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Der ÖLV im Zeitraffer

Ausgehend von den arbeitsrechtlichen Veränderungen Ende des 19. Jahrhunderts erhielt der Begriff "Freizeit" auch für die Arbeitnehmer mehr Bedeutung. Die Entstehung einer Vielzahl an Sportvereinigungen wurde dadurch begünstigt.
Auch der Österreichische Leichtathletik-Verband wurde rund um die vorherige Jahrhundertwende gegründet.

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1902 - 1910 | Die Anfänge

Victor Silberer wurde am 2. Oktober 1900 zum Obmann des "Österreichischen Sportausschusses für leichte Athletik" gewählt. Im Jahr 1901 gab der "Sportausschuss" seine Bestimmungen heraus, welche den Wettkampfsport regelten. In einer Sitzung am 2. Oktober 1902 wurde der Beschluss gefasst, den "Sportauschuss" in den "Verband der Vereine für leichte Athletik" um zu benennen.

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Diese gründende Sitzung fand dann am 10. November 1902 im St. Annahof in der Wiener Innenstadt statt und wird heute als die Geburtsstunde des ÖLV angesehen. Bei den Neuwahlen wurde erneut Victor Silberer zum Präsidenten gewählt. Neben den fünf Mitgliedsvereinen – Wiener Athletiksport-Club, Währinger Bicycle-Club, Wiener Sportvereinigung, Ramblers und Währinger Jungmannschaft – wohnten der Generalversammlung im November 1902 auch Gäste anderer Vereine bei, darunter auch Vertreter des SK Rapid Wien, der damals neben Fußball auch andere Sport-Sektionen beheimatete.

Die Allgemeine Sport-Zeitung berichtete darüber und schrieb zu Beginn des Absatzes: „Es ist wahrhaft erfreuend, wie die leichte Athletik in Wien täglich neue Anhänger gewinnt.“ Wenige Wochen später, am 7. Dezember 1902, wurden die überarbeiteten Satzungen und Wettkampfregeln publiziert.

Die ersten wichtigen Themen waren die Erstellung von Rekordlisten, Laufstreckenfestlegungen, Kampfrichtervereinheitlichungen sowie sportpolitische Themen. Vor dieser Zeit erbrachte "Rekorde" wurden nicht anerkannt. Bemerkenswert zu dieser Zeit waren die unmarkierten Schlackenbahnen, die Zielgestaltung sowie vor allem auch die für damalige Verhältnisse "standesgemäß" gekleideten Funktionäre (wie hier im Jahr 1904 in Wien/Währing).

Lauf in Währing 1904

Offiziell durch eine Stempelmarke bestätigt wurde das Statut durch die k.k.n.ö. Statthalterei 1904 mit folgendem Schriftsatz: "Die gefertigten Proponenten erlauben sich, einer hohen k.k.n.ö. Statthalterei [...] für einen "Verband der Vereine für leichte Athletik" zu überreichen und zeichnen ergebenst. Victor Silberer, Robert Deutsch."

Ähnlich stockend wie die damaligen Formulierungen, kamen auch die Erfolge der "leichten Athleten" ins Laufen.

Bei den Olympischen Zwischenspielen in Athen 1906 belegte zwar der Geher Eugen Spiegel über 1.500m sowie 3.000m den jeweils zweiten Platz, wurde nachträglich aber wegen "unreiner Gangart" disqualifiziert. Im Tauziehen (damals der Leichtathletik angeschlossen) belegte Österreich den 4. Rang. Allerdings waren ausschließlich Ringer und Gewichtheber im Team.

Die Vereinegründung nahm an Fahrt auf. 1907 gründeten sieben Wiener Vereine eigene Leichtathletik-Sektionen.

1908: Theobald Harmsen wurde vom "Österreichischen Sportausschuss für leichte Athletik" zum neuen Präsidenten gewählt. Bereits 15 Vereine waren dem Verband bis 1909 gemeldet.

Am 10. Juni 1910 erfolgte die bis heute gültige Namensgebung "Österreichischer Leichtathletik-Verband".

Quellen: Adam, Norbert (2002): Leichtathletik. Die Königin des Sports. 100 Jahre Österreichischer Leichtathletik-Verband. Wien: Verlag Wolfgang Drabesch.
http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=asz&datum=19000004&zoom=2&seite=00001114&ues=0&x=15&y=11
http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=asz&datum=19010004&zoom=2&seite=00001031&x=16&y=8
http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=asz&datum=19020004&zoom=2&seite=00001329&x=8&y=13
http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=asz&datum=19020004&zoom=2&seite=00001416&x=12&y=10
http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=asz&datum=19020004&zoom=2&seite=00001490&x=13&y=5
http://www.oelv.at/static/history/wettkampfregeln1902.pdf



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1911 - 1918 | Schwierige Zeiten

Am 1. Oktober 1911 fanden die ersten Verbandsmeisterschaften zum selben Termin und Ort statt. Dabei wurden ausschließlich Männerbewerbe in den Disziplinen 100m, 400m, 1.500m, Hochsprung, Weitsprung, Diskuswurf, Kugelstoß und Speerwurf ausgetragen. In der folgenden Saison wurden der 100m Meister in Lemberg und der 400m Meister in Prag beim Meeting des DFC ermittelt. Ab diesem Zeitpunkt wurden im Ausland erbrachte Bestleistungen ebenfalls als österreichische Rekorde anerkannt.

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Am 17. Juli 1912 wurde im Zuge der Olympischen Sommerspiele in Stockholm im schwedischen Reichstag der Welt-Leichtathletik-Verband IAAF (damals: International Amateur Athletic Federation) von 17 nationalen Leichtathletik-Verbänden - darunter auch Österreich - gegründet.

Letztmalig wurden die Zehnkampf- (Prag) bzw. 10.000m-Meisterschaften (Lemberg) 1913 dezentral ausgetragen. Die leichtathletische Bewegung (so die damalige Bezeichnung) in Österreich entwickelte sich, was vor allem die Breite und Tiefe betraf, weiter. An einem Schülermeeting nahmen 716 Aktive teil und absolvierten 1.626 Starts. Bereits 42 Vereine hatten sich dem ÖLV angeschlossen und führten im gesamten Jahr 170 Veranstaltungen durch.

1914 wurde die positive Entwicklung durch zahlreiche, auch international anerkannte, Leistungen fortgesetzt. So erzielte Otto Egger vom GAK am 12. Juli in Budapest 7,18m im Weitsprung oder Fritz Fleischer vom WAC in Wien 10,7sek über 100m. Ein jähes Ende erfuhr nicht nur die Sportart Leichtathletik durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges. Österreichs Thronfolger Erzherzog Ferdinand wurde bei einem Schussattentat in Sarajevo am 28. Juli 1914 ermordet - die Monarchie Österreich-Ungarn erklärte Serbien den Krieg.

Geschuldet durch die vierjährige Unterbrechung des 1. Weltkrieges bis zum 11. November 1918 gerieten sämtliche bis dahin durch Männer dominierte, sportliche Bestrebungen in den Hintergrund. Einzig das damals noch sehr unterentwickelte, gesellschaftliche Bild der Frau wurde durch den vermehrten Einsatz der Frauen an Arbeitsplätzen der Männer, die sich an der Front befanden, aufgewertet. 1917 wurde im ÖLV eine eigene Frauensektion etabliert. Bis Mitte der 1920er Jahre erzielten erfolgreiche Athletinnen wie z.B. Helene Rittenauer insgesamt 14 inoffizielle Weltbestleistungen.

Quelle: Adam, Norbert (2002): Leichtathletik. Die Königin des Sports. 100 Jahre Österreichischer Leichtathletik-Verband. Wien: Verlag Wolfgang Drabesch.



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1919 - 1930 | Zwischenkriegszeit

Unmittelbar nach Kriegsende fanden sich auf den Sportplätzen erstmals wieder Athleten ein, um gemeinsam zu trainieren. Seine Premiere feierte zu dieser Zeit auch der "Quer-durch-Wien"-Lauf, welcher vom Westbahnhof bis zum WAC Platz führte. Diese Veranstaltung erfreute sich großer Beliebtheit - säumten doch rund 400.000 Menschen die Straßen Wiens entlang der Strecke.

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1920 konnte man anhand der auf 59 Vereine gestiegenen Mitgliederzahl erkennen, dass ein positiver Trend in der Entwicklung des ÖLV einsetzte. Fachbeiträge zu Themen wie die "Leichtathletik als Frauensport" und "Training, Technik und Taktik" wurden publiziert. Der Terminkalender wies zu diesem Zeitpunkt 27 Veranstaltungen aus.

Erste regionale Meisterschaften in den österreichischen Bundesländern waren die logische Folge. Der positive Trend hielt an. Der Dreiländerkampf Österreich-Ungarn-Tschechoslowakei auf dem WAF-Platz in Wien/Hütteldorf avancierte mit 10.000 Besuchern gar zum Jahreshöhepunkt. Dies war die bis dato größte Leichtathletik-Veranstaltung auf einem Sportplatz.

Bei der 3. Auflage des "Quer-durch-Wien"-Laufs starteten 1921 bereits 83 Teams. Basierend darauf entstand gar eine politische Diskussion, welche sich damit beschäftigte, ob die zahlreichen Läufer für die Feinstaubentwicklung und damit die Gefährdung der Gesundheit verantwortlich seien. Daraufhin sagten Fraktionen aus dem Arbeitersport sogar ihre Teilnahme am Lauf ab - aus heutiger Sicht sicherlich eine undenkbare Herangehensweise.

Den Höhepunkt bildeten die für moderne Maßstäbe sehr fragwürdig titulierten "Deutschen Kampfspiele" 1922 in Berlin. Durch Richard Haselsteiner im Stabhochsprung und Ferdinand Friebe im 1.500m Lauf konnten österreichische Siege erzielt werden.

Der ÖLV, unter der Führung des Präsidenten Hermann Wraschtil, schloss Mitgliedsvereine, welche weder den Mitgliedsbeitrag beglichen noch den sportlichen Aktivitäten nachkamen, aus. Zur Einteilung der AthletInnen wurden vier Gruppen geschaffen:

  • Erstlinge - jene ohne jegliche Wettkampferfahrung
  • Neulinge - jene ohne Top-3 Platzierung
  • Junioren - jene, welche in einer bestimmten Disziplin weniger als drei Siege errungen haben
  • Senioren - alle anderen.

Dies stellte in der Verbandsgeschichte ein Novum dar, hatte es bis dahin hinsichtlich der österreichischen Meisterschaften weder Alters- noch Leistungsgrenzen gegeben.

Somit wurden 1925 erstmals österreichische Juniorenmeisterschaften ausgetragen.

Besonders leistungsstark agierten zur damaligen Zeit die Vereine Wiens: WAC, WAF, Cricket, Vienna, Rapid und Hakoah. Der GAK aus der Steiermark bildete einen ernst zu nehmenden Kontrahenten aus den Bundesländern.

Weiters wurde beschlossen, dass zur Vergabe der Meistermedaille mindestens drei Athletinnen am Start stehen mussten.

Das Ende des 1. Weltkrieges war noch gar nicht so recht verdaut, waren bereits die Vorboten der Weltwirtschaftskrise spürbar - diese machte sich auch in der Leichtathletik bemerkbar.

1926 gab es, angestrebt durch den ÖLV-Präsidenten, auf Grund der politisch und wirtschaftlich schwierigen Zeiten Anschlusstendenzen an Deutschland. Man versprach sich davon einen größeren Wirkungskreis und neue Impulse.

Ebenfalls 1926 trat der ÖLV dem Frauen-Weltsportverband "Womans Amateur Athletic Association" bei.
"Frauen, die am Feld- oder Bahnsport unter Aufsicht des Verbandes teilnehmen, müssen tragen: 1. eine Tunika (faltiges, bis an die Knie reichendes Gewand) mit bis an die Ellbogen reichenden Ärmeln, und 2. dunkelfarbige Kniehosen, die - wenn die Trägerin kniet - höchstens 10 cm vom Boden abstehen dürfen."
Mit dieser, aus heutiger gesellschaftlicher Sicht, antiquierten Bestimmung wollte man den damaligen Gegnern des Frauensports den Wind aus den Segeln nehmen.

1928 wurde die Idee des Anschlusses an den Deutschen Leichtathletik-Verband verworfen. 1929 wurden die Schienen gelegt, in welchen die heutigen föderalistischen Strukturen des ÖLV gründeten - die Gründung eigenständiger, aber dem ÖLV untergeordneter Landesverbände wurde ermöglicht. Voraussetzung war, dass es mindestens drei Vereine im Bundesland gab.

Quelle: Adam, Norbert (2002): Leichtathletik. Die Königin des Sports. 100 Jahre Österreichischer Leichtathletik-Verband. Wien: Verlag Wolfgang Drabesch.



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1931 - 1945 | Der ÖLV im 2. Weltkrieg

Auf Bestreben der Bundesländer hin, wurde die Auflösung der Personalunion ÖLV - Wien verlangt. Bereits zwei Jahre später jedoch beschloss die WLV-Generalversammlung die Selbstauflösung des eben gegründeten Landesverbandes. Der wieder hergestellte und auch ursprüngliche Zustand dauerte bis 1949 an.

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Von den ersten Europameisterschaften von 7. bis 9. September 1934 in Turin (ITA), damals noch organisiert von der IAAF, kehrte die ÖLV-Delegation erfolglos heim. Auf Grund der Tatsache, dass die Spitzenathletinnen ausschließlich bei Olympischen Spielen und den "Deutschen Kampfspielen" auf starke Konkurrenz trafen, verstärkte der ÖLV die nationalen (Österreichische Vereinemeisterschaften) wie auch internationalen (Länderkämpfe und Auslandsstarts) Wettkampfteilnahmen, um das sportliche Niveau anzuheben. Durch die Auflösung der Arbeitersportvereine im Zuge des Bürgerkrieges wechselten zahlreiche ASKÖ-Athlet/innen zu ÖLV-Mitgliedsvereinen. Das Leistungsniveau nahm zu.

Als letztes Bundesland machte sich 1935 auch im Burgenland die Leichtathletik mit einem Wettkampf in Eisenstadt bemerkbar. Die ÖLV-Führung war indes bestrebt die nicht zufriedenstellende EM-Bilanz von 1934 aufzuarbeiten. Mit Dr. Harald Bruce wurde ein renommierter US-amerikanischer Trainer engagiert, welcher die Vorbereitung der Athlet/innen auf die Olympischen Spiele 1936 in Berlin vorantreiben sollte. 1935 wurden bereits 22 Rekorde erzielt und 7 Länderkämpfe erfolgreich bestritten. Den Städtekampf Wien - Prag im Wiener Stadion erlebten damals 40.000 Zuschauer.

1936. Olympische Spiele. Berlin. Österreichs Leichtathlet/innen konnten sich immer besser an die Weltelite herantasten. Am nächsten kam Speerwerferin Herma Bauma an die Medaillen heran, für einen Podestplatz reichte es jedoch mit dem 4. Platz leider knapp nicht. In diesem Jahr wurden von den ÖLV-AthletInnen 30 neue Rekorde aufgestellt.

1937: Erstmals wurden gesamtösterreichische Jugend-Titelkämpfe organisiert.

