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Sonja Spendelhofer ins European Athletics Council gewählt

Sonja Spendelhofer und EA-Präsident Svein Arne Hansen (C) ÖLV

Erstmals seit 16 Jahren bewarb sich wieder eine österreichische Kandidatin um einen Platz im Leitungsorgan des Europäischen Leichtathletik-Verbands. Und das mit Erfolg.

Der 26. Kongress des Kontinentalverbands am 12./13. April 2019 in Prag (CZE) war geprägt durch die Neuwahlen. Bereits gestern hatten alle Kandidatinnen und Kandidaten die Möglichkeit, sich in einer 4-minütigen Präsentation den Delegierten der 50 anwesenden Mitgliedsverbände vorzustellen. Russland, das 51. Mitglied von European Athletics, durfte aufgrund der Suspendierung wegen des Doping-Skandals nicht am Kongress teilnehmen.

Svein Arne Hansen wiedergewählt

Der Anfang Mai 73 Jahre alt werdende Norweger und ehemalige Meetingdirektor der Bislett Games in Oslo wurde in seiner Funktion bestätigt und ohne Gegenkandidaten für vier Jahre (2019-2023) wiedergewählt. Die Wahl der Vizepräsidenten war insofern spannend, da die Britin Cherry Alexander (OK-Chefin der Leichtathletik-WM 2017) bereits vor der Wahl ihren Fixplatz inne hatte. Gemäß dem neuen Reglement muss nämlich jedes Geschlecht im Rang der Vizepräsidenten vertreten sein und sie war die einzige Bewerberin. Logisch, dass sie das Maximum von 50 Stimmen erreichte.

Freude in Bulgarien und Tschechien

Spannender war die Entscheidung um die anderen beiden Positionen, wo sich vier starke männliche Persönlichkeiten gegenüberstanden. Dobromir Karamarinov (BUL, 45 Stimmen) und Libor Varhanik (CZE, 29 Stimmen) – die übrigens beide auch die österreichischen Stimmen erhielten – setzten sich dann doch relativ deutlich durch. Die zwei ehemaligen Generalsekretäre ihrer nationalen Verbände, Jean Gracia (FRA, 16 Stimmen) und Frank Hensel (GER, 10 Stimmen), konnten ihre bisherigen Vizepräsidenten-Positionen nicht verteidigen, schafften aber in der anschließenden Wahl der weiteren Council-Mitglieder souverän den Einzug.

Spendelhofer im ersten Wahlgang erfolgreich

Dann folgte die mit Spannung erwartete Wahl der 13 weiteren Council-Mitglieder. Gleich im ersten Wahlgang erhielt die ÖLV-Präsidentin Sonja Spendelhofer die erforderliche absolute Mehrheit und lag mit erreichten 28 Stimmen an zwölfter Stelle. Damit war ihr Einzug ins Leitungsorgan des Kontinentalverbands fixiert. Bei der Stichwahl um den 13. Platz setzte sich dann in einer zweiten Runde der türkische Kandidat Fatih Cintimar gegen Jorge Salcedo (POR) mit 26:24 Stimmen denkbar knapp durch. Für „Urgestein“ Salcedo, der seit 1991 dem Council angehörte, endete somit seine 28-jährige Vorstandstätigkeit. Zwei Olympiasieger, Gabriela Szabo (ROM) und Tomas Majewski (POL), landeten ebenfalls im geschlagenen Feld.

Sonja Spendelhofer und Valentina Fedjuschina mit den Delegierten aus Estland, Lettland und Litauen

Starke Unterstützung für Österreich kam aus dem Baltikum, hier Sonja Spendelhofer und die ÖLV-Kandidatin für das IAAF Council Valentina Fedjuschina (ganz rechts) mit den Delegierten aus Estland, Lettland und Litauen, die allesamt für Spendelhofer stimmten. Stark auch der Support aus dem südosteuropäischen Bereich und von der Gruppe der "Small Nations". Eher enttäuschend die mangelnde Unterstützung durch die Skandinavier, die sich taktisch hinter der schwedischen Kandidatin sammelten, und von den großen Nationen - allen voran Deutschland. Aber so sind Wahlen eben, es wird auch taktiert. Die Details, wer für Spendelhofer stimmte, sind hier einzusehen.

Wichtiger Schritt zu Gender Equality

Das neue European Council weist somit sieben neue Personen und mit fünf gewählten Kandidatinnen den höchsten Frauenanteil der Verbandshistorie auf. Zum zweiten Mal in der Geschichte nach Erika Strasser (AUT, Council-Mitglied 1987-2007, Vizepräsidentin 1991-1995) gibt es mit Cherry Alexander (GER) auch eine Vizepräsidentin. In vier Jahren dann wird der Frauen-Anteil weiter erhöht, diesen Beschluss fasste der Kongress heute. Unter den vier Top-Positionen (Präsident, 3 Vize) muss es dann eine Ausgewogenheit der Geschlechter geben. Und statt mindestens drei Damen im Council müssen es dann zu mindestens fünf sein. Ein weiterer wichtiger Schritt hin zu Gender Equality.

Über die weiteren Beschlüsse informieren wir in einem separaten Beitrag.

European Athletics Council (2019-2023)

  • Präsident: Svein Arne Hansen (NOR)
  • Vizepräsidenten: Cherry Alexander (GBR), Dobromir Karamarinov (BUL), Libor Varhanik (CZE)
  • Mitglieder: Slobodan Brankovic (SRB), Nadya But-Husaim (BLR), Raul Chapado (ESP), Fatih Cintimar (TUR), Jean Gracia (FRA), Karin Grute Movin (SWE), Marton Gyulai (HUN), Frank Hensel (GER), Anna Kirnova (SVK), Panagiotis Dimakos (GRE), Antti Pihlakoski (FIN), Sonja Spendelhofer (AUT), Erich Teigamägi (EST)
  • Ex Officio-Mitglieder ohne Stimmrecht: Sebastian Coe (GBR, IAAF-Präsident), Christian Milz (SUI, European Athletics CEO), Periklis Iakovakis (GRE, Athletensprecher)

IAAF-Präsident Sebastian Coe und Sonja Spendelhofer (C) ÖLV

IAAF-Präsident Sebastian Coe (GBR), zu dem Sonja Spendelhofer ein freundschaftliches Verhältnis pflegt, war einer der ersten Gratulanten.

13/04/19 09:45, Text: Helmut Baudis

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