.

Vorschau: Österreichische Hallen-Staatsmeisterschaften in Linz

(C) GEPA Pictures

An diesem Wochenende (20./21.Februar) steht mit den österreichischen Leichtathletik-Hallen-Staatsmeisterschaften in Linz der Höhepunkt der heimischen Leichtathletik-Hallensaison auf dem Programm. An beiden Tagen stehen in der Linzer Tips-Arena jeweils 6 Frauen- und Männerbewerbe auf dem Zeitplan. Da in jedem Bewerb nur die Top-8 der österreichischen Bestenliste zugelassen sind ist damit gewährleistet, dass die behördlich vorgeschriebene Maximalzahl von 100 Sportlern pro Tag nicht überschritten wird.

Letzter Höhepunkt der heimischen Hallen-Saison

Für all jene Athleten, die nicht bei der Hallen-EM in Torun/POL an den Start gehen werden, bildet der Kampf um Gold, Silber und Bronze bei den Staatsmeisterschaften den abschließenden Höhepunkt unter dem Hallendach in diesem Winter. In vielen Bewerben wird es spannende Titelentscheidungen geben, zusätzlich sorgt die Frage, wer noch auf den EM-Zug aufspringen kann, für Spannung in Linz. Zuseher sind leider keine zugelassen, die gesamte Meisterschaft wird aber im Livestream übertragen