1938: Auflösung des ÖLV auf Grund der Eingliederung Österreichs in das "Deutsche Reich". In diesem Jahr fanden die 2. Leichtathletik-Europameisterschaften der Geschichte statt, wobei Männer und Frauen an getrennten Orten ihre Wettkämpfe austrugen. Die Männer trugen ihre Titelkämpfe von 3.-5.9.1938 in Paris aus, die Frauen am 17.-18.9.1938 in Wien, im Praterstadion.

1939: Wie auch "Das kleine Volksblatt" am Sonntag, den 5. Juni 1938 berichtete, wurde der ÖLV aufgelöst. Die Löschung des ÖLV aus dem Vereinsregister erfolgte mit der Begründung, dass "dieser sich unter Aufhebung seiner Rechtspersönlichkeit in den Deutschen Reichsbund für Leibesübungen eingegliedert hat".

Löschung aus dem Vereinsregister

Den Wirren des 2. Weltkriegs geschuldet, verloren rund 400.000 Österreicherinnen ihr Leben. Der Sportbetrieb kam fast völlig zum Erliegen - auf nationaler wie auch auf internationaler Ebene. Trotz der verheerenden Umstände tauchten zu dieser Zeit, wie sich der ehemalige Leichtathletik-Journalist Prof. Dr. Walter Smekal erinnerte, zwei vielversprechende Talente auf: Kurt Judmann (400m) und Karl Mladek (100m). Beide wurden unter Flagge Deutschlands 1941 Jugend-Europameister in Mailand (ITA).

Judmann, erster Jugendlicher unter 50 Sekunden über 400m starb kurze Zeit später im Zuge der Zerstörung des Klosters in Monte Cassino durch die Alliierten. Mladek erreichte 1941 den 2. Platz bei den deutschen Meisterschaften mit 21,8sek über 200m. Als fanatischer Gegner der Nationalsozialisten "vergaß" er bei anstehenden Jugend-Auswahl-Kämpfen das offizielle Trikot mit dem Hakenkreuz darauf anzuziehen. Mladek, noch immer geschockt vom Tod seines Freundes Judmann, desertierte, wurde aber wenig später gefasst und zum Tode verurteilt. Nach Interventionen durch Sportminister Tschammer-und-Osten mit der Begründung der außerordentlichen Leistungen Mladeks für Deutschland, konnte doch noch eine Begnadigung erwirkt werden. Mladek wurde zur Bewährungseinheit "Flammenwerfer" versetzt, was einem Todeskommando glich. Dem Inferno entkommen, versuchte Mladek abermals zu fliehen. Abermals jedoch wurde er geschnappt und zum Tode verurteilt. Die russische Armee war jedoch schneller und Mladek musste bis 1947 in russischer Gefangenschaft ausharren.

Nach der Rückkehr Mladeks aus der UdSSR wurde sein Comeback im Rahmen eines Cricket-Meetings festgelegt. Mit gerade einmal 14 Tagen Training in den Beinen gewann Mladek den 100m Lauf in 11,1sek. Trotz dieser unter diesen widrigen Voraussetzungen erzielten Leistung beendete er seine Karriere mit den Worten: "Mit einer solchen Leistung fange ich gar nicht erst wieder an."
Anschließend startete Mladek eine Karriere als Schauspieler, Maler und Zeichner.

Felix Rinner, sozusagen das genaue Gegenbild von Karl Mladek, wurde hoher SS-Offizier, blieb jedoch stets Mensch und dem Sport verbunden. Er beteiligte sich nicht an Judenverfolgungen und half sogar einigen jüdischen Sportlern sich zu retten.

Diskuswerfer Johann "Schani" Wotapek schaffte es auf Vorschlag der deutschen Größen gar zum Kapitän der deutschen Nationalmannschaft. Wotapek, laut Smekal nie und nimmer ein Nationalsozialist, musste sich diesem Umstand nach 1945 erwehren. Das Dopingrezept des damaligen Ausnahmekönners lautete wie folgt: "Vor jedem schweren Wettkampf an guaten Rotwein, drei rohe Eier, dazu a Packel Traubenzucker gut verrührt und 45 Minuten vor den Würfen trinken. Da hab i mi vor Kraft nimma dahalten kenna."

Quelle: Adam, Norbert (2002): Leichtathletik. Die Königin des Sports. 100 Jahre Österreichischer Leichtathletik-Verband. Wien: Verlag Wolfgang Drabesch.



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1946 - 1950 | Abermals bergauf

Unmittelbar nach Kriegsende am 8. Mai 1945 in Deutschland befand sich die österreichische Bevölkerung in schwerer Not. Unter den vier Besatzungsmächten - Frankreich, USA, Großbritannien und Russland - und den damit verbundenen Reparationszahlungen leidend, musste der Wiederaufbau nicht nur sprichwörtlich mit bloßen Händen stattfinden.

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Schilderungen aus dem Tagebuch des ehemaligen Athleten Bruno Niederecker verdeutlichen dies.

Tagebuch des Bruno Niederecker

Basierend auf den bis 1934 historisch gewachsenen Sportstrukturen wurde versucht, so etwas wie Normalität einkehren zu lassen. Neben den Fachverbänden der einzelnen Sportarten, dem ÖOC, der ASKÖ und der Union wurde erst 1969 die Österreichische Bundes-Sportorganisation (BSO) als Interessensvertretung im Sport geschaffen.

Somit konnte auch die Leichtathletik wieder zum Leben erweckt werden. Zu einer Arbeitsausschusssitzung am 18. Mai finden sich etliche ehemalige Funktionäre und Sportler ein. Neu konstituiert und nur wenige Tage später fand am 3. Juni 1945 der traditionelle "Quer-durch-Wien"-Lauf und eine Woche später das erste Bahnmeeting statt.

Das Umfeld damals muss man sich folgendermaßen vorstellen: Fehlende Sportstätten (in Wien nur zwei), wenige Geräte, mangelnde Sportkleidung und vor allem kein Geld und reisebehindernde Besatzungszonen. Jedoch überwogen Idealismus, Freude und Agilität - nicht einmal das verloren gegangene Kapital und Verbandsarchiv konnten diese menschlichen Züge stoppen.

Wiederzulassung des ÖLV 1946

Am 8. Jänner 1946 erhielt der ÖLV die Wiederzulassung. Am 19. Jänner fand die erste Nachkriegs-Generalversammlung statt und am 9. Juni nimmt der ÖLV-Vorstand unter dem neuerlich gewählten Präsidenten Hermann Wraschtil offiziell seine Arbeit auf. Die ersten österreichischen Meisterschaften der 2. Republik ließen nicht lange auf sich warten - waren jedoch durch den Wegfall etlicher ausgezeichneter SportlerInnen leistungsschwach. Zum damaligen Zeitpunkt war dies zweitrangig.

Unter der deutschen Sportförderung waren die Leistungen der jungen Damen jedoch sehr ansprechend.

Die Phalanx der starken ÖLV-Frauen setzte sich in den Jahren 1947 und 1948 nahtlos fort. Herausragend dabei war die Speerwerferin Herma Bauma, welche den Weltrekord zuerst auf 48,21m und anschließend bei den Olympischen Spielen 1948 in London (GBR) auf 48,63m verbesserte und Gold gewann. Inga "Ine" Schäffer belegte im Kugelstoßen den ebenfalls sensationellen 3. Platz. Sieben der 16 ÖLV-Rekorde in diesem Jahr erzielten Frauen - Nationaltrainer Dr. Ralph Hoke hatte an diesen Erfolgen großen Anteil.

Für heutige Zeiten in Österreich nahezu undenkbar, strömten gar 30.000 Menschen ins Wiener Stadion um das beste Leichtathletik-Team der Welt, die US-Olympiaauswahl, gemeinsam mit den österreichischen ErfolgsathletInnen, zu bewundern.

Auch sportpolitisch änderte sich 1948 einiges: Die Dach- und Fachverbände des österreichischen Sports intensivierten ihre Zusammenarbeit, was darin mündete, dass Vertreter aus den Dachverbänden in die Führungsgremien des ÖLV aufgenommen wurden. Der erste Erfolg der Umstrukturierung ließ nicht lange auf sich warten. Im selben Jahr noch wurde die Verabschiedung des Sporttotogesetzes unter der Federführung der beiden Nationalräte Otto Scheff (ÖVP) und Franz Winterer (SPÖ) im Nationalrat initiiert.

1949: Ein dritter Dachverband wurde gegründet: Der Allgemeine Sportverband Österreichs (ASVÖ). Damit sollte der Zugang zu den Totomitteln den Vereinen im gesamten Bundesgebiet ermöglicht werden - immerhin stammten die Mittel aus den Wetteinsätzen auch aus allen Bundesländern.

Das "Österreichische Sportjahrbuch" 1949 wies auf die schlechten Voraussetzungen der Leichtathletik hin. Zu wenig fachgerechte Sportplätze, Geldmangel, Verletzungsanfälligkeit der AthletInnen, fehlendes Publikum bei nationalen Meetings - sowie verbandsinterne Querelen. Diese Streitigkeiten gingen sogar so weit, dass die Besetzung eines dem ÖLV, wegen des guten Abschneidens in London, zugestandenen Sitzes im ÖOC auf Grund interner Personaldiskussionen scheiterte.

Im Jahr 1950 kam erstmals die Auszahlung der Sporttotomittel zum Tragen - die Existenzbasis der österreichischen Sportverbände. Durch die Einführung des Lotto-Spiels in den 1980er Jahren wurde später eine gesetzliche Änderung notwendig. Anstatt des Reinerlöses aus dem Sporttoto wurden fortan garantierte Fixbeträge zugesichert.

Dr. Erich Pultar wird neuer ÖLV-Präsident. Verbandsintern gab es weiterhin Uneinigkeit. Diesmal preschte der damalige Tiroler Landesverbandspräsident Raschenberger mit der Bestrebung vor, den Hauptsitz des ÖLV entweder gänzlich nach Innsbruck oder turnusmäßig in den Bundesländern aufzuteilen. Von Wien wurde dieses Verlangen mit der Begründung des damit verbundenen Abschnitts von den Zentralstellen des österreichischen Sports, strikt abgelehnt.

Quellen:
Adam, Norbert (2002): Leichtathletik. Die Königin des Sports. 100 Jahre Österreichischer Leichtathletik-Verband. Wien: Verlag Wolfgang Drabesch.
Bruno Niederecker. Tagebuch.



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1951 - 1960 | Lichtblicke

Unmittelbar nach Kriegsende war es unvorstellbar, Österreich wieder als blühendes Land erleben zu können. Doch langsam, aber sicher wurde das österreichische Wunder sichtbar. Rascher als erwartet wurden Schutt und Kriegsschäden beseitigt, neue Sport-, Kultur- und Wirtschaftsgebäude entstanden, das Bruttosozialprodukt stieg und die Arbeitslosigkeit sank. Der US-Marshall Plan zeichnete dafür verantwortlich.
1955 endete die Besatzungszeit. Auf dem Balkon des Belvederes verkündete Außenminister Leopold Figl die Unterzeichnung des österreichischen Staatsvertrages mit den Worten "Österreich ist frei".

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1951 feierte man fälschlicherweise mit einem Meeting im Wiener Stadion das 50-jährige ÖLV-Jubiläum. Herausragende Leistungen waren dabei die 1,63m im Hochsprung von Feodora Schenk-Solma (3. Platz der Europa-Jahresbestenliste) und die 2:16,8min über 800m von Lizzy Kladensky.

Abermals konnte die US-Olympiaauswahl nach den Olympischen Spielen in Helsinki (FIN) 1952 für einen Start in Wien, diesmal am WAC Platz, begeistert werden. Heimische Langstreckler wie Adolf Gruber nutzten diese Möglichkeit, um sich zu messen.

Im Folgejahr trat der gesamte Vorkriegs- und Kriegskader allmählich ab. Das Jahr Null nach dem 2. Weltkrieg hatte somit begonnen. es fehlte sowohl an Infrastruktur als auch an athletischer Substanz. Das Augenmerk musste sich nunmehr auf den Nachwuchs richten - nahmen gar noch nie so viele talentierte AthletInnen an Jugend- und Juniorentitelkämpfen teil.

1955 konnte man bereits feststellen, dass sich das Ost-West-Gefälle hinsichtlich der Erfolge der Bundesländer zu "normalisieren" begann. Die Bundeshauptstadt stellte nur noch 17 MeisterInnen in der Allgemeinen Klasse.
In der Jugend- und Juniorenkategorie stieg die Anzahl der zu vergebenden Titel auf 50.

Allmählich machte sich die erfreuliche Leistungssteigerung im Nachwuchs der vergangenen Jahre auch in der Allgemeinen Klasse bemerkbar. Hinzu kamen einige ausgezeichnete Läufer aus Ungarn, welche vor den Repressalien der Sowjetunion flüchteten. Unter anderem wurde der damalige Weltrekordhalter (3.000m Hindernis) Sandor Rosznyoi eingebürgert - er schloss sich dem WAC an.

Wien wird wieder stärker und gewinnt 22 der 31 Meistertitel im Jahr 1957. In Graz findet in diesem Jahr zum bereits 32. Mal der "Schlossberglauf" statt.

Zur damaligen Zeit durchaus üblich wurden Leichtathletik-Wettkämpfe im Vorfeld diverser Fußballspiele veranstaltet. International bedeutende Meetings gab es in Österreich kaum. Jedenfalls kaum zu glauben, ließ sich ein damaliger Sportjournalist zu folgender Aussage hinreißen: "Leichtathletik als Vorspiel zu einem Fußballländerspiel [sei] eine arge Zumutung".

Die Innsbruckerin Friedl Murauer unterbot 1958 als erste Österreicherin die 12-Sekunden Marke über 100m.

Mit einem Paukenschlag schlug damals die Meldung ein, dass Erika Strasser den bisherigen Weltrekord von Herma Bauma im Speerwurf auf 48,99m verbesserte. Bis 1961 wurde der Rekord sogar auf 52,32m verbessert. 
Die Herren gewinnen den Länderkampf mit 114:106 gegen Spanien, Helmut Donner überquert als erster Österreicher die 2-Meter-Marke im Hochsprung.
Im Linzer Stadion fand 1959 erstmals ein großes internationales Leichtathletik-Meeting statt - quasi die Geburtsstunde des heutigen Gugl-Meetings.

International explodierten die Leistungen. Im Vergleich dazu hinkte Österreich hinterher. Trotzdem verfügte Österreich immer wieder über herausragende AthletInnen, so schlug sich Rudolf Klaban unter anderem beachtlich, gewann den Harbig-Pokal in Dresden (GER) und schloss zur internationalen Spitze auf. Auf Klubebene etablierte sich mit dem Klagenfurter LC ein ernst zu nehmender Gegner für die bis dahin dominierenden Vereine Wiens.

Die Olympischen Spiele 1960 in Rom (ITA) endeten ohne zählbaren Erfolg.  

Quelle: Adam, Norbert (2002): Leichtathletik. Die Königin des Sports. 100 Jahre Österreichischer Leichtathletik-Verband. Wien: Verlag Wolfgang Drabesch.



