hielt lange das Tempo konstant. Die 40. Runde, also mehr als die Hälfte der Distanz, beendete er nach 3.25.44 Stunden. Bei warmen Temperaturen hielt er weitere 13 Runden sein hohes Anfangstempo. Erst danach und erschwert durch das Fehlen eines direkten Konkurrenten wurde das letzte Renndrittel zu einer – gelungenen – Übung in Hinhalten.
Nach 7.10.44 Stunden überquerte Mahdi an der Hand seiner beiden Kinder mit der neuntbesten je von einem Österreicher über die 100 km gelaufenen Zeit die Ziellinie und sicherte sich damit eindrucksvoll den Staatsmeistertitel und den Österreichischen Meister bei den Masters M40.

Was die Souveränität der Siegerin anlangte, war das Rennen bei den Frauen ähnlich gelagert wie bei den Männern. Die Charakteristik des Frauenrennens war allerdings eine gänzlich andere. Mit Katrin Ochs stand nämlich die aktuelle Deutsche Meisterin im Sechsstundenlauf am Start. Ihr gelang es, in der ersten Rennphase der aktuell besten Ultraläuferin Österreichs Karin Freitag von der LG Dekker Itter eine Runde abzunehmen. Ab dann liefen die beiden Frauen Seite an Seite bis zum Ende der 100 km. Das brachte für die Zuseher Spannung in den langen Sonnentag und sorgte für hohes Tempo. Das zog Karin Freitag acht Jahre nach ihrer österreichischen Bestleistung von 7.45.58 zum Österreichischen Meistertitel bei den Frauen und auch bei den Masters W40. Die Zeit von 8.18.57 Stunden ist die sechstbeste, die je eine Österreicherin über die 100 km-Distanz gelaufen ist.

Auch hinter Mahdi Sareban waren die Verhältnisse im Männerrennen eindeutig. Mario Sturmlechner vom Laufclub Mank, dem 100 km-Staatsmeister 2022, gelang es mit großem Kampfgeist, das Verletzungspech der Vorsaison hinter sich zu lassen. Erst im Februar diese Jahres wieder in der Lage, ein ultralaufspezifisches Training aufzunehmen, überzeugte er mit vorbildlicher Willenskraft und bewies, dass Trainingsrückstände in solch langen Rennen im Kopf kompensiert werden können. 8.04.03 Stunden bedeuten seine zweitbeste 100 km-Zeit, den Vizestaatsmeister hat er sich schwer und äußerst verdient. Mit Thomas Wolf vom SV Waha Fix&Fertig St. Margarethen im Burgenland zierte als Dritter ein neues Gesicht das Staatsmeisterschaftspodium. Eindrücklich konstant laufend sicherte er sich mit 8.15.03 die Bronzemedaille. Das Podium der Staatsmeisterschaft entsprach jenem bei den Masters M40.
Auch im Frauenrennen waren die Verhältnisse hinter Karin Freitag eindeutig. Mit der Vizemeisterin Dörte Enzi vom Verein Laufwölfe gab es dort mit einer Zeit von 10.04.25 Stunden ebenfalls ein neues Gesicht auf einem Ultralauf-Meisterschaftspodium. Vorjahresmeisterin Ilse Fritz vom Verein ASKÖ Laufwunder Steyr, der die Teamwertung gewann, bewies großes Hinhaltevermögen und sicherte sich in 10.35.50 Stunden die Bronzemedaille bei der Österreichischen Meisterschaft. Sie gelobte daraufhin, ihren äußerst umfangreichen Rennkalender deutlich zu reduzieren.
Dank gebührt dem Verein Run4Joy und allen Mitarbeitern für die Organisation der professionellen und dabei herzlichen Meisterschaften.
Text: Georg Mayer / Ultralaufreferent des ÖLV