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Keine WM-Einladung für Hudson und Schrott, Lagger verzichtet

(C) GEPA Pictures

Die IAAF hat heute mit der Veröffentlichung der „Entry-Lists“ den Nenn- und Einladungsprozess für die ab nächster Woche in Doha stattfindende Leichtathletik-WM (27.9. - 6.10.) abgeschlossen.

Junioren-Vizeweltmeisterin Sarah Lagger (TGW Zehnkampf Union) erhielt aufgrund ihrer SB 2018 von 6.225Pkt. eine Einladung, im WM-Siebenkampf zu starten (Anm.: im Mehrkampf und Marathon umfasst der Qualifikationszeitraum zwei Jahre). Die Kärntnerin hatte ihre Saison aber bereits im August beendet und befindet sich derzeit in einem Höhentrainingscamp in Bolivien, um sich auf die kommende Hallensaison vorzubereiten. Ihr Startplatz wurde daher vom ÖLV an die IAAF zurückgegeben.

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Leider keine Berücksichtigung fanden Speerwerferin Victoria Hudson (SVS LA) und Hürdenläuferin Beate Schrott (Union St.Pölten), die beide das Limit nur knapp verpasst hatten. Die Vorgehensweise der IAAF bei der Auffüllung auf die gewünschten Teilnehmerzahlen je Bewerb führte dabei aber zu weltweitem Unmut, da jetzt z.B. im Speerwurf nur 28 statt der angepeilten 32 und im Hürdenlauf nur 38 statt 40 Athletinnen an den Start gehen werden.

Victoria Hudson erzielte am 9. März beim Wurfeuropacup in Samorin (SVK) eine neue persönliche Bestweite von 59,98m, das Limit lag bei 61,50m. Zwischen der letzten Athletin auf der Entry-List und der Niederösterreicherin liegt im weltweiten Ranking nur mehr eine Ungarin, die Staatsmeisterin hätte also den 2. von 4 offenen Startplätzen beanspruchen können.

„Athleten arbeiten so hart für solche Großereignisse, aber durch diese Ignoranz werden Träume und Hoffnungen zerstört und die Leistungen ignoriert, das finde ich einfach respektlos und es macht mich unendlich traurig. Ich denk mir aber, dass es für irgendwas gut sein muss, und wenn ich dadurch nur noch motivierter in den nächsten Aufbau gehe. Da geht es dann um die Olympischen Spiele und die EM, und da will ich dabei sein.“

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Beate Schrott hatte ihre beste Leistung im Qualifikationszeitraum am 6.9. in St.Pölten erzielt, als sie mit 13,10s die geforderte Norm von 12,98s nur knapp verfehlte, ihre aktuelle Top-Form aber auch danach mit 13,03s beim ATM in Ried unter Beweis gestellt. Der ÖLV hatte die IAAF mehrfach informiert, dass beide Athletinnen gerne bereit wären, einen verfügbaren Startplatz in Doha anzunehmen. Im Hürdenlauf der Frauen bleiben jetzt aber zwei Starplätze frei.

„Ich bin schockiert, das scheint ja noch willkürlicher zu sein, als ich ursprünglich gedacht habe. Ich arbeite seit zwei Jahren darauf hin, wieder bei einer WM dabei zu sein und hätte gerne eine faire Chance gehabt. Das ist aber hier nicht der Fall, da die IAAF ihre eigenen Kriterien nicht erfüllt. Es ärgert mich total, so von etwas Ungewissem abhängig zu sein, ich bin momentan sehr wütend.“ 

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ÖLV-Sportdirektor Gregor Högler: „Für Victoria und Beate ist es sehr schade, denn die beiden hätten sich einen Startplatz verdient und wurden dessen beraubt. Das angewandte Prozedere der IAAF ist denkbar ungeeignet und athletenfeindlich. Jetzt bleiben Startplätze frei, aber das ist dem Weltverband offenbar egal.“

Auch ÖLV-Generalsekretär Helmut Baudis zeigt sich empört: „Die Nicht-Berücksichtigung von Victoria Hudson und Beate Schrott ist eine Farce. Zuerst wurden die Limits erhöht, um dann auf die gewünschte Teilnehmerzahl pro Bewerb auffüllen zu können. Die IAAF hat diesen Prozess jetzt aber so ungeschickt vollzogen, dass in zahlreichen Bewerben die ausgeschriebene Teilnehmerzahl nicht erreicht wurde.

Der IAAF ist scheinbar nicht bewusst, was sie mit solchen Fehlentscheidungen anrichtet. Träume platzen und Karrieren werden zerstört. Wir werden uns hier sicher schriftlich an die IAAF wenden, damit wir in einem Jahr bei der Olympia-Qualifikation nicht Ähnliches erleben. Diesen Athletinnen entgehen jetzt schon mögliche Bonus-Punkte für das Olympia-Ranking, die bei dieser WM vergeben werden.“

Fotos: (C) GEPA Pictures

19/09/19 13:59, Text: Georg Franschitz

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