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1961 - 1966 | Thun & Klaban

Auch im Männerbereich tat sich ein erfolgreicher Werfer hervor. Der Wiener Heinrich Thun schaffte es mit 68,33m sogar unter die Top-4 der damaligen "ewigen" Weltrangliste und auf den 3. Platz der Jahresweltbestenliste. Er wurde 1961 Militärweltmeister. Die Wiener Vereine hingegen büßten wieder einen Teil ihres Vorsprunges ein und gewannen "nur" 13 österreichische Meistertitel. Die Bundesländer Kärnten (5), Oberösterreich (4) und Steiermark (4) konnten den Rückstand verringern.

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Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Belgrad (YUG) scheiterte Thun knapp an einer Medaille und belegte nur den 4. Platz. Eine Medaille war damals das für den Athleten erklärte Ziel.

Tirol avancierte mit sieben Meistertiteln zum ersten Herausforderer Wiens.

1963: Thun erzielte eine Weltjahresbestleistung im Hammerwurf mit 69,77m! Der Steirer Heimo Reinitzer konnte den Diskus-Uralt-Rekord von Wotapek auf 51,93m verbessern.

Ein interessanter Beitrag zum Thema "Mitarbeiter" fand sich, ebenfalls aus dem Jahr 1963, in den ÖLV-Mitteilungen:
"Wie immer ist die Aufstellung des umfangreichen Laufgerichtes wie es eine ÖM erfordert, die schwierigste Aufgabe. So gesehen kann festgestellt werden, dass sich dieses, fast aus dem Boden gestampfte Laufgericht in Klagenfurt recht gut geschlagen hat. Wie die guten Zeiten über 10.000m zu Stande gekommen sind - ob um eine Runde zu wenig gelaufen, oder um eine Minute zu wenig abgelesen wurde - lässt sich nicht mehr feststellen. Auf jeden Fall ist all den Männern und Frauen zu danken, die sich zur Verfügung stellen, denn eine so undankbare, zeitaufwendige Tätigkeit ist in unserer Zeit keineswegs mehr üblich."

Sensationell und vollkommen unerwartet nahmen 1964 7.500 Teilnehmer am "Zwischenbrückenlauf" im Wiener Donauüberschwemmungsgebiet teil - darunter zahlreiche SchülerInnen, Betriebsgruppen und viele Nicht-Organisierte. Dabei wurde die spätere Klasseläuferin Christiane Casapicola-Wildschek entdeckt.

Die Olympischen Spiele in Tokio (JPN) verliefen ambivalent. Bedauerlicherweise musste Heinrich Thun auf Grund eines Bandscheibenvorfalls schon vor seinem fixierten Start aufgeben, Rudi Klaban drang jedoch mit dem 800m Rekord von 1:47,4min ins Semifinale vor.

Klaban (im Bild ganz rechts) im Rahmen des Fußball Länderspiels Österreich gegen Rumänien am 1. Mai 1968:

Klaban

Bei der EM 1966 in Budapest (HUN) konnten keine zählbaren Erfolge eingefahren werden. Auch bei weiteren internationalen Großveranstaltungen können Österreichs NachwuchsathletInnen nicht überzeugen. Allein Thun und Klaban hielten Österreichs Leichtathletik-Fahne hoch und reüssierten bei zahlreichen renommierten Meetings im Ausland.

Klaban bereitete sich bereits auf die Olympischen Spiele in Mexiko 1968 im Rahmen eines Höhentrainingslagers am Reißeckstausee vor.

Quelle: Adam, Norbert (2002): Leichtathletik. Die Königin des Sports. 100 Jahre Österreichischer Leichtathletik-Verband. Wien: Verlag Wolfgang Drabesch.



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1967 - 1972 | Die Damen werden stärker

Die soziale und wirtschaftliche Lage in Österreich verbessert sich zusehends. Der Drang nach größeren und moderneren Wohnungen und dazu passender Einrichtung ist enorm. Und nun auch realisierbar. Zeitgleich setzt ein regelrechter Fernsehboom ein - ein Meilenstein in der Kommunikation. Die zusehends stabilere innenpolitische Situation sorgte für eine anhaltend positive Entwicklung.

Im Umkehrschluss veränderte sich das gesellschaftliche Gefüge ein wenig weg vom gemeinsamen geselligen Beisammensein hin zum "Patschenkino". Dadurch gab es natürlich auch Veränderungen im Sport- und vor allem Vereinswesen.

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1967 läutete den Beginn einer erfolgreichen Damen-Ära ein. Mit Eva Janko im Speerwurf, Ilona Gusenbauer im Hochsprung, Liese Prokop im Fünfkampf und Inge Weichart im Hürdensprint schickte sich ein Quartett an, in den kommenden Jahren die Leichtathletik-Szene zu beeindrucken.

Im ÖLV-Sekretariat übernahm der damals 23-jährige Roland Gusenbauer die Führung.

Mexiko 1968. Zwei Sternstunden der Österreichischen Leichtathletik. Liese Prokop sicherte sich im Siebenkampf bei den Olympischen Spielen die Silbermedaille und Eva Janko erreichte Bronze im Speerwurf. Die Sensationen waren perfekt und das Wunderteam aus der Südstadt sorgte fortan für weitere herausragende Erfolge und Leistungen. Ilona Gusenbauer übersprang zu dieser Zeit 1,80m im Hochsprung.

Liese Prokop

Die Herren konnten zu dieser Zeit nicht wirklich mithalten. Eine Ausnahme bildete Walter Pektor, welcher den Speerwurf-Rekord auf starke 82,16m schraubte. Dieser Rekord bestand mehr als 30 Jahre - Erst Gregor Högler sollte diesen kurz vor der Jahrtausendwende überbieten.

1969: Alois Mock, damals Unterrichtsminister, rief das "Jahr der Leichtathletik in Österreich" aus. Gezielte Werbekampagnen unter den SchülerInnen wurden lanciert.

Liese Prokop schrieb weiterhin ihre eigene Erfolgsgeschichte. Sie wurde 1969 in Athen (GRE) Europameisterin und stellte zweimal einen neuen Weltrekord im Siebenkampf auf. Bei den Staatsmeisterschaften in Leoben gelang ihr mit 5.089 Punkten der erste Streich, mit 5.352 in "ihrer" Südstadt gar ein Quantensprung der Sonderklasse. Zusätzlich dazu holte ihre Schwester, Maria Sykora, über 400m EM-Bronze.

Horst Mandel erreichte im EM-Zehnkampf den hervorragenden 6. Platz, Ilona Gusenbauer erzielte Weltjahresbestleistung mit 1,84m im Hochsprung und siegte im Rahmen des Kontinentalwettkampfes gegen die USA mit 1,80m.

Von österreichischen AthletInnen wurden sagenhafte 46 Rekorde erzielt! Fulminant. Bei den Frauen "überlebten" nur vier Bestleistungen: 60m, 800m, 1.500m und Speerwurf.

Am 7. November 1970 wurde der Europäische Leichtathletik-Verband (European Athletics) gegründet. Nach dem anfänglichen Sitz in Darmstadt (GER) wurde dieser im Jahr 2003 nach Lausanne in der Schweiz gelegt.

Das Hallenzeitalter

Der wirtschaftliche Trend zeigte weiterhin steil bergauf. Dies wirkte sich sowohl auf die sozialen als auch auf die arbeitsrechtlichen Indikatoren aus. Die Arbeitszeit sank auf 40 Stunden pro Woche, die Arbeitswoche wurde auf fünf Tage begrenzt, die Realeinkommen stiegen. Der Faktor Freizeit wurde immer wichtiger. Österreich wurde somit sprichwörtlich zu einer "Insel der Seligen".

Größere Distanzen zu zahlreichen Wettkämpfen und Veranstaltungen aller Art wurden mittlerweile fast mühelos zurückgelegt, über das weltweit verfügbare Fernsehen war seit dieser Zeit man stets up-to-date. Die Werbewirtschaft wurde dadurch zunehmend auf Sportevents aufmerksam.

Hallen-Europameisterschaft in Wien

Die 1. Hallen-EM fand von 14. - 15. März 1970 in der 1958 errichteten und 15.000 fassenden Wiener Stadthalle statt. Bei der Bewerbung konnte mit der "schnellen" Holzlaufbahn gepunktet werden.

Wiener Stadthalle 1970

Für damalige Verhältnisse erwies sich die Wiener Stadthalle als überaus geeignet und vor allem publikumswirksam. Sowohl organisatorisch als auch sportlich wurden die Titelwettkämpfe zum großen Erfolg.

Ilona Gusenbauer im Hochsprung und Maria Sykora über 400m gewannen jeweils Gold. Zusätzlich dazu erreichte die Damenstaffel den 3. Platz. Zwei weitere 4. Plätze rundeten den Erfolg ab.

Zusätzlich dazu gewann Maria Sykora bei der Universiade über 400m den 1. Platz und über 800m den 2. Rang.

Abermals Ilona Gusenbauer

1971 begeisterte die überaus erfolgreiche Hochspringerin das österreichische Publikum vor 42.000 Zusehern im Wiener Stadion bei ihrem Weltrekordsprung über 1,92m. Die Marke galt als besonderer Meilenstein in der Leichtathletik-Geschichte, da der Weltrekord von der Rumänin Yolanda Balas zwischen 1956 und 1961 insgesamt vierzehn Mal auf 1,91m verbessert wurde und in Fachkreisen als unschlagbar galt. Im Gegensatz zum eher männlichen Erscheinungsbild Balas' heimste Gusenbauer durch ihre Erscheinung zahlreiche Sympathiepunkte ein. Deutschlands Ex-Hürden-Weltrekordler Martin Lauer meinte gar: "Niemandem hab ich den Weltrekord so sehr gewünscht wie Ilona. Sie vollbrachte für den Frauensport einen unschätzbaren Dienst."

Auch die Weltpresse stieß in dasselbe Horn und kürte Ilona Gusenbauer zur Weltsportlerin Nr. 2 und Welt-Leichtathletin des Jahres.

Im selben Jahr gewann Sepp Zeilbauer im Junioren-EM-Zehnkampf mit 7.842 Punkten die Goldmedaille.

Seitens des ÖLV wurde die Gunst der Stunde genutzt. Mit Unterstützung des OÖC und des Unterrichtsministeriums ging man abermals in die Schuloffensive und startete die Kampagne "Wir suchen den Olympiasieger 1980".

München (GER). 1972. Olympische Sommerspiele.

Überschattet durch den Terroranschlag auf das israelische Team ragte einmal mehr Ilona Gusenbauer mit ihrem 3. Platz heraus. Eva Janko mit dem 6. Platz im Speerwurf und Sepp Zeilbauer mit dem 9. Rang im Zehnkampf brachten ein sehr versöhnliches Ende dieser in nicht nur sportlicher Hinsicht außergewöhnlichen Spiele.

Quelle: Adam, Norbert (2002): Leichtathletik. Die Königin des Sports. 100 Jahre Österreichischer Leichtathletik-Verband. Wien: Verlag Wolfgang Drabesch.
Foto Credit: Eva Buchholz



(C) Mitteilungsblatt ÖLV/Kristian Bissuti

1973 - 1980 | Zehnkampf und Lauf

Nachdem das halbe Olympiateam dem Spitzensport adé sagte, klaffte in Bezug auf die Leistungsdichte in der österreichischen Leichtathletik ein Loch. Vereinzelte Lichtblicke wie der Zehnkämpfer Sepp Zeilbauer ragten heraus. Seine 8.136 Punkte bedeuteten nicht nur österreichischen Rekord, sondern laut "Track & Field News" auch die Führung in der Weltjahresbestenliste 1973. Bei den Damen ragte besonders Maria Sykora in der neuen Meisterschaftsdisziplin 400m Hürden mit Rekordläufen im In- und Ausland heraus.

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Mit einem wahren Paukenschlag ließ1973 Sepp Zeilbauer im Rahmen der legendären Mehrkampf-Staatsmeisterschaften in Götzis aufhorchen, als er als erster Österreicher (nach der alten Punkterechnung) mit exakt 8.000 Punkten die damals magische Grenze im Zehnkampf der Männer erstmalig erreichte.

An Talenten dürfte es nicht gemangelt haben, kehrten Österreichs SchülerInnen von den ersten internationalen Schulwettkämpfen mit elf Siegen und 22 zweiten und dritten Plätzen in Heimat zurück. Folgerichtig stammten die Erfolge 1975 weitgehend aus dem Nachwuchs. Zehnkämpfer Georg Werthner holte bei der Junioren-EM Silber, Petra Prenner im Fünfkampf Bronze und Silvia Schinzel ebenfalls Bronze über 200m.

Der Mehrkampf machte Schule

Im Vorarlberger Götzis fand 1975 im Mösle-Stadion zum ersten Mal ein Mehrkampf-Meeting statt. Das Meeting wird zur Geburtsstunde eines Dauerbrenners, denn die hervorragenden Organisation durch den damaligen
ÖLV-Mehrkampftrainer Konrad Lerch, die familiäre Atmosphäre sowie die herausragenden sportlichen Leistungen erregten sofort internationale Aufmerksamkeit sowie Akzeptanz.

Bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal (CAN) scheiterte Zehnkämpfer Sepp Zeilbauer bedauerlicherweise an der Anfangshöhe von 4,20m im Stabhochsprung. Wenige Tage später überquerte er 4,80m locker. Ilona Gusenbauer sowie Karoline Käfer kamen erst gar nicht in Montreal an - sie wurden aus dem Olympiakader durch den ÖLV hinausreklamiert.

Zeilbauer_Werthner

Zudem stimmten die sinkenden Teilnehmerzahlen an den nationalen Wettkämpfen nachdenklich.

1977 stand abermals im Zeichen des Zehnkampfes. Sepp Zeilbauer schmückte sich abermals mit der Universiade-Goldmedaille. Im Europacup belegte das österreichische Mehrkampf-Team den zweiten Platz.
Auf Grund starken Dauerregens musste das Mehrkampf-Meeting in Götzis abgesagt werden.

Karoline Käfer kehrte mit Bronze, Sepp Zeilbauer mit dem undankbaren 4. Platz von der Hallen-EM 1978 in Prag (CZE) heim.

Wien beherbergte nach 1970 zum zweiten Mal eine Hallen-Europameisterschaft. 1979 fand diese allerdings im Ferry-Dusika-Stadion statt. Die Kärntnerin Karoline Käfer holte mit dem 3. Platz über 400m die einzige Medaille. Wolfgang Konrad schien über 3.000m Hindernis in der Jahresbestenliste mit 8:22,8min als Dritter auf.

Mehrkampf-Meeting in Götzis 1980

Der Brite Daley Thompson erzielte mit 8.622 Punkten einen neuen Zehnkampf-Weltrekord. Sepp Zeilbauer wurde im Rahmen dieses hochklassigen Wettkampfes mit 8.196 Punkten Vierter. Neben den internationalen Titelkämpfen konnte sich das Götzis-Meeting mittlerweile zum bedeutendsten Veranstaltung im internationalen Wettkampf-Kalender hervor tun.

Das Mehrkampf-Duo Georg Werthner/Sepp Zeilbauer sorgte bei den Olympischen Spielen in Moskau/UdSSR mit den Plätzen vier und fünf für Furore.

Dietmar Millonig siegte beim ISTAF Meeting über 5.000m und erzielte über 3.000m neuen Rekord in 7:43,7min.

In der Südstadt wird Ilija Popov vom ÖLV als Verbandstrainer engagiert und damit betraut, das Leistungsmodel zu auszubauen.

Quelle: Adam, Norbert (2002): Leichtathletik. Die Königin des Sports. 100 Jahre Österreichischer Leichtathletik-Verband. Wien: Verlag Wolfgang Drabesch.
Foto Credit: s.o.



(C) Buch 100 Jahre ÖLV

1981 - 1992 | Meetings und Vienna City Marathon

Robert Nemeth gelang über 1.500m der internationale Durchbruch mit einer Zeit von 3:35,8min. Dietmar Millonig schraubte die österreichischen Rekorde über 5.000m auf 13:22,68min und 10.000m auf 28:28,64min. Beide Läufer belegten in der Jahresbestenliste wie auch Sepp Zeilbauer nach seinem Götzis Sieg mit 8.191 Punkten Spitzenplätze.

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Der Trend hin zu hochklassigen Meetings setzte sich fort - Internationale Länderkämpfe werden immer unbeliebter, bedeuteten sie für die Athleten oftmals Stress und sportliche Überbelastung und bargen somit auch das Risiko von Termin-Kollisionen in sich.

Dr. Erich Pultar tritt als ÖLV-Präsident ab und kandidierte nach 31 Jahren nicht mehr für den ÖLV-Vorsitz. Eine bewegte Zeit nahm für den ÖLV seinen Lauf - nicht weniger als sieben Präsidenten gaben sich in den folgenden zwei Jahrzehnten die Klinke in die Hand.

Erfreulich hingegen präsentierte sich der Laufsport im Allgemeinen. Berg- und Straßenläufe aller Art konnten zunehmend die Massen begeistern. Immer mehr derartiger Veranstaltungen wurden durchgeführt.

1983 legte einen Großteil der österreichischen Top-AthletInnen lahm. Verletzungs- und krankheitsbedingt mussten Millonig, Nemeth, Konrad und Werthner eine Großteil der Saison auslassen. Gute Ergebnisse bei der Leichtathletik-WM in Helsinki (FIN) waren somit außer Reichweite.

Thomas Futterknecht, Dietmar Millonig

National sorgte der Nachwuchs jedoch für 20 nationale Rekorde. Junge Athleten wie Roland Jokl, Thomas Futterknecht und Hermann Fehringer bestätigten ihre Talente eindrucksvoll. Bei der Junioren-EM in Schwechat gewinnt Gerda Haas Silber über 400m.

Beim ÖLV-Verbandstag wird Erich Straganz zum Präsidenten gewählt.

1984

Im darauf folgenden Jahr wird im Rahmen des außerordentlichen Verbandstages beschlossen, die Wahl von Erich Straganz für ungültig zu erklären. Es wurde stattdessen Mag. Peter Wychera zum neuen Vorsitzenden bestimmt. Doch auch er trat schon bald wieder zurück und der 1. Vizepräsident, Ing. Karl Benedict übernimmt die Geschäftsführung.

Die Olympischen Spielen in Los Angeles (USA) verliefen für Österreichs Leichtathletik unspektakulär. Lediglich hervorzuheben sind die positiven Ergebnisse von Thomas Futterknecht mit 49,92sek über 400m Hürden und der gute Dreisprung von Alfred Stummer mit 16,18m. Der Sprinter Andreas Berger konnte erstmals auf sich aufmerksam machen.

1. Vienna City Marathon (VCM)

Angespornt durch die Marathongründungen in europäischen Metropolen wie Rotterdam oder London 1981 war man auch in Wien bestrebt, einen derartigen Lauf zu organisieren. Nachdem die Erstauflage am 26. Oktober 1983 noch an politischen Hürden scheiterte, war es am 25. März 1984 soweit. Der erste Vienna City Marathon ging mit 800 Läufern und Start und Ziel beim Heldenplatz über die Bühne. Der Start einer Erfolgsgeschichte wurde fixiert. Für den sportlichen Teil und die Wettkampfplanung war in den Anfangsjahren der ÖLV zuständig. Nachfolgend wurde die Organisation des Vienna City Marathon gänzlich in private Hände abgegeben.

Wiens damaliger Bürgermeister Dr. Helmut Zilk meinte:
"Wir werden Zeiten erleben, wo mehr als zehnmal so viele Starter antreten."

1985 übernimmt erstmals eine Frau den Vorsitz des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes. Die ehemalige Weltklasse-Speerwerferin Erika Strasser war bereits 1983 Vorstandsmitglied des Österreichischen Olympischen Comités und brachte viel Bewegung in den Verband. Zwei Jahre später wurde sie in das Führungsgremium des europäischen Leichtathletik-Verbandes gewählt.

1986. Dietmar Millonig. Madrid.

Erstmals in der Verbandsgeschichte holt ein ÖLV-Athlet Gold bei der Hallen-EM in Madrid (ESP). Dietmar Millonig war an diesem Tag über 3.000m nicht zu schlagen und verwies Stefano Mei (ITA) und Joao Campos (POR) mit einer Zeit von 7:59,08min auf die Plätze. Ein denkbar knapper Vorsprung von lediglich vier Hundertstel entschieden über Sieg und Niederlage.

Millonig in Madrid

Das "Susi Lindner Meeting" zählte ab 1986 als Vorläufer des "Gugl Meetings" bereits zu den internationalen Leichtathletik-Großveranstaltungen.

1987

Der ÖLV verfügte wieder über Weltklasse-Athleten. Der Kugelstoßer Klaus Bodenmüller (4. bei der Hallen-EM und 7. Platz bei der WM in Rom (ITA)) sowie Andreas Berger (100m und 200m WM-Seminfinale) machten auf sich aufmerksam. Im Europacup konnte Österreich seinen Aufstieg in die B-Gruppe behaupten, was den schwedischen IAAF-Vizepräsidenten Arne Lundquist mit der Aussage "Österreich als Europas Überraschungsteam" staunen lässt.

Gerhard Hartmann gewinnt mit einer Zeit von 2:16,10h zum bereits dritten Mal in Folge den Vienna City Marathon.

Die Olympischen Spiele 1988 in Seoul (KOR) verlaufen abermals ohne positive Platzierung der ÖLV-Athletinnen.

Österreich beherbergte auf Grund seiner zur damaligen Zeit sehr modernen Sportinfrastruktur weiterhin zahlreiche Top-Meetings. Beim Gala-Meeting im Wiener Ferry-Dusika-Stadion werden drei Hallen-Weltrekorde erzielt. Christine Wachtel (DDR) erzielte mit 1:56,40min über 800m eine aus heutiger Sicht fragwürdige Fabelzeit. Zum Linzer Gugl-Meeting kamen 6.000 Zuseher und beim Mehrkampf-Meeting in Götzis sowie beim Schwechater Olympiameeting wurden herausragende Leistungen erreicht.

Andreas Berger begeisterte auf Grund seiner Leistungen die Massen. Allein um dem blitzschnellen Vöcklabrucker, welcher 1989 Hallen-EM-Gold über 60m gewann, auf die Beine zu schauen, kamen 12.000 Menschen auf die Linzer Gugl. Den ÖLV-100m-Rekord konnte Berger auf 10,15sek drücken. Zu seinen größten Siegen zählte mit Sicherheit auch der Sieg über Carl Lewis in Indien vor mehr als 50.000 Zusehern.

Berger

Neben Andreas Berger holte Sabine Tröger bei der Hallen-EM Bronze über 200m.

Der Vienna City Marathon verzeichnete 1989 mit 3.100 Läufern einen neuen Teilnehmerrekord. Beim 1988 aus der Taufe gehobenen Frauenlauf standen bereits 500 Läuferinnen an der Startlinie.

1990 geht als ausgezeichnetes Jahr in die Geschichte des ÖLV ein. Klaus Bodenmüller gewinnt mit 21,03m im Kugelstoß Hallen-EM-Gold in Glasgow (SCO). Hermann Fehringer wird 3. mit 5,70 im Stabhochsprung.

Beim VCM starten bereits 5.000 Läuferinnen. Das Gugl-Meeting in Linz besuchen 20.000 Menschen. Nicht weniger als neun Olympiasieger, elf Weltmeister und zehn Weltrekordinhaber standen damals am Start.

Werner Trelenberg, ein anerkannter Fachmann aus der DDR, übernimmt die Agenden des Bulgaren Ilija Popov und wird ÖLV-Sportdirektor.

Der technische Fortschritt vor allem auch im EDV-Bereich macht auch vor dem ÖLV nicht Halt. Gemeinsam mit den Landesverbänden schritt man 1990 in das EDV-Zeitalter voran.

Klaus Bodenmüller holte bei der Hallen-EM in Sevilla (ESP) die Silbermedaille im Kugelstoß mit 20,42m und musste sich lediglich dem Schweizer Werner Günthör mit 21,17m geschlagen geben.

Im Rahmen des Berglauf-Weltcups gibt es dreimal Gold und zwei dritte Ränge zu verzeichnen. Bei der Hallen-EM in Genua (ITA) 1992 kamen drei Bronzemedaillen hinzu.

Die Ergebnisse der Olympischen Sommerspiele in Barcelona (ESP) konnte sich sehen lassen. Sigrid Kirchmann (5. Platz im Hochsprung), Klaus Bodenmüller (6. Platz im Kugelstoßen) sowie der Finaleinzug der 4x100m Männer-Staffel dabei ragten besonders hervor. Ljudmila Ninova und Christoph Pöstinger werden in die Europa-Auswahl berufen. Theresia Kiesl sorgte erstmals international für Aufsehen.

Kirchmann

Das Unterrichtsministerium und das ÖOC beschließen, die Leichtathletik als Grundsportart in den Schulen besonders zu verankern.

Beim ÖLV kam es im Meisterschaftsprogramm zu einer Änderung. Anstelle des 15km der Damen und 25km Laufs der Männer wurde der Halbmarathon eingeführt.

Quelle: Adam, Norbert (2002): Leichtathletik. Die Königin des Sports. 100 Jahre Österreichischer Leichtathletik-Verband. Wien: Verlag Wolfgang Drabesch.

Foto Credit: Sündhofer, AP



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1993 - 2002 | Um die Jahrtausendwende

Zu Beginn der 90er Jahre kam Österreich endgültig in der Riege der wohlhabenden Staaten an. Wurde mit Beginn der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts allmählich der Drang nach Wohnungen gedeckt, war es kurz vor der Jahrtausendwende das Streben nach Urlaub und Reisen. Auch das elektronische Zeitalter war auf breiter Basis in der Bevölkerung angekommen. Internet, Computer und Mobiltelefone gehören seit damals zu den begehrtesten Statussymbolen. Weite Teile der Bevölkerung konnten sich ihre Träume erfüllen.

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Die gesellschaftlichen Entwicklungen machten auch am Arbeitsmarkt nicht halt. Den Frauen gelang die gesellschaftliche Gleichstellung - auch wenn es bis zur kompletten Gleichstellung was z.B. die Gehaltsbezüge betrifft, noch immer ein weiter Weg ist.

Allgemein war festzustellen, dass Frauen freier und selbstständiger wurden. Menschen wechselten öfters ihren Arbeitsplatz oder die Wohnung. Gleichzeitig nimmt das "Cocooning" (=Ichbezogenheit) zu. Bestimmte Sportarten werden bestenfalls für kurze Zeit ausgeübt.

Für den organisierten Sport bedeuteten diese Entwicklungen nichts Gutes. Abwechslung ist gefragt, regelmäßiges Training findet immer weniger Anklang. die Freizeitwirtschaft kommt ins Rollen - den Möglichkeiten, Sport auszuüben, sind nahezu keine Grenzen gesetzt.

1993. Paukenschlag.

Der Vöcklabrucker Sprinter Andreas Berger und seine Staffel-Kollegen wurden des Dopings überführt. Im Vorfeld der Weltmeisterschaften im deutschen Stuttgart wurde das Team des Anabolika-Dopings überführt. Neben Berger wurden Franz Ratzenberger, Thomas Renner und Gernot Kellermayr gesperrt.

Bei den wenig später stattfindenden Weltmeisterschaften traten dagegen hoffnungsvolle ÖLV-Athletinnen in den Vordergrund. Sigrid Kirchmann gewann im Hochsprung die Bronzemedaille, Theresia Kiesl läuft auf den 6. Rang über 1.500m. Ljudmila Ninova landete im Weitsprung mit 6,73m ebenfalls auf dem 6. Rang - im Jahr darauf stellte Ninova den bis heute gültigen ÖLV-Rekord mit 7,09m in Sevilla (ESP) auf.

Michael Buchleitner wird im selben Jahr akademischer Weltmeister über 3.000 Hindernis.

Der Vienna City Marathon wird immer mehr zum TV-Quotenhit. Neben den hohen Einschaltquoten explodierte mit 9.000 StarterInnen auch das Teilnehmerfeld.

1994 übergab Erika Strasser die Agenden der Verbandsführung an Österreichs ersten 2m-Hochspringer Helmut Donner. Der Verleger hatte das Ziel ausgegeben mit dem ÖLV in neue Höhen vorzustoßen.

Mark McKoy lief zu Beginn des Jahres 1995 über die selten gelaufenen 50m Hürden Hallen-Europa-Bestzeit mit 6,39sek. Österreichs Männerteam stieg in die erste Liga des Europacups auf und die beiden Bergläufer Pflüger und Schmuck dominierten im Welt- und Europacup.

Mark McKoy

Gregor Högler erzielte mit 80,16m neuen Speerwurf-Rekord und gewann eine Woche später Silber bei der Universiade.

Der ÖLV führt zur Ehrung seiner besten AthletInnen 1996 den "Goldenen Emil" ein. Ein dem adidas-Laufschuh Emil Zatopeks bei seinem Marathonsieg 1952 nachempfundener Pokal wurde den erfolgreichen AthletInnen überreicht. Zur ersten Ehrung kamen neben Emil Zatopek selbst auch zahlreiche VIP-Gäste wie Bundeskanzler Dr. Franz Vranitzky.

In Atlanta (USA) erreichte Theresia Kiesl bei den Olympischen Spielen 1996 die Bronze-Medaille. Auf den Laufstrecken war es generell die erste Olympia-Medaille für Österreich.

Die Bergläufer konnten sich in der 1. Europaliga etablieren.

Die Nachwuchs-Hoffnung Günther Weidlinger machte erstmals auf sich aufmerksam. Bei der Junioren-EM in Ljubljana (SLO) gewann Weidlinger die 3.000m Hindernis in 8:41,54min. Ebenfalls sensationell der Sieg Linda Horvaths im Hochsprung mit 1,92m. Abgerundet wurde diese erfolgreiche Nachwuchs-EM mit Bronze durch Monika Erlach im Stabhochsprung mit 3,95m und Olivia Wöckinger im Weitsprung mit 6,47m.

1998 gewann Thersia Kiesl Hallen-EM-Gold über 1.500m in Valencia/ESP. Bei der Freiluft-EM in Budapest (HUN) gewann Stephanie Graf die Bronzemedaille über 800m.

Maite Zuniga (ESP/Nr 169), Theresia Kiesl (AUT/Nr 26), Kutre Dulecha (ETH/Nr 177), Regina Jacobs (USA/Nr 698), Joanne Pavey (GBR/Nr 246)

Die Masters kamen aus Kobe (JPN) mit ingesamt 13 Goldmedaillen, errungen durch Emmerich Zensch, Margarete Petak und Co, nach Österreich zurück.

