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Lukas Weißhaidingers Training verläuft derzeit nach Plan

Lukas Weißhaidinger (C) GEPA-pictures

In der Trainingsanzugstasche steckt ein Passierschein, die schriftliche Bestätigung, dass Lukas Weißhaidinger zu jener auserwählten Gruppe von Hochleistungssportlern gehört, die weiter ihrem Training nachgehen dürfen.

Obwohl sein Arbeitsplatz, das BSFZ Südstadt, als Bundesgebäude derzeit eigentlich für den normalen Sportbetrieb gesperrt ist.

Wie erlebst Du den zweiten Corona-Lockdown?

Lukas Weißhaidinger: „Ich bin dankbar und erleichtert, dass Spitzensport unter gewissen Auflagen weiter möglich ist. Alle meine Olympia-Konkurrenten trainieren unter normalen Bedingungen. Wenn ich nicht mehr in die Südstadt könnte, wäre das für Tokio ein extremer Wettbewerbsnachteil. Aber mir ist bewusst, dass es viele Berufsgruppen gibt, denen es aktuell weitaus schlechter geht als uns Leistungssportlern.“

Wie läuft das Training derzeit ab? Gibt’s da Unterschiede zu Pre-COVID-19-Zeiten?

Weißhaidinger: „Bei uns eigentlich nicht, Gregor (Högler) und ich sind ja ohnehin die meiste Zeit nur zu zweit. Fremdkontakte sind die Ausnahme. Ich war schon vor Corona vorsichtig, bin jetzt noch zurückhaltender geworden. Ein Beispiel: Ich war in diesem Jahr zweimal außer Haus essen, einmal davon nach den Staatsmeisterschaften im August in der Südstadt. Das mag übertrieben klingen: Aber ich will kein unnötiges Risiko eingehen: Selbst eine 10-tägige Quarantäne wäre für mich – Trainings-technisch gesehen – eine Katastrophe, von einer Corona-Erkrankung ganz zu schweigen. Medizinische Checks gehören für mich zur beruflichen Routine. Im Moment zwickt der Rücken ein bisschen… Das ist aber zu Zeiten des Maximalkrafttrainings keine große Überraschung. Was Corona betrifft, bin ich zum Glück unauffällig, d.h. negativ.“

Wie oft greifst Du in der jetzigen Vorbereitungsphase zum Diskus?

Weißhaidinger: „Im Moment sind’s noch verstärkt Medizinbälle bzw. sogenannte Bomben, Wurfgegenstände mit einem Gewicht bis zu 5 kg. Der Diskus-Anteil wird in den nächsten Wochen bis zum ersten Trainingslager in Teneriffa im Jänner schrittweise erhöht. Dort können wir bei warmen Temperaturen ausgedehnt an meiner Wurftechnik arbeiten. Da ist dann auch der Spaßfaktor am höchsten. Wenn ich werfen darf, geht’s mir gut.“

Wie stark unterscheidet sich Euer Training von jenem der letzten Jahre?

Weißhaidinger: „Wir werden uns frühzeitig um technische Aspekte kümmern. Fakt ist: Durch den ersten Lockdown haben sich bei meinem Wurf kleinste Fehlermuster eingeschlichen. Fehler, die man via Skype nicht erkennt. An diesen Feinheiten wollen wir in aller Ruhe arbeiten. Hektik im Training wäre das letzte, was wir vor Olympia brauchen können. Grob gesprochen gilt: Wir setzen zum einen noch mehr auf High-Tech-Kraftgeräte, um die fürs Diskuswerfen relevantesten Muskelgruppen gezielt trainieren zu können. Zum anderen legt der Diskus vor dem Abwurf gut 10,5 Meter in meiner Hand zurück, wir analysieren jeden einzelnen Millimeter. Die letzten Sekundenbruchteile vor dem Abwurf sind die wichtigsten. Meine Wurftechnik entwickelt sich laufend weiter. Auch nach mehr als 20.000 Würfen. Das hört nicht auf.“

Wie sehr ist der erste 70-m-Wurf planbar?

Weißhaidinger: „Im Training ist es heuer schon passiert, im Wettkampf noch nicht. Das soll 2021 gelingen. Ich würde sagen: Die Chancen stehen so gut wie noch nie!“

Text (C) ÖOC/Wolfgang Eichler

19/11/20 10:22, Text: Helmut Baudis

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