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Das Erfolgsteam rund um Lukas Weißhaidinger

Richard Högler, Gregor Högler, Frederik Siemes, Lukas Weißhaidinger (C) ÖLV/Philipp Unfried

Nach seinem Medaillengewinn dankte der Diskuswurf-Olympiadritte Lukas Weißhaidinger (ÖTB-OÖ LA) seinem engsten Betreuer/innen-Team im ORF-Interview. Wer sind die Herren und Damen, die ihn seit Jahren erfolgreich begleiten. Foto v.l.n.r. Richard Högler, Gregor Högler, Frederik Siemes und Lukas Weißhaidinger (C) ÖLV/Unfried.

Allen voran muss natürlich sein Trainer Dipl. Ing. Gregor Högler genannt werden, der mit einem wissenschaftlichen und vor allem technischen Ansatz an die Leichtathletik herangeht. Der von ORF-Kommentator Dietmar Wolff einmal als "MacGyver der österreichischen Leichtathletik" bezeichnete ehemalige Weltklasse-Sportler, der nach wie vor den österreichischen Speerwurf-Rekord hält (84,03 m) und im Jahr 2000 in Sydney zu olympischen Ehren kam (Platz 17 mit 80,89 m) ist seit Herbst 2015 für das Training von Weißhaidinger verantwortlich.

Training mit Gregor Högler seit 2015

Die Zusammenarbeit wurde nach den Olympischen Spielen in Rio 2016 weiter intensiviert, da Weißhaidinger nach Wien zog, um im tagtäglichen Trainingsprozess mit Högler, dem Diplom-Ingenieur für Maschinenbau, in der Südstadt zu arbeiten. Es ist eine Rund-um-Betreuung, da der 49-jährige auch für die gesamte Umfeldbetreuung, sportwissenschaftliche Analysen - insbesondere Biomechanik - selbst sorgen muss. In Ermangelung eines sportwissenschaftlichen und sportmedizinischen Instituts, das hier Unterstützung wie in anderen Ländern anbietet, ist das Duo Weißhaidinger/Högler auf sich alleine gestellt und macht das Beste daraus. "Jammern bringt uns nicht weiter", ist einer der Leitsätze des zweifachen österreichischen Trainer des Jahres (2016, 2018), der viele Unterstützer aus der Privatwirtschaft und auch im Sportministerium, insbesondere durch Sektionschef Philipp Trattner, für seine Anliegen finden konnte. Gerätetechnisch, was Trainings-, Sportwissenschafts- und Medizintechnik-Equipment betrifft, ist der ÖLV in den letzten Jahren wohl der bestausgestattetste Fachverband Österreichs geworden. Davon profitiert nicht nur Weißhaidinger, sondern alle Top-Athlet/innen des ÖLV.

Verbandsarzt Dr. Mag. Richard Högler

Seit einigen Jahren ist Dr. Mag. Richard Högler, der Bruder Gregors, Verbandsarzt des ÖLV. Der Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie sowie Arzt für Allgemeinmedizin hat neben zahlreichen Zusatzausbildungen (z.B. zum Masseur) auch ein Sportwissenschaftsstudium erfolgreich absolviert. Eines seiner Spezialgebiete ist die Funktionsanalyse des Bewegungsapparates zur Verletzungsprophylaxe und da ist er beim Leichtathletik-Verband genau richtig. In regelmäßigen Abständen wird hier ein Screening von Lukas Weißhaidinger durchgeführt, denn "der größte Feind des Athleten ist die Verletzung", wie es Trainer Gregor Högler auszudrücken weiß. Enthusiasmus ist auch bei Dr. Mag. Richard Högler groß geschrieben, denn nicht einmal reiste er nach langen 72-Stunden-Diensten im Spital in die Südstadt, um medizinisch zu unterstützen. Für den Tokyo-Aufenthalt hat er sich extra Urlaub genommen, nach der Betreuung Weißhaidingers fliegt er heute mit den Marathonläufern nach Sapporo und wird sie dort nicht nur als Arzt betreuen. Denn er scheut auch nicht davor zurück, die Masseur-Agenden in dieser Woche für Lemawork Ketema und Peter Herzog zu übernehmen.

Physiotherapeut Frederik Siemes

Lukas Weißhaidinger und Trainer Gregor Högler vertrauen, wie zahlreiche andere Spitzensportler/innen in Ost-Österreich auf die Kompetenz des 46-Jährigen, der mit seinem Institut IMPULS über eigene Praxisräume im BSFZ-Südstadt verfügt und so im tagtäglichen Trainingsprozess mit dabei sein kann. "Freie Gelenke" sind das Um und Auf für Weltklasse-Leistungen und vor allem Verletzungsfreiheit und da ist der gebürtige Deutsche ein wahrer Experte.

Die weiteren Unterstützer/innen

Gestern im ORF-Interview dankte Lukas Weißhaidinger auch seiner Masseurin Patricia Hana, die ihn seit einigen Jahren begleitet. Sie ist im hochdotierten Bundesinstitut "Leistungssport Austria" (LSA, IMSB-Nachfolger in der Südstadt) beschäftigt, das als Kernaufgabe die Unterstützung des Spitzensports in Österreich mit entsprechender Millionen-Dotation durch das Sportministerium hätte. Dennoch finanziert sich Weißhaidinger sämtliche Massage-Einheiten über seine "Projekt Olympia-"Förderung selbst. Im Bereich der Sportwissenschaften baut das Duo Weißhaidinger/Högler seit kurzem auf die Mitarbeit von Benjamin Rauscher, der durch eine BMKÖS-Projektförderung seit November 2020 unterstützt. Dadurch wird das LSA-Manko ein wenig ausgeglichen.

Wenn man über die Unterstützer hinter Lukas Weißhaidinger spricht, muss man natürlich auch seinen Entdecker und erster Förderer Josef "Sepp" Schopf erwähnen, der nach wie vor Lukas in verschiedenen Bereichen mithilft. Schopf erkannte das außergewöhnliche Talent Weißhaidingers rasch, förderte ihn auch durch Zusammenarbeit mit deutschen Werfergruppen im Nachwuchsbereich und brachte Weißhaidinger zum EYOF-Doppelsieg (2009) und U20-Europameistertitel im Diskuswurf (2011). Das Wichtigste war aber, dass er rechtzeitig erkannte, wo sein Leistungshorizont liegt und ein Trainerwechsel zu Gregor Högler notwendig wurde, um in die absolute Weltklasse der Männer vorzustoßen. Diese Fähigkeit loszulassen, zeichnet Sepp Schopf besonders aus, denn sie ist äußerst selten. Zu oft verharren sehr gute Nachwuchstrainer in ihrem Traum, top-Talente von internationalen Nachwuchs-Medaillen zu späteren Olympia-Medaillen führen zu können. Ein Phänomen welches nicht nur in Österreich zu beobachten ist. Um Erfolg in der absoluten Weltspitze der olympischen Kernsportart Leichtathletik zu haben, bedarf es aber hoch-spezialisierter Professionisten wie Gregor Högler einer ist, die Tag und Nacht an den Details arbeiten und ihr Leben - auch ihr privates - jahrelang dem Ziel unterordnen und alles für ihren Athleten, in diesem Fall Lukas Weißhaidinger, geben.

Weitere Informationen

31/07/21 22:37, Text: Helmut Baudis

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