Die Teilnehmerfelder bei Marathons und Bergläufen befanden sich weiterhin im Steigen. Bei der Wahl zur "Sportlerin des Jahres" belegten Theresia Kiesl Platz 2 und Stephanie Graf Platz 4.

Das Mehrkampf-Meeting in Götzis wurde bereits 1999 zum "Grand Prix" aufgewertet. Die ÖLV-Top-AthletInnen konnten sich in der absoluten Weltspitze festsetzen. Fünf Plätze unter den Top-20 der Welt sprachen eine deutliche Sprache: Graf (5.), Fedjuschina (7.), Weidlinger (11.), Auer (17.) und Högler (20.). Gögler erzielte in dieser Saison abermals einen neuen österreichischen und bis heute gültigen Speerwurf-Rekord mit 84,03m.

Gregor Högler

Die Meriten der Stephanie Graf

Nach 1999 folgte ein weiteres äußerst erfolgreiches Jahr für Österreichs Leichtathletik. Nachdem Stephanie Graf zuerst bei der Hallen-EM in Gent (BEL) die Goldmedaille eroberte, wurde diese im Sommer noch von der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Sydney (AUS) 2000, ebenfalls über 800m, übertroffen.

Stephanie Graf und ihre langjährige Kontrahentin Maria Mutola

Verbandsintern kam es im Vorfeld der Spiele in Down Under zu einer Auseinandersetzung zwischen Präsident Donner und dem ÖOC, welche in der Ablöse Donners gipfelte. Vizepräsident Mag. Dr. Hans Gloggnitzer übernahm. Doch was war passiert?
Entgegen der Ansicht Donners, Sigrid Kirchmann nicht für die Olympischen Spiele auf Grund einer Verletzung zu nominieren, wurde diese vom OÖC nominiert. Als Auflage seitens Donners galt ein verpflichtender Start bei den Österreichischen Meisterschaften, Kirchmann hatte jedoch von Seiten des Verbandsarztes Dr. Alfred Engel Startverbot.

Der von Dr. Georg Werthner initiierte Jedermann-Zehnkampf freute sich auf mehr als 1.000 TeilnehmerInnen im Jahr 2000. Ein Weltrekord der besonderen Art - die Leichtathletik boomte in Österreich.

Das Männer-Mehrkampf-Team eroberte den Sieg in der 2. Stufe des Europacups und stieg somit in die höchste Klasse auf. Martin Pröll eroberte bei der Crosslauf-EM der Junioren in Malmö (SWE) die Bronzemedaille.

2001. Neujahrstreff zu ehren der erfolgreichsten Athletlinnen. Neben den beiden ÖLV-Aushängeschildern Günther Weidlinger und Stephanie Graf wurde auch Ehrenpräsident Ing. Karl Benedict sowie Ehrenmitglied Detloff Graf anlässlich ihrer 80. Geburtstage gebührend gefeiert.

Sportlich wird das Jahr da fortgesetzt wo es 2000 endete. Stephanie Graf lief österreichischen Hallenrekord über 800m mit 1:57,67min, schlug in der Halle ihre große Konkurrentin Maria Mutola viermal und sicherte sich die Energizertrophy. Lediglich bei der Hallen-WM in Lissabon (POR) musste sich Graf um 0,04 Sekunden ihrer Kontrahentin aus Mosambik geschlagen geben. Gefasst musste Graf feststellen:
"Wenn man als Österreicherin sauer über WM-Silber in der Leichtathletik wäre, dann bist du größenwahnsinnig."

Unbeeinbruckt von der sehr knappen Niederlage gewann Graf die ersten drei Golden-League-Meetings der noch sehr jungen Freiluft-Saison - zweimal wurde dabei Mutola besiegt.

9 026 Punkte

Roman Sebrle nach dem abschließenden 1.500m Lauf

Dem tschechischen Zehnkämpfer Roman Sebrle gelang es als erstem Leichtathleten die magische Schallmauer von 9.000 Punkten zu übertreffen. Mit exakt 9.026 Punkten setzte er neben einem neuen Zehnkampf-Weltrekord nicht nur auf der Tartanbahn im Mösle-Stadion neue Maßstäbe.

Bei der anschließenden WM in Edmonton (CAN) zeigte Stephanie Graf abermals ihr Können, musste jedoch bedauerlicherweise wieder äußerst knapp mit dem 2. Platz vorlieb nehmen. Maria Mutola war um drei Hundertstel schneller. Beim folgenden Linzer Gugl-Meeting wurde die "Silberne Gräfin" von 14.000 Zusehern frenetisch gefeiert. Sogar der neue Stabhochsprung-Rekord von Doris Auer mit 4,40m ging dabei unter.

Stephanie Graf wird 2001 Sportlerin des Jahres in Österreich und Europa-Leichtathletin des Jahres.

Hallen-EM in Wien

Der ÖLV war bei der Hallen-Heim-EM 2002 in Wien mit einem noch nie dagewesenen AthletInnen-Aufgebot im Einsatz. Insgesamt waren es 35 Aktive in 32 Bewerben.

Stephanie Graf über 800m, Karin Mayr über 200m und Elmar Lichtenegger über 60m Hürden gewannen jeweils die Silbermedaille.

2002 feierte der ÖLV sein 100-jähriges Bestehen mit einem Fest im Rahmen der Staatsmeisterschaften in Linz.

Quelle: Adam, Norbert (2002): Leichtathletik. Die Königin des Sports. 100 Jahre Österreichischer Leichtathletik-Verband. Wien: Verlag Wolfgang Drabesch.
Foto Credit: GEPA Pictures



(C) GEPA Pictures

2003 - 2009 | Licht und Schatten

Der ÖLV blickte auf ein sehr erfolgreiches Jahr 2002 zurück. Die Hallen-EM war ein voller Erfolg, sowohl aus sportlicher als auch aus organisatorischer Sicht.

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Stephanie Graf konnte nach ihrer Tumor-Operation wieder den Anschluss an die Weltspitze herstellen und wurde bei der Hallen-WM in Birmingham (GBR) Vize-Weltmeisterin über 800m. Hervorragend war ebenfalls der Auftritt von Sprintern Karin Mayr-Krifka. Als erste Österreicherin überhaupt erreichte sie als Sprinterin ein WM-Semifinale und belegte schlussendlich den 5. Platz über 200m.

Martin Pröll, eine der großen ÖLV-Nachwuchshoffnungen, wurde U23-Europameister über 3.000m Hindernis in Bydgoszcz (POL).

Großevents in Österreich

Die Leichtathletik-Großveranstaltungen in Österreich erfreuten sich weiterhin großer Beliebtheit und ragten vor allem aus sportlicher Sicht aus den zahlreichen Sportveranstaltungen im Land hervor.

Das Hypo-Meeting in Götzis war abermals das weltbeste internationale Mehrkampf-Meeting, der Gugl-Grand-Prix erfreute sich an tollen Leistungen der heimischen Asse einer Zuschauerzahl von 10.000. Susanne Pumper gewann die 5.000m mit WM-Limit, Karin Mayr-Krifka die 100m, Stephanie Graf die 800m und Martin Pröll die 3.000m Hindernis. Der Vienna City Marathon brach zum wiederholten Mal sämtliche bisher dagewesenen Teilnehmerrekorde (24.395).

Stephanie Graf gab Rücktritt bekannt

Zu Beginn der Saison 2004 gab Stephanie Graf ihren Rücktritt vom aktiven Leistungssport bekannt. Umso größer war die Freude über die Bronzemedaille von Karin Mayr-Krifka über 200m bei der Hallen-WM in Budapest (HUN). 

Für die zweite faustdicke Sensation sorgte der Zehnkämpfer Roland Schwarzl bei den Olympischen Sommerspielen in Athen (GRE) 2004. Mit 8.102 Punkten belegte der gebürtige, für die Union Salzburg LA startende, Lienzer den 10. Rang im Olympia-Zehnkampf.


Wenige Wochen davor war Schwarzl maßgeblich daran beteiligt, mit der Zehnkampfmannschaft den Aufstieg in die Europacup-Superliga zu schaffen. Gemeinsam mit Thomas Tebbich, Markus Walser und Thomas Walser gelang ihnen diese Meisterleistung.

Veronika Watzek erreichte bei der Junioren-WM in Grosseto (ITA) den 6. Rang im Diskuswurf mit 50,56m.

In der Verbandstruktur kam es zu einer Neuerung. Für den Trainerbereich wurde die neu geschaffene Position des technischen Direktors mit Gert Weinhandl besetzt. Das Trainerteam wurde zusätzlich dazu mit neuen National- und Spartentrainern erweitert. Für den Nachwuchsbereich wurden Mag. Christian Röhrling und Mag. Harald Sihorsch als Bundestrainer mit Anstellungsverhältnis engagiert.

Erfolgreiches Jahr 2005

Überraschend und zugleich sehr erfreulich fiel die Bilanz der Hallen-EM in Madrid (ESP) aus. Gleich drei Medaillen konnten aus der spanischen Hauptstadt nach Österreich gebracht werden: Silber durch Karin Mayr-Krifka über 200m, nachträglich Silber durch Susanne Pumper über und Bronze durch Roland Schwarzl im Siebenkampf.

Noch erfolgreicher verliefen die Auftritte der Bergläufer Andrea Mayr und Florian Heinzle. Beide eroberten bei der Berglauf-Heim-WM in Heiligenblut die Goldmedaille.

Günther Weidlinger belegte bei der Cross-EM in Tilburg (NED) den 5. Rang. Marie-Elisabeth Maurer schrammte denkbar knapp als Vierte über 100m Hürden mit 13,24sek am Podest bei der U23-EM in Erfurt (GER) vorbei. Daniel Spitzl schaffte den 6. Rang über 1.500m und verfehlte das Podest mit einer Zeit von 3:48,56min um lediglich vier Zehntel.

Das Europacup-Team der Herren schaffte den Aufstieg in die 1. Liga. Susanne Pumper stellte in diesem Jahr vier der ingesamt neun österreichischen Rekorde auf.

Das Olympic-Meeting in Schwechat wurde seinem Ruf als führendes internationales Nachwuchs-Meeting gerecht und erlangte sogar den EAA Special Permit Status.

Durch die Neuordnung der "Besonderen Bundes-Sportförderung" war es dem ÖLV 2005 erstmals möglich, erfolgreiche Heimtrainer finanziell zu unterstützen. Auch für eine gezielte Nachwuchsförderung und eine Strukturverbesserung in der Verbandsadministration standen mehr Mittel zur Verfügung. Verbandsintern gab es eine weitere Umstrukturierung. Die Schaffung einer Marketing-Abteilung mit Johannes Langer an der Spitze und Unterstützung durch Elmar Lichtenegger als Eventmanager sollte neue Impulse bringen.

2006 - Startschuss für die Austrian Top Meetings

2006 nahmen drei ÖLV-Athleten an der Hallen-WM in Moskau (RUS) teil. Martin Lachkovics belegte über 60m den 16. Platz, Elmar Lichtenegger über 60m Hürden den 11. Platz und Günther Weidlinger über 3.000m den 10. Platz.

Auf Verbandsebene trugen die Umstrukturierungen der vergangenen Jahre bereits erste Früchte. Sowohl im Bereich der Nachwuchsarbeit, als auch Wettkampfsystem, im Trainerwesen sowie im Marketing kam es zu Verbesserungen. Die von Elmar Lichtenegger initiierte Meetingsserie Austrian Top-4 etablierte sich bereits in der ersten Saison und glänzte durch hervorragende Leistungen und damit verbundene umfassende Medienberichterstattung.

U23-EM Medaille für Veronika Watzek 2007

Die Saison 2007 ging allgemein als Jahr des Nachwuchses in die Geschichte des ÖLV ein. 23 AthletInnen qualifizierten sich für Welt- und Europameisterschaften. Herausragen konnte Diskuswerferin Veronika Watzek, welche bei der U23-EM in Debrecen (HUN) mit 57,15m die Bronzemedaille eroberte. Diese Medaille wurde nachträglich sogar auf Grund eines Dopingvergehens der vor ihr platzierten Russin Darja Pischtschalnikowa zu Silber aufgewertet.

Beim größten olympischen Nachwuchsevent, dem Europäischen Olympischen Jugend Festival (EYOF) in Belgrad (SRB) konnte der ÖLV-Nachwuchs abermals glänzen. Besonders stark war die Silbermedaille Dominik Distelbergers über 110m Hürden, der 4. Platz Junel Andersons ebenfalls über die kurze Hürdendistanz und der 7. Platz über 1.500m von Lisa-Maria Leutner.

Jedoch auch die AthletInnen der Allgemeinen Klasse wussten mit sehr guten Leistungen zu überzeugen. Bei der Hallen-EM in Birmingham (GBR) platzierte sich Clemens Zeller (46,16sek) unter den Top 6 und Gerhard Mayer gelang mit seinem Sieg bei der Universiade in Bangkok (THA) mit 61,55m eine faustdicke Überraschung im Diskuswurf. Andrea Mayr gewann bei der inoffiziellen Berglauf-WM in Saillon-Ovronnaz (CH).

Bei der Straßenlauf-WM in Udine (ITA) erreichte die ÖLV-Auswahl rund um Günther Weidlinger, Martin Pröll und Markus Hohenwarter als zweitbestes europäisches Team den sehr guten 12. Platz.

Zum traurigen Höhepunkt in dieser Leichtathletik-Saison, wenn nicht sogar überhaupt in diesem Sportjahr aus österreichischer Sicht, kam es im Rahmen der WM in Osaka (JPN). Höchst unglücklich und sehr zum Bedauern, stürzte der aussichtsreichste ÖLV-Starter Günther Weidlinger bereits zu Beginn seines Vorlaufes über 3.000m Hindernis und schied aus. Die beiden weiteren Starter Clemens Zeller und Andrea Mayr blieben unter ihren Erwartungen.

Der ÖLV startete mit einem neuen, moderneren Logo in die neue Saison 2008. Dieses war dem heutigen bereits sehr ähnlich.

Der Weg des erfolgreichen Nachwuchses wurde auch 2008 fortgesetzt. Zur U20-WM in Bydgoszcz wurde die mit neun AthletInnen seit 20 Jahren größte Delegation entsandt.

Die große Leichtathletik-Bühne betraten die drei ÖLV-Starter Gerhard Mayer, Günther Weidlinger und Eva Maria Gradwohl im Rahmen der Olympischen Spiele in Peking (CHN). Lediglich Mayer konnte im Diskuswurf bei seinem Olympiadebüt und Platz 18 überzeugen, scheiterte jedoch an der Finalqualifikation.

Abermals Mayr

Deutlich erfolgreicher, gemessen an den Platzierungen, verlief das Jahr für Andrea Mayr. Zum wiederholten Mal sicherte sie sich Berglauf-Gold bei der inoffiziellen WM in Crans Montana (CH). Ab 2009 wurde der Bewerb von der IAAF zur offiziellen Weltmeisterschaft aufgewertet.

