.

U18-EM: Tag 1 (Abendsession)

(C) Coen Schilderman

Tag 1 bei den 2. Jugend-Europameisterschaften (U18) in Györ/HUN, 12 ÖLV-Athleten waren in der Abendsession im Einsatz.

Chiara-Belinda Schuler (TS Hörbranz) stieg stark in den Siebenkampf ein. Mit 13,81s (+0,1) erzielte sie die zweitschnellste Zeit aller Athletinnen im Hürdenlauf und auch im Hochsprung konnte sie mit neuer PB von 1,57m aufzeigen. Am Nachmittag folgten noch tolle 14,15m im Kugelstoßen, die wieder einen Vorstoß auf Rang 4 bedeuteten, und 25,56s (-0,3) im abschließenden 200m-Lauf.

Nach 4 von 7 Disziplinen liegt die junge Vorarlbergerin damit mit 3.346 Punkten auf dem großartigen Rang 3.

„Die ersten Hürden waren sehr gut, die siebenten Hürde habe ich nicht perfekt erwischt, da bin ich etwas aus dem Rhythmus gekommen, aber danach war es wieder besser und ich bin mit dem Lauf zufrieden. Der Hochsprung freut mich brutal, weil die 1,57 ein toller Sprung waren und das viele Punkte gibt. Kugel hat beim Einstoßen gar nicht geklappt, dafür mit einer neuen Freiluft-PB dann im Wettkampf umso besser. Mit dem 200er bin ich auch ganz zufrieden, ich bin besser aus der Kurve gekommen als normal, auf den letzten Metern wurden die Beine aber schon schwer. Mit Rang 3 hätte ich nicht gerechnet, weil Tag 1 eigentlich mein schlechterer ist, und ich liege damit auf Bestleistungskurs.“

Weitspringerin Ingeborg Grünwald (Union Salzburg Leichtathletik), die vor einem Jahr ebenfalls in Györ die EYOF-Games für sich entscheiden konnte, startete mit 5,76m (-1,0) in die Qualifikation, verbesserte sich danach auf 5,99m (-0,8). Im dritten Versuch gelang nochmals eine Steigerung, mit 6,01m (+1,1) belegte die Salzburgerin insgesamt Rang 6 und zog damit relativ deutlich ins Finale der besten 12 ein.

„Die Windbedingungen waren nicht optimal. Zum Glück bin ich dann noch halbwegs gut zum Brett hingekommen, aber es gibt schon noch einiges, was ich im Finale verbessern kann, vor allem die Dynamik im Absprung. Aber die 6 Meter geben mir schon zusätzliches Selbstvertrauen fürs Finale.“

Laura Ripfel (ULC Weinland), eine der jüngsten Athletinnen im österreichischen Team, begann ihren 800m-Vorlauf sehr engagiert und positionierte sich früh direkt hinter der Spitze. Da die erste Runde aber mit 1:12min sehr langsam gelaufen wurde, war die Hoffnung über die Zeit weiter zu kommen rasch dahin. Nach einer engagierten und guten Schlussrunde reichte es für die Niederösterreicherin am Ende zu Platz 5 in ihrem Lauf, die Zeit war 2:17,15min. Im Feld der 44 Läuferinnen reichte das am Ende zu Rang 39.

„Ich hatte gehofft, dass die guten Läuferinnen etwas schneller beginnen. In der zweiten Runde war ich dann innen etwas eingesperrt, der Endspurt war dann ok, aber mehr war einfach leider nicht mehr drinnen nach dem langsamen Beginn.“

Nichts zu holen gab es auch für die heimischen 1500m-Läufer. Sowohl Morgan Schusser (LAC Klagenfurt) als auch Sebastian Frey (DSG Wien) hielten sich zu Beginn im Mittelfeld auf, konnten aber am Ende, als das Tempo deutlich erhöht wurde, nicht mehr mithalten. Mit 4:05,20min bzw. 4:10,34min belegten die beiden Österreicher die Ränge 21 und 27.

Morgan Schusser: „Am Anfang war das Tempo in meinem Lauf etwas höher als erwartet, daher war es schwer für mich. Dann war ich einfach zu weit hinten um auf der letzten Runde noch attackieren zu können und auf den letzten 200m war der Saft dann draußen.“
Sebastian Frey: „Von Beginn an war es ein Gedränge und Gestosse, das mag ich gar nicht und bin ich auch nicht gewohnt. Aber international ist das einfach so, das muss ich beim nächsten Mal besser machen. Die ersten Runden waren trotzdem sehr gut, bis mir dann ein Konkurrent auf den Fuß gestiegen ist, dann war ich aus der Konzentration draußen.“

Lotte Seiler (KSV alutechnik Leichtathletik) hatte über die 2000m Hindernis einen schweren Stand. Schon beim ersten Wassergraben verlor sie nach einem Stolperer den Kontakt zum Hauptfeld und konnte auch danach nicht mehr aufschließen. Mit einer Zeit von 7:28,02min kam sie in ihrem Vorlauf als 15. ins Ziel. Insgesamt bedeutet diese Zeit Rang 30.

„Es ist total ungewohnt in so einem Pulk zu laufen und war sehr unangenehm. Nach dem Stolperer wars dann schwer alleine wieder ranzukommen. Auf der letzten Runde habe ich dann noch einmal angedrückt und konnte noch einen Platz gutmachen. Aber es hätte besser gehen können.“

Diskuswerfer Will Dibo (SKV Feuerwehr Wien) kam heute überhaupt nicht in den Bewerb. Die Würfe gelangen ihm nicht wie gewohnt, keiner der drei Versuche flog über die 50m-Marke. Mit 46,47m blieb nur Rang 15 unter 16 Teilnehmern. Eine verpasste Chance für den Wiener, da man mit 51,48m den Einzug ins Finale schaffte. Eine Weite, die er heuer bereits mehrfach deutlich überworfen hatte.