Das erste Highlight der noch jungen Saison 2009 war die Hallen-EM in Turin (ITA). Sportlich gesehen konnte vor allem Clemens Zeller glänzen. Um hauchdünne acht Zehntelsekunden verpasste der Kremser mit 46,62sek die Bronzemedaille über 400m.

Den Höhepunkt der Wettkampf-Saison bildeten die in Berlin (GER) ausgetragenen Weltmeisterschaften. Insgesamt sieben ÖLV-AthletInnen erbrachten die Qualifikationskriterien, was eine deutlichen Steigerung gegenüber der letzten WM in Osaka (JPN) und den Olympischen Spielen in Peking (CHN) bedeutete.

Herausragend war dabei die Leistung von Gerhard Mayer. Nach 62,53m in der Qualifikation konnte er sich im Finale gar auf 63,17m steigern. Mit Platz 8 bedeutete dies die beste WM-Platzierung seit 2001.

Speerwerferin Elisabeth Pauer konnte ihr volles Potential noch nicht ganz ausschöpfen, steigerte den österreichischen Rekord im Laufe der Saison jedoch bereits auf 59,01m. Ryan Moseley schied im 100m-Vorlauf mit einem Wadenkrampf aus, Roland Schwarzl musste aufgrund eines Muskelfaserrisses ebenfalls bereits nach dem ersten Auftritt die Heimreise antreten.

Abseits der Stadion-Leichtathletik gab es weitere absolute Highlights. Andrea Mayr konnte bei der Berglauf-EM in Telfes Silber gewinnen und drückte den österreichischen Marathonrekord beim Vienna City Marathon auf 2:30:43h.

Österreichs bester Langstreckenläufer Günther Weidlinger verbesserte den Uralt-Rekord Gerhard Hartmanns beim Frankfurt Marathon auf starke 2:10:47 Stunden.

Erstmals für internationales Aufsehen sorgte Lukas Weißhaidinger. Beim EYOF in Tampere (FIN) entschied er sowohl den Diskuswurf (60,94m / 1,5kg) als auch das Kugelstoßen (20,35m / 5kg) für sich. Thomas Pastl belegte den hervorragenden 3. Platz im Stabhochsprung mit 4,75m. Kira Grünberg wurde 5 - ebenfalls im Stabhochsprung und Sebastian Kapferer 6. über 110m Hürden.

Für weitere Top-Platzierungen im Nachwuchsbereich sorgten 2009 abermals Lukas Weißhaidinger mit dem 4. Platz im Kugelstoßen bei der Jugend-WM in Brixen (ITA), Dominik Distelberger mit dem 6. Platz bei der Junioren-EM in Novi Sad (SRB) und Christian Steinhammer ebenfalls mit dem 6. Platz über 3.000m Hindernis bei der U23-EM in Kaunas (LTU).

Der Doping-Schatten

Einige der erfolgreichen Athletinnen und Athleten mussten sich wegen Doping-Vergehen verantworten. Hürden-Sprinter Elmar Lichtenegger wurde 2003 wegen Doping-Mißbrauchs für 15 Monate gesperrt, nach einem weiteren positiven Dopingtest (erneut Nandrolon) Ende des Jahres 2007 wurde er dann 2008 lebenslänglich gesperrt. Susanne Pumper wurde im März 2008 bei einem Lauf in Wien des Dopings mit EPO überführt, ein weiterer Test beim Linz-Halbmarathon im April 2008 war ebenfalls positiv. Sie war deswegen von März 2008 bis März 2010 gesperrt. Wegen eines weiteren Doping-Vergehens erhielt Pumper eine zusätzliche 8-jährige Sperre von 6.3.2012 bis 5.3.2020. Ein Doping-Versuch von 800m Weltklasse-Athletin Stephanie Graf, der sich im Herbst 2003 zugetragen haben soll, wurde Jahre nach ihrer Karriere publik und führte ebenfalls zu einem Verfahren der NADA und zu einer zweijährigen Sperre von Juni 2010 bis Juni 2012. Peking-Olympiateilnehmerin Eva Maria Gradwohl verweigerte am 29. April 2010 ohne zwingenden Grund eine Dopingkontrolle und wurde ebenfalls für zwei Jahre gesperrt.

Ende einer Ära

Mit 31.12.2009 trat der langjährige ÖLV-Generalsekretär Roland Gusenbauer in den wohlverdienten Ruhestand über.

Quelle: BSO-Sportjahrbücher
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2010 - 2019 | Mit neuem Elan

Mit 1. Januar 2010 übernahm Mag. Helmut Baudis die organisatorischen Agenden des Verbandes. Einhergehend mit der Bestellung zum neuen Generalsekretär des ÖLV wurden ab 2010 richtungsweisende Entscheidungen und Umstrukturierungen getroffen.

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Der ÖLV beschritt neue Wege in dem er dem ehrenamtlichen Trainermodell zwar nicht den Rücken kehrte, aber beim Trainersektor die Hauptamtlichkeit in den Fokus rückte. Eine bessere Betreuung der AthletInnen konnte somit über die Jahre hinweg effizienter und erfolgreicher gestaltet werden. Die angestellten TrainerInnen fungieren an den Schlüsselstellen in den Leichtathletik-Stützpunkten Österreichs.

Die Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Waren es 2010 noch null Medaillen österreichischer AthletInnen bei internationalen Veranstaltungen, stieg die Erfolgsquote sukzessive an. 2018 waren es bereits sieben.

Ein Schritt zurück auf das internationale Parkett gelang auch auf Konferenzebene. Als Ausrichter fungierte der ÖLV bei der European Athletics CEO Conference in Neusiedl/See 2012, der spannenden IAAF Council-Sitzung in Wien 2016, wo über den Russland-Ausschluss von den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro entschieden wurde, und bei der European Athletics High Performance Conference in Wien 2017.

Hallen-WM in Doha (QAT)

Gleich zu Beginn der Saison stand die Hallen-WM auf der Arabischen Halbinsel auf dem Programm. Andreas Rapatz belegte beim 800m Lauf bei der Hallen-WM in Doha (QAT) mit einem taktisch perfekten Rennen den 12. Rang.

Europameisterschaften in Barcelona 2010

Stimmungsvolle und bestens organisierte Wettkämpfe warteten auf Österreichs 15-köpfiges Aufgebot. Die Freiluft-Europameisterschaft war bereits vor ihrem Start eine hervorragende Werbung für Europas Leichtathletik.

Die Vorzeichen auf gute Ergebnisse aus ÖLV-Sicht waren bestens; nicht weniger als sechs AthletInnen rangierten unter den Top 12 der Europa-Rangliste (Mayr, Moseley, Pauer, Schwarzl, Weidlinger und Zeller).

So richtig überzeugen konnte allerdings nur Ryan Moseley mit einem 9. Platz über 100m.

Zwei sehr überraschende Lichtblicke gab es trotzdem. Victoria Schreibeis schaffte als erste österreichische Hürdensprinterin den Einzug in ein EM-Semifinale und Youngster Andreas Vojta überraschte sogar sämtliche Insider. Mit einem taktisch ausgeklügelten Lauf zog er bei seinem EM-Debüt über 1.500m in den Endlauf ein und erreichte dort den 11. Platz.

Der Nachwuchs ließ auch 2010 mit ausgezeichneten Ergebnissen aufhorchen. Bei der Junioren-WM im kanadischen Moncton brillierten vor allem Jennifer Wenth und einmal mehr Lukas Weißhaidinger. 2010 stellten sie beide zusammen zwölf neue ÖLV U20-Rekorde auf. Die größte Überraschung lieferte Weitspringern Marina Kraushofer - sie wurde im Finale sehr starke Siebte!

Ivona Dadic (6. im Weitsprung) und Kira Grünberg (5. im Stabhochsprung) setzten sich bei den ersten Olympischen Jugendspielen in Singapore (SIN) sehr gut in Szene.

In Kamnik (SLO) konnte Andrea Mayr die erste offizielle Goldmedaille bei einer IAAF-Berglauf-WM gewinnen. Es war dies der somit erste offizielle Weltmeistertitel in der österreichischen Leichtathletik.

ÖLV-Trainerteam neu

Gert Weinhandl, seit 2004 Leiter des Trainerteams, legte seine Funktion als Technischer Direktor und Spartentrainer 400m/400m Hürden zurück. Mit Hubert Millonig, Rudolf Siart, Georg Frank und Irek Krawcewicz schieden weitere langjährige Mitarbeiter aus dem ÖLV-Trainerteam aus. Die Leitung übernahm Jürgen Mallow, davor bereits in leitender Position beim Deutschen Leichtathletik-Verband tätig. Hinzu kamen Georg Denev, Martin Steinbauer und Josef Schopf.

Günther Weidlinger wurde nach Nominierung durch den ÖLV in die Athletenkommission von European Athletics gewählt und vertrat dort die Interessen der Mittel- und Langstreckenläufer. Ehemalige Weltklasse-AthletInnen wie Kajsa Bergqvist (SWE) und Roman Sebrle (CZE) gehörten damals ebenfalls der Kommission an.

Anti-Doping-Kampf

Der ÖLV nahm in Sachen Anti-Doping eine Vorreiterrolle ein. Beim Verbandstag 2010 wurde beschlossen, dass AthletInnen, welche durch eine längere Sperre sanktioniert werden, zukünftig in keinem ÖLV-Kader mehr Berücksichtigung finden werden. Einhergehend damit wurde festgelegt, dass diese AthletInnen auch für keine internationalen Großevents (EM, WM und Olympische Spiele) nominiert bzw. finanziell gefördert werden.

Der jahrelange Meetingdirektor des Hypomeetings in Götzis, Konrad Lerch, wurde von der BSO zum "Sportfunktionär des Jahres" gewählt. Österreichs Leichtathleten des Jahres wurden Andreas Vojta und Andrea Mayr. Konrad Lerch, Ilija Popov und Roland Gusenbauer wurde die ÖLV-Ehrenmitgliedschaft verliehen.

2011 als Großwettkampfjahr

Gleich zu Jahresbeginn startete die Leichtathletik mit der Hallen-EM in Paris (FRA) in die neue Saison. Ryan Moseley, Clemens Zeller und Roland Schwarzl wussten mit Top-10 Platzierungen durchaus zu überzeugen. Gut in Szene setzen konnten sich die beiden ÖLV-Talente Dominik Distelberger im Siebenkampf und Jennifer Wenth über 1.500m.

Das Saison-Highlight für die internationale Leichtathletik-Familie waren die IAAF-Weltmeisterschaften in Daegu (KOR). Das ÖLV-Quartett mit Gerhard Mayer, Beate Schrott, Andreas Vojta und Elisabeth Eberl zeigte dabei durchaus ansprechende Leistungen. Hervorragend war dabei sicher die Leistung Schrotts mit dem 18. Platz über 100m Hürden und der damit verbundenen Platzierung in der erweiterten Weltklasse.

Nur wenige Tage zuvor belegte sie bei der Universiade in Shenzhen (CHN) den 7. Platz über dieselbe Distanz. Unmittelbar nach der WM folgten Einladungen zu den Diamond League-Meetings in Zürich und Berlin, was ihr hohes Leistungspotential verdeutlichte.

Für die U23-EM im tschechischen Ostrava qualifizierten sich gleich acht ÖLV-Athletinnen. Andreas Vojta mit dem 4. Platz über 1.500m und Dominik Distelberger mit dem 7. Platz im Zehnkampf zeigten sehr gute Leistungen.

Die Junioren-EM in Tallinn (EST) stand ganz im Zeichen Lukas Weißhaidingers. Der Oberösterreicher gewann die Konkurrenz im Diskuswurf mit neuer persönlicher Bestleistung von 63,83m und konnte sich als Junioren-Europameister feiern lassen.

Dr. Ralph Vallon wurde beim Verbandstag im März 2011 zum Präsidenten des ÖLV gewählt. Erstmals in der ÖLV-Geschichte wurden die gewählten Vize-Präsidenten mit Aufgabenfeldern betraut. Roland Jokl war fortan zuständig für den Leistungssport, Mag. Sonja Spendelhofer für den Nachwuchs- und Schulsport, Dr. Michael Pichlmair für das Wettkampf- und Kampfrichterwesen und Dr. Christian Käfer für Laufsport und Masters.

Um die Anti-Doping-Bestrebungen des ÖLV zu festigen, beteiligte sich der Verband am EU-Projekt "Europäische Anti-Doping Initiative (EADIn)". Im Rahmen des Programms wurden sechs Anti-Doping-Junior-Botschafter ausgebildet. Im Rahmen der alljährlichen Nachwuchs-Impulsseminare in Schielleiten leiteten diese dann erste Workshops.

In Zusammenarbeit der ÖLV-Sportkommission und der Sportverantwortlichen in den Landesverbänden wurde das einheitliche Ausbildungskonzept für die "Leichtathletik-ÜbungsleiterInnen-Ausbildung" beschlossen.

Leichtathleten des Jahres wurden Beate Schrott und Andreas Vojta, Nachwuchsathlet Lukas Weißhaidinger. Bei der BSO-Wahl zur "Funktionärin des Jahres" wurde VLV-Präsidentin Helene Pflüger auf Platz zwei gewählt.

2012. Olympische Spiele in London (GBR)

Das absolute Highlight der Sportwelt fand 2012 in der britischen Hauptstadt an der Themse statt. Mit insgesamt sieben AthletInnen entsandte der ÖLV ein beachtliches Team.

Einmal mehr sensationell aus heimischer Sicht war mit Sicherheit der Finaleinzug Beate Schrotts über 100m Hürden. Zahlreiche deutlich höher eingestufte Hürdensprinterinnen mussten bereits im Semifinale die Heimreise antreten. Mit einem beherzten Lauf vor mehr als 80.000 Zusehern belegte Schrott schlussendlich den 8. Platz unter 48 Teilnehmerinnen, aus dem nach der Doping-Disqualifikation der Türkin Nevin Yanit der 7. Platz wurde - aus heimischer Sicht sicher das Leichtathletik-Highlight des Jahres.

Die weiteren ÖLV-Starter blieben ein wenig hinter ihren Erwartungen. Gerhard Mayer (24. Platz im Diskuswurf), Andreas Vojta (26. Platz über 1.500m), Elisabeth Eberl (37. Platz im Speerwurf), Andrea Mayr (54. Platz im Marathon) und Günther Weidlinger (ausgeschieden auf Grund einer Verletzung beim Marathon) waren die weiteren Ergebnisse. Einzig die erst 18-jährige Ivona Dadic konnte mit Platz 25 im Siebenkampf auf sich aufmerksam machen. Erst wenige Monate zuvor stellte sie beim Hypo Meeting in Götzis einen neuen, sensationellen österreichischen Rekord mit 5.959 Punkten auf.

2012. Abseits der Olympischen Spielen

Bereits zu Jahresbeginn schlug sich Beate Schrott bereits im Rahmen der Hallen-WM in Istanbul (TUR) beachtlich. Angereist mit neuem österreichischen 60m-Hürden Rekord von 8,02sek belegte Schrott schlussendlich den sehr guten 7. Platz. Auf das Podest fehlten lediglich wenige Hundertstel. Souverän schafften auch die beiden 800m-Läufer Rapatz und Pallitsch den Aufstieg ins Semifinale - mit den starken Plätzen 8 und 14 scheiterten beide äußerst knapp an Finalteilnahmen.

Bei der EM in Helsinki (FIN) musste sich Schrott um eine Hundertstel (!) der drittplatzierten Weissrussin Jekaterina Poplawskaja geschlagen geben. Erst drei Jahre später erfüllte sich der Traum von der ersten Medaille dann doch. Die vermeintliche Siegerin Nevin Yanit (TUR) wurde von der IAAF wegen Dopings nachträglich disqualifiziert. Den Erhalt der Bronzemedaille konnte Schrott somit erst viel später, nämlich Ende Oktober 2015,  genießen. Sehr gut schlugen sich auch zwei weitere ÖLV-Starter. Diskuswerfer Gerhard Mayer belegte in einem Weltklasse-Feld den sehr starken 7. Platz. Andreas Vojta zog als Vorlaufsieger ins 1.500m Finale ein, lag an aussichtsreicher Position, kam aber nach einer Kollision mit dem Deutschen Florian Orth unglücklicherweise zu Sturz. Der schlussendlich 10. Platz spiegelte keinenfalls sein Leistungsvermögen an diesem Tag wider.

Andrea Mayr gewann bei der Berglauf-WM in Italien ihren bereits zweiten Weltmeistertitel und konnte somit ihren Titel aus dem Jahr 2010 erfolgreich verteidigen. Sabine Reiner platzierte sich als Fünfte sensationell ebenfalls in der Weltklasse.

Kira Grünberg sorgte aus Sicht des Nachwuchses für das Highlight 2012. Mit neuem österreichischen U20-Rekord von 4,15m wurde sie sensationelle Vierte bei der Junioren-WM in Barcelona (ESP).

Der Vienna City Marathon verzeichnete ein Rekord-Teilnehmerfeld von 36.157 LäuferInnen. Der aus Kenia stammende Sieger Henry Sugut lief Streckenrekord mit 2:08:19h.

Zum Abschluss des Jahres belegte Beate Schrott bei der Wahl zur Sportlerin des Jahres Platz 2 und wurde zur "Aufsteigerin des Jahres" gekürt. Philipp Unfried, Schrotts Trainer, wurde "Top-Trainer" des Jahres bei der BSO Cristall Gala. Die TGW Zehnkampf-Union belegte ebenfalls den 2. Platz bei der Wahl zum Verein des Jahres.

ÖLV-Leistungssportkonzept Part I

Verbandspolitisch wurden die Weichen, um die Leichtathletik als Grundsportart und olympische Kernsportart Nummer 1 nachhaltig zu stärken, gestellt. Für den Olympiazyklus 2013-2016 wurde das Leistungssportkonzept auf neue Beine gestellt. Die Etablierung von Leichtathletik-Bundesleistungszentren in Wien und Linz sowie Bundesstützpunkten in Dornbirn, Innsbruck, Salzburg und Graz sollen die Kräfte bündeln und einen erfolgreichen, sportlichen Weg mittel- und langfristig sichern.

Furioser Start ins Jahr 2013

Beate Schrott stellte bei den ÖLV-Hallen-Staatsmeisterschaften über 60m Hürden mit der Weltklassezeit von 7,96 Sekunden einen neuen ÖLV-Rekord auf. Unglücklicherweise musste Schrott für die Freiluft-WM in
Moskau (RUS) verletzungsbedingt absagen.

Konstant gute Leistungen des Nachwuchses

Bei U23-EM im finnischen Tampere gänzte Österreichs Nachwuchs mit mehreren Top-10-Platzierungen. Ivona Dadic wurde 5. im Siebenkampf, Marina Kraushofer 8. im Weitsprung, Kira Grünberg 10. im Stabhochsprung und Lukas Weißhaidinger 7. beim Diskuswurf und 11. im Kugelstoßen.

Um U20 Bereich konnten Nikolaus Franzmair mit seinem 5. Platz über 800m und Lukas Wirth mit Platz 8 im Stabhochsprung bei der U20-EM in Rieti (ITA) überzeugen.

Beim EYOF in Utrecht (NED) machten die beiden Hürdensprinter Gordon Skalvy (3. Platz über 110m Hürden) und vor allem Dominik Hufnagl mit der Silbermedaille über 400m Hürden auf sich aufmerksam.

Events 2013

Die bekannten Leichtathletik-Veranstaltungen in Österreich, wie der VCM, das Hypo Meeting und die Gugl Games, erfreuten sich weiterhin steigender Teilnehmerzahlen und vor allem einer Vielzahl an Top-Leistungen. Die Serie der Austrian Top Meetings wurde neben den etablierten Veranstaltungen in St. Pölten und Ried/Innkreis um ein weiteres Event in Salzburg/Rif erfolgreich erweitert.

ÖLV-Leistungskonzept 2013-2016 Part II

Das im Jahr zuvor initiierte Konzept wurde weiter auf Schiene gebracht. In den Bundesleistungszentren in der Südstadt, in Linz und durch die Eröffnung des Leichtathletikzentrums im Wiener Prater, dem renovierten Cricket-Platz, der nun vom WLV verwaltet wurde, konnten weitere Verbesserungen erzielt werden. Silvio Stern wurde als ÖLV-BLZ-Trainer in Oberösterreich angestellt. DI Gregor Högler wurde als hauptamtlicher Wurftrainer und Dr. Karin Haußecker und Mag. Martin Steinbauer für den Mittel- und Langstreckenlaufbereich engagiert.

Im November 2013 wurde der ÖLV so wie weitere Bundes-Sportfachverbände als ordentliches Mitglied im Österreichischen Paralympischen Committee (ÖPC) aufgenommen.

Lichtblicke 2014

Mit Sicherheit können Kira Grünberg und Dominik Distelberger als DIE Aufsteiger des Jahres 2014 bezeichnet werden. Die damals 21-jährige Tirolerin steigerte den ÖLV-Rekord im Stabhochsprung auf 4,45m im Rahmen der EM in Zürich (CH). Leider blieb sie im Finale ohne gültigen Versuch. Mit Unterstützung des Duos Distelberger und Trainer Herwig Grünsteidl durch Gregor Högler steigerte der Niederösterreicher seine Zehnkampf-Bestleistung auf satte 8.168 Punkte und platzierte sich damit in der Weltklasse. Nur widrige Wetterbedingungen verhinderten in Zürich einen weiteren 8.000er Wettkampf.

Mit Andrea Mayr, die abermals Welt- und Europameisterin im Berglauf wurde, zeigte eine weitere ÖLV-Athletin auf. Zudem siegte sie in allen Weltcuprennen der Saison 2014.

Bei der U20-WM in Eugene (USA) sorgte Suanne Walli mit dem Finaleinzug und PB von 53,94sek für eine handfeste Überraschung. Neben ihr konnte auch Siebenkämpferin Verena Preiner und 800m Läufer Nikolaus Franzmair mit jeweils 9. Plätzen überzeugen - auch Dominik Stadlmann freute sich über den 800m Semifinal-Einzug.

Drei ÖsterreicherInnen konnten einen der raren kontinentalen Quotenplätze für die Olympischen Jugendspiele in Nanjing (CHN) erkämpfen. Mit den Plätzen 7 (Ina Huemer, 200m), 7 (Dominik Hufnagl, 400m Hürden) und 10 (Philipp Kronsteiner, Dreisprung) setzten sich die ÖLV-Youngsters dann in der chinesischen Metropole ausgezeichnet in Szene.

ÖLV-Leistungskonzept 2013-2016 Part III

Neue Hallentrainingsmöglichkeiten wurden aufgrund der Bemühungen des Verbandes und der Unterstützung des Sportministeriums bzw. des Landes Oberösterreich für 2015 in Aussicht gestellt. Mit Philipp Unfried wurde Österreichs Trainer des Jahres 2012 als Verbandstrainer hauptamtlich angestellt. Die Wiederbelebung der Nachwuchs-Lauftrainingsgruppe im ÖLSZ-Südstadt unter der Trainerin Karin Haußecker war ebenfalls eine wichtige Initiative des Jahres 2014.

2015 nahmen insgesamt 50 AthletInnen, mehr als jemals zuvor, an der U23-EM, U20-EM, U18-WM und am EYOF teil. Stefan Schmid mit dem Gewinn über 3.000m Hindernis und Riccardo Klotz mit dem 3. Platz im Stabhochsprung beim EYOF in Tiflis (GEO) gaben erste internationale Talentproben ab. Dominik Hufnagl gewann bei der U20-EM in Eskilstuna (SWE) die Bronzemedaille über 400m Hürden. Ivona Dadic und Verena Preiner zeigten bei der U23-EM mit den Plätzen 3 und 4 ebenfalls auf.

Ausnahmetalent Sarah Lagger

Die vom Olympiavierten (Moskau 1980) Dr. Georg Werthner trainierte Athletin konnte in der Saison 2015 zweimal eine U18-Jahresweltbestleistung im Siebenkampf aufstellen und gewann bei der U18-WM in Cali (COL) die Silbermedaille. Es war die erste Medaille Österreichs in der Geschichte dieser Meisterschaften. Ebenso im Spitzenfeld platzierten sich Andrea Obetzhofer (5. im Siebenkampf), Karin Strametz (9. über 100m Hürden) und Lena Millonig (9. über 3.000m Hindernis und beste Europäerin).

Jennifer Wenth - über die Hallen-EM ins WM-Finale

Bei Hallen-EM in Prag (CZE) verbesserte Wenth ihre persönliche Bestleistung sowohl im Vorlauf als auch im Finale. Mit der Klassezeit von 8:59,84 Minuten lief sie auf Platz 9 und zeigte das Potential für eine Olympiaqualifikation im Sommer. Am 18. Juli gelang ihr in Heusden-Zolder ein perfekter Lauf, mit dem sie sich für die WM in Peking (CHN) und auch bereits für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro (BRA) 2016 qualifizierte. Überraschend lief Wenth ins WM-Finale und belegte als drittbeste Europäerin den 15. Platz.

Es geht vorwärts

Die Austrian-Top-Meetings-Serie mit den Standorten Salzburg-Rif, St. Pölten, Ried/Innkreis, Linz und Andorf hatte einen fixen Platz im europäischen Leichtathletik-Kalender.

Mit den beiden Diskuswerfern Lukas Weißhaidinger und Gerhard Mayer (Platz 5 und 6) befanden sich erstmals zwei Athleten gleichzeitig in den Top-10 der Jahresbestenliste einer Disziplin. Mayer gelang Anfang Mai 2015 in Schwechat sogar eine Jahresweltbestleistung mit 67,20m. Damit war er der erst dritte Österreicher nach Heinrich Thun 1963 im Hammerwurf und Wolfgang Konrad 1979 im Hindernislauf, dem dieses Kunststück gelang.

Verbandspolitisch galten die Anstrengungen der weiteren kontinuierlichen Umsetzung des Leistungssportkonzepts 2013 bis 2016. Vor allem im Leichtathletik-Bundesleistungszentrum Wien-Südstadt konnte mit der Fertigstellung der Leichtathletik-Indooranlage ein wesentlicher Schritt zur Verbesserung der Trainingssituation gesetzt werden. Unter Federführung des ÖLV-Vizepräsidenten DI Gregor Högler, Generalsekretär Mag. Helmut Baudis und BSPEG-Geschäftsführer Mag. Michael Sulzbacher bzw. Ing. Andreas Scharl wurde dieses Projekt innerhalb von lediglich zwölf Monaten nach der Ideenfindung finalisiert.

Im ÖLV-Trainerteam gab es ebenfalls Veränderungen. Mit Günther Weidlinger und Raphael Pallitsch lösten zwei ehemals erfolgreiche Läufer Martin Steinbauer als Nationaltrainer für Mittel- und Langstreckenlauf ab. Elisabeth Eberl löste als neue U18/U20-Koordinatorin Victoria Schreibeis ab und wurde als Projekttrainerin Wurf am BLZ Südstadt eingebunden.

Schwerer Trainingsunfall von Kira Grünberg

Überschattet wurde das Sport-Jahr von einem schweren Trainingsunfall der Stabhochspringerin Kira Grünberg. Die österreichische Rekordhalterin von der U16 bis zur Allgemeinen Klasse stürzte bei einem Trainingssprung derart unglücklich, dass sie sich einen Bruch der Halswirbelsäule zuzog. Die Diagnose Querschnittslähmung löste eine weltweite Welle der Anteilnahme und des Mitgefühls aus. Im Rahmen der Benefizveranstaltung "Laufen für Kira" kamen rund 3.000 LäuferInnen in den Wiener Prater. Sogar Weltklassespringer Renaud Lavillenie startete beim "Silberpfeil Cityjump" in Salzburg eine Charity-Aktion zu Gunsten Grünbergs. Der ÖLV spendete selbst einen fünfstelligen Betrag und richtete zusammen mit dem Tiroler Leichtathletik-Verband ein Spendenkonto ein.

Das Jahr 2016

Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger und Weltklasse-Mehrkämpferin Ivona Dadic können mit Sicherheit als die Aufsteiger der Wettkampfsaison 2016 gesehen werden. Der nunmehr von Gregor Högler trainierte Oberösterreicher erreichte bei den Olympischen Spielen sensationell Platz 6 und sorgte anschließend mit seinem Sieg beim Traditionsmeeting ISTAF in Berlin sowie mit Platz 3 beim Diamond League-Finale in Brüssel (BEL) für internationale Schlagzeilen. Ivona Dadic, betreut von einem Trainerteam unter Leitung von ÖLV-Trainer Gregor Högler, verbesserte bei den Europameisterschaften in Amsterdam (NED) den ÖLV-Rekord im Siebenkampf auf starke 6.408 Punkte. Mit dieser Leistung gewann sie die Bronzemedaille bei den kontinentalen Titelkämpfen.

Als Aufsteigerin des Jahres kann auch die Mehrkämpferin Sarah Lagger bezeichnet werden. Die für die TGW Zehnkampf-Union startende Kärntnerin siegte nur eine Woche nach dem Gewinn der Silbermedaille bei den U18-Europameisterschaften sensationell in der nächsthöheren Alterskategorie bei den U20-Weltmeisterschaften in Bydgoszcz (POL). Es war Österreichs erste Medaille überhaupt bei einer Junioren-WM.

Großevents 2016

15 ÖLV-Athletinnen starteten bei den Europameisterschaften in Amsterdam. Der aus heimischer Sicht erfolgreichste Bewerb war der Siebenkampf der Frauen. Neben Medaillengewinnerin Ivona Dadic schaffte die Oberösterreicherin Verena Preiner mit 6.050 Punkten und Platz 7 ein überraschendes Topergebnis bei
diesen kontinentalen Meisterschaften. Junge Athleten wie Sprinttalent Markus Fuchs oder die Hürdenläufer Dominik Hufnagl oder Eva Wimberger waren erstmals bei Freiluft-Europameisterschaften am Start und konnten Erfahrung sammeln.

Bei den Olympischen Spielen in Rio erreichte Lukas Weißhaidinger mit Platz 6 im Diskusfinale die beste Olympiaplatzierung für den ÖLV seit 16 Jahren. Jennifer Wenth, durch Behinderung einer vor ihr gestürzten Läuferin und Juryentscheid im 5000m-Finale, lief ein beherztes Rennen und belegte Platz 16. Zehnkämpfer Dominik Distelberger (19. Platz) und Siebenkämpferin Ivona Dadic (Platz 21) platzierten sich im Mittelfeld der Mehrkämpfer.

Lukas Weisshaidinger in Rio 2016

Andrea Mayr | One-Woman-Show

Die hauptberufliche Ärztin Andrea Mayr (SVS-Leichtathletik) war in der Berglaufsaison 2016 abermals eine Klasse für sich. Nur vier Wochen nach dem olympischen Marathon in Rio lief sie zu einem überlegenen Sieg bei den Berglauf-Weltmeisterschaften in Bulgarien. Das war bereits der sechste Weltmeistertitel der vielseitigen Athletin, die in ihrer Karriere auch im Treppenlauf, im Duathlon und im Schibergsteigen WM-Titel errang.

Vier Medaillen bei Nachwuchs-Titelkämpfen

Die intensiven Bemühungen des ÖLV im Nachwuchsbereich tragen sowohl in der U20- als auch in der U18-Klasse Früchte. Bei den U20-Weltmeisterschaften in Bydgoszcz gelangen der ÖLV-Auswahl insgesamt vier Top-10 Platzierungen. Neben Laggers Goldmedaille im Siebenkampf sorgte Philipp Kronsteiner mit Platz 4 im Dreisprung-Finale mit neuer persönlicher Bestleistung von 16,25m (ÖR-U20) für eine handfeste Überraschung. Karin Strametz im Siebenkampf und Dominik Hufnagl im 400m Hürdenlauf etablierten sich mit dem Plätzen 7 und 9 ebenfalls in der Nachwuchs-Weltelite.
Mit insgesamt 15 Qualifizierten war das ÖLV-Aufgebot für die U18-Europameisterschaften quantitativ ausgezeichnet besetzt. Dass auch die Qualität passte, zeigten die Medaillengewinne von Stefan Schmid (2000m Hindernis), Sarah Lagger (Siebenkampf) und Leon Okafor (Zehnkampf). Riccardo Klotz rundete mit Platz 6 im Stabhochsprung das ausgezeichnete Abschneiden ab.

Personelle Veränderungen

Nach dem Rücktritt von Präsident Dr. Ralph Vallon, übernahm Vizepräsidentin Mag. Sonja Spendelhofer am 10. September 2016 die Geschäftsführung im Vorstand. Im November wurde sie dann bei einem außerordentlichen Verbandstag zur ÖLV-Präsidentin gewählt. In den Sommermonaten 2016 gab es weitere personelle Veränderungen: DI Gregor Högler übernahm die Position des Sportdirektors von Mag. Hannes Gruber, der fortan als Sportkoordinator fungierte. Gleichzeitig legte Högler seine Funktion als Vizepräsident zurück.

Im Herbst 2016 übernahm dann Philipp Unfried die Rolle das hauptverantwortlichen Trainers von Ivona Dadic und koordinierte das Trainerteam der Top-Mehrkämpferin. Die ehemalige Hochsprung-Weltmeisterin Inga Babakova erhielt im Dezember 2016 eine Fix-Anstellung beim ÖLV, nachdem sie in diesem Jahr bereits mehrfach als Beraterin im Einsatz war.

Im Herbst wurde Gregor Högler als "Österreichs Trainer des Jahres" bei der BSO Cristall-Gala geehrt. Weißhaidinger wurde von der Sporthilfe als "Österreichs Aufsteiger des Jahres" ausgezeichnet. Ivona Dadic belegte bei der Wahl zu Österreichs Sportlerin des Jahres Platz 2.

2017.

Ein toller Start in die neue Leichtathletik-Saison. Ivona Dadic belegt mit 4.767 Punkten den 2. Platz im Fünfkampf bei der Hallen-EM in Belgrad (SRB). Auch Mehrkampf-Kollegin Verena Preiner konnte sich mit 4.478 Punkten in den Top 6 platzieren. Im März wurde Mag. Sonja Spendelhofer dann dann beim ordentlichen Verbandstag für weitere drei Jahre als Präsidentin bestätigt.

Original Kornspitz Leichtathletik-Zentrum Sportland Oberösterreich

Auch die Infrastruktur für die ÖLV-AthletInnen wurde weiter verbessert. Am 10. Juli 2017 wurde das neue Original Kornspitz Leichtathletik-Zentrum Sportland OÖ in Linz eröffnet. Mit dieser Halle inkl. 200m Rundbahn wurden professionelle Trainingsbedingungen geschaffen, die ganzjährig ohne Einschränkungen der Leichtathletik zur Verfügung stehen.

Abermals war es Verena Preiner, welche bei der U23-EM im polnischen Bydgoszcz einen starken Mehrkampf ablieferte und mit 6.232 Punkten Zweite hinter der Schweizerin Caroline Agnou wurde. Bei der U20-WM in Grosseto (ITA) ragten gleich mehrere AthletInnen aus dem ÖLV-Kontingent heraus. Allen voran Mehrkämpferin Sarah Lagger, welche mit tollen 6.083 Punkten Dritte wurde. Stefan Schmid (4. über 3.000m Hindernis), Lena Millonig (4. über 3.000m Hindernis) und Karin Strametz (6. im Weitsprung) platzierten sich allesamt innerhalb der Spitze der europäischen Nachwuchs-AthletInnen.

Besonders starke Leistungen konnten die ÖLV-Nachwuchs-AthletInnen beim EYOF in Györ (HUN) verzeichnen. Ingeborg Grünwald sicherte sich mit 6,23m sensastionell die Goldmedaille. Für weitere Medaillen konnten Anna Baumgartner über die 800m (3. Platz) und Leo Köhldorfer über 400m Hürden (3. Platz) sorgen. Weitere sehr starke Leistungen vollbrachten Paul Seyringer über 800m (4. Platz) und Lena Pressler mit ihrem 5. Platz über 400m Hürden.

Dadic und Weißhaidinger erneut inmitten der Weltklasse

Bei der Freiluft-WM in London (GBR) glänzte einmal mehr Ivona Dadic mit 6.417 Punkten im Siebenkampf und dem 6. Endrang. Auch Lukas Weißhaidinger erreichte eine Top 10 Platzierung (9. Platz mit 63,76m). Marathonläufer Valentin Pfeil zeigte ebenfalls eine sehr starke Leistung und platzierte sich als bester Europäer an der 23. Stelle mit einer Zeit von 2:16:28h. Stark auch Verena Preiner, die auf dem Weg zu einem Top-12 Platz wegen eines Asthmaanfalls vor dem 800m-Lauf den Siebenkampf abbrechen musste.

Die Universiade in Taipei (TWN) brachte zwei ÖLV-Medaillengewinner hervor. Andreas Vojta wurde 3. über 5.000m und Verena Preiner sicherte sich die Goldmedaille der Mehrkampf-Konkurrenz mit starken 6.224 Punkten.

Im Herbst wurde Ivona Dadic bei der Wahl zu Österreichs Sportlerin des Jahres Dritte und stand damit neuerlich am Podium.

Silber in Birmingham 2018

Die ÖLV-Topathletin der letzten Jahre bestätigte abermals ihre starke Form und sicherte sich die Silbermedaille im Rahmen der Hallen-WM in Birmingham (GBR). Satte 4.700 Punkte (60m Hürden in 8,32sek, 1,82m im Hochsprung, 14,27m im Kugelstoß, 6,40m im Weitsprung und 2:17,82min über 800m) konnte Dadic im Fünfkampf erreichen und sicherte sich damit den 2. Platz hinter der Britin Katarina Johnson-Thompson (4.750 Punkte).

Stark präsentierte sich auch Mehrkämpfer Dominik Distelberger. Der Purgstaller belegte mit 5.908 Punkten den 8. Endrang. Stephanie Bendrat lief mit 8,06sek über 60m Hürden ins Semifinale. An einer Finalteilnahme scheiterte sie mit 8,10sek knapp.

U18 Europameisterschaften in Györ (HUN)

Der neue, erst 2017 für das EYOF errichtete Olympic Sport Park in der ungarischen Stadt Györ, spielte alle Stücke. Von den Aufwärmanlagen bis zum Wettkampfstadion war alles bereit um Europas beste Nachwuchs-AthletInnen zu begrüßen. Für die meisten der jungen Sportler waren es die ersten internationalen Wettkämpfe - noch dazu wurden sie live auf Eurosport 2 übertragen.

Der ÖLV entsandte eine Delegation mit mehr als 70 AthletInnen und BetreuerInnen. Mit drei Bronzemedaillen verliefen die Titelkämpfe aus heimischer Sicht sehr erfolgreich. Chiara-Belinda Schuler mit 5.615 Punkten im Siebenkampf, Lena Pressler mit 59,11sek über 400m Hürden und Johanna Plank mit 13,40sek über 100m Hürden belegten den jeweils 3. Rang.

Besonders starke Leistungen boten auch die weiteren Top-10 Platzierten Carina Reicht (6. Platz über 3.000m), Leo Lasch (7. Platz im Weitsprung), Leo Köhldorfer (10. Platz über 400m Hürden) und Paul Seyringer (9. Platz über 800m).

U20 Weltmeisterschaften in Tampere (FIN)

Einen spannenden Kampf um die begehrten Medaillen lieferte sich vor allem Sarah Lagger mit Niamh Emerson (GBR) im Siebenkampf. Mit nationalem U20-Rekord (6.225 Punkte) musste sich Lagger der Britin um lediglich 28 Punkte geschlagen geben. Als besonders spannend blieb dabei der abschließende 800m Lauf in Erinnerung, wo Lagger noch einmal alles versuchte, aber der um einen Hauch stärkeren Britin den Vortritt lassen musste.

Zehnkämpfer Leon Okafor belegte trotz einer im Frühjahr erlittenen Handgelenksverletzung den ausgezeichneten 6. Endrang und 3.000m Hindernisläufer Stefan Schmid lief im Finale auf Platz 9.

EM 2018 in Berlin (GER)

Für den ÖLV und viele Sportbegeisterte wohl unvergessen werden die Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin (GER) in Erinnerung bleiben.

Das Highlight schlechthin waren aus heimischer Sicht mit Sicherheit die beiden Bronzemedaillen durch Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger und das Marathon-Team (Ketema, Herzog und Steinhammer). Trotz einer Gluthitze von 37 Grad im Schatten schafften sowohl Ketema (8. Platz) als auch Herzog (10. Platz) Top-Ten Platzierungen. Christian Steinhammer komplettierte die Teamwertung mit einem 41. Platz - Valentin Pfeil musste sehr zum Bedauern bei Kilometer 30 aus dem Rennen aussteigen.

Nach einer Nerven aufreibenden Qualifkation, schaffte Weißhaidinger den Einzug ins Finale als 11. gerade noch. Seinen weitesten Wurf hob sich der Oberösterreicher für das Finale auf, wo er die heiß ersehnte Medaille mit 65,14m gewann und es anschließend kaum fassen konnte.

Einmal mehr wussten auch die Mehrkämpferinnen zu überzeugen. Unfassbar bitter war der 4. Platz von Ivona Dadic mit nationalem Rekord und 6.552 Punkten. In einem Weltklasse-Feld, angeführt von der Olympiasiegerin Nafissatou Thiam (BEL), reüssierte die Union St. Pölten-Athletin einmal mehr mit ausgezeichneten Leistungen. Verena Preiner als 8. mit 6.337 Punkten und neuer persönlicher Bestleistung und Sarah Lagger als U20-Athletin mit 6.058 (13. Platz) lieferten ebenfalls sehr starke Leistungen ab.

Youth Olympic Games in Buenos Aires (ARG)

Herausragend war die Leistung von Ingeborg Grünwald im Rahmen der YOG in Argentinien. Die Salzburgerin belegte den starken 3. Platz mit einer Gesamtweite von 12,31m. Im neuen Wettkampf-Format bei welchem zwei Durchgänge zusammen addiert werden, musste sie sich lediglich um einen Zentimeter der belgischen Siegerin Maite Beernaert geschlagen geben. Die ebenfalls mit 12,31m platzierte Ungarin Klaudia Endresz verzeichnete die bessere Einzelweite als Grünwald und wurde damit Zweite.

Johanna Plank erreichte über 100m Hürden den tollen 4. Platz, Lena Pressler über 400m Hürden den 9. Platz.

Im Herbst erreichte Ivona Dadic bei der Wahl zu Österreichs Sporterin des Jahres zum dritten Mal in Folge eine Top-3 Platzierung. Dieses Mal wurde erneut Zweite. Im Zuge der Lotterien Galanacht des Sports wurde Weißhaidingers Trainer Gregor Högler als "Österreichs Trainer des Jahres" geehrt. Zahlreiche Investionen im medizintechnischen Bereich und neue Kühlsysteme (Eisbecken bei der EM, Kühlwesten, etc.) sorgten für einen Fortschritt.

Hallen-Europameisterschaften in Glasgow (GBR) 2019

Abermals war es Ivona Dadic, die ins Rennen um die begehrten Medaillen in der schottischen Hauptstadt eingreifen wollte. Leider landete Dadic abermals auf dem 4. Platz. In einem äußerst starken Teilnehmerfeld jedoch eine bemerkenswerte Leistung mit 4.702 Punkten. Disziplinen-Kollegin Verena Preiner belegte den ausgezeichneten 6. Rang mit neuer persönlicher Bestleistung von 4.637 Punkten, einem Punktewert, er im Jahr zuvor bei der Hallen-WM für Bronze gereicht hätte.

Die beiden 60m Sprinter Alexandra Toth und Markus liefen in ihren Vorläufen jeweils Top-Zeiten und scheiterten im Semifinale jeweils sehr knapp am Final-Einzug.

Quelle: BSO-Sportjahrbücher
Foto Credit: GEPA-Pictures, Jean-Pierre Durand, Jiro Mochizuki, Coen Schilderman



Victor Silberer, AR Hermann Wraschtil und Erika Strasser

Alle Präsidentinnen und Präsidenten des ÖLV

Der ÖLV blickt auf eine sehr abwechslungsreiche Geschichte zurück. An der Spitze des Verbandes standen standen in den mehr als 100 Jahren oftmals Männer. Erika Strasser und Mag. Sonja Spendelhofer bilden hier die Ausnahmen.

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1902 Victor Silberer
1902 - 1904 Balduin Groller
1904 - 1907 Robert Deutsch
1907 - 1911 Theobald Harmsen
1911 - 1912 Ritter Hans von Haselmayr
1912 - 1914 Hans Pfeiffer
1914 - 1918 kurzzeitig wechselnde Vorsitzende
1918 - 1920 Dr. Max Fürth
1920 - 1938 u. 1945 - 1950 AR Hermann Wraschtil
1950 - 1981 Dr. Erich Pultar
1981 - 1982 Dr. Robert Wychera
1982 - 1983 OAR Erich Straganz
1983 - 1984 Mag. Peter Wychera
1984 - 1985 Ing. Karl Benedict
1985 - 1994 Erika Strasser
1994 - 2000 Helmut Donner
2000 - 2011 Mag. Johann Gloggnitzer
2011 - 2016 Dr. Ralph Vallon
2016 - heute

Mag. Sonja Spendelhofer

Quelle: Adam, Norbert (2002): Leichtathletik. Die Königin des Sports. 100 Jahre Österreichischer Leichtathletik-Verband. Wien: Verlag Wolfgang Drabesch.