„Ich bin furchtbar enttäuscht, weil ich gerade im wichtigsten Wettkampf mein Potential nicht abrufen konnte. Das Timing mit dem Oberkörper und dem Arm hat heute nicht gepasst, es ist zwar von Wurf zu Wurf besser geworden, aber hat einfach nicht funktioniert.“

Weitspringerin Daniela Kreft (TGW Zehnkampf Union) begann ihren Bewerb leider mit einem ungültigen Versuch, auch der zweite Sprung misslang mit 4,34m völlig. Mit 5,31 (-0,3) gelang ihr zwar im letzten Versuch noch eine Steigerung, es reichte ab nur zu Rang 24 im Endklassement.

„Es war sehr schwierig mit dem Wind, mein Anlauf hat dadurch von Anfang an nicht gepasst. Ich bin enttäuscht, da ich zumindest gut springen und in die Näher meiner PB kommen wollte.“

Ebenfalls im Siebenkampf am Start ist Romana Zeitlhofer (TGW Zehnkampf Union). Sie erzielte 14,78s (-1,3) über die 100m Hürden und schaffte 1,51m im Hochsprung. Am Nachmittag zeigte die Oberösterreicherin mit starken 13,24m mit der Kugel auf und ließ dann noch 26,38s (-0,8) über die 200m folgen.

Im Zwischenergebnis liegt sie mit 3.010 Zählern auf Rang 16.

„Mir hat über die Hürden die Spritzigkeit etwas gefehlt, aber ich bin der Zeit ganz zufrieden. In der Mitte war leider ein kleiner Fehler drinnen, aber die Zeit passt. Hochsprung war ok, im Kugelstoßen hat das Einstoßen besser funktioniert als dann im Bewerb. Die 200m haben sich am Anfang gut angefühlt, hinten raus wars dann nicht optimal, aber die Zeit ist ganz ok. Insgesamt ist mein Mehrkampf im grünen Bereich.“

Für Ben Henkes (ULC Riverside Mödling), der in Györ erst seinen dritten Hochsprungwettkampf überhaupt absolvierte, lief es zu Beginn sehr gut, die ersten zwei Höhen übersprang er gleich im ersten Versuch. Die 1,96m gelangen im zweiten Versuch, bei der magischen 2m-Marke war dann aber Schluss. Trotzdem kann der Leichtathletik-Neuling mit Rang 17 durchaus zufrieden sein.

„Für meinen erst zweiten ernsthaften Wettkampf ist das ganz ok. Bei den 2 Metern war plötzlich meine Anlaufmarkierung weg, das war keine einfache Situation für mich. Die Sprünge sind technisch natürlich noch nicht stabil, vor allem in der Lattenüberquerung sind noch Fehler drinnen. Aber es war eine tolle Erfahrung für mich.“

Sprinter Daiyehan Nichols-Bardi (Union St. Pölten) kam gut in seinen 100m Vorlauf und lag ständig mit seinen Konkurrenten aus Ungarn und Polen an der Spitze. Letztendlich reichte es mit 10,98s (+0,1) zu Rang 3 in seinem Lauf und damit dem direkten Aufstieg ins Semifinale. Dort gab es zuerst Chaos, da nach einem Fehlstart fast das gesamte Feld den Rückschuss nicht hörte und die gesamten 100m sprintete, darunter auch der Niederösterreicher. So kam es 15 Minuten später zu einer Wiederholung des Semifinallaufes. Mit 11,05s (-0,6) und Platz 5 konnte Daiyehan Nichols-Bardi seine Zeit vom Vorlauf dann auch nicht mehr verbessern und kam im Endklassement auf Rang 14.

„Den Start im Vorlauf habe ich gut erwischt und dann habe ich versucht locker zu bleiben und nicht zu verkrampfen. Im ersten Versuch des Semifinallaufes bin ich gut reingekommen, leider hat der ja dann nicht gezählt. Dann war es sehr schwierig, weil ich nach der kurzen Pause die Spannung auch nicht mehr da war. Ich bin jetzt ziemlich erschöpft, bin aber zufrieden mit meinem Auftritt hier bei der EM.“

Katharina Mahlfleisch (DSG Wien) schaffte wenige Minuten später ebenfalls den Einzug in die Vorschlussrunde über 100m. Sie musste als 5. ihres Vorlaufs allerdings die Zeitregel in Anspruch nehmen, mit 12,15s (-0,3) sicherte sie sich aber einen Platz in einem der drei Semifinali. Dort kam aber das Aus, mit Rang 7 und einer Zeit von 12,27s (-0,6) ergab das in der Endabrechnung Platz 23.

„Der erste Lauf war konstant, aber der Start nicht perfekt, weil der Starter so lange gewartet hat, hinten raus wars dann besser. Ich habe mir schon ein bissl was Besseres erwartet, aber es war schon einmal voll cool im Semifinale zu stehen. Mit dem Semifinallauf bin ich trotz der Zeit zufrieden, es war gut, wenn auch nicht optimal. Aber insgesamt hat es für mich voll gepasst.“



Leider nicht teilnehmen konnte Anna Baumgartner (SU IGLA long life) über die 800m, die ihren Start wegen eines grippalen Infekts kurzfristig absagen müsste.

Beiliegend finden sie einen Zeitplan der ÖLV-Athleten bei der U18-EM.

Text: Georg Franschitz
Fotos: Coen Schildermann

06/07/18 08:48, Text: Bernhard Rauch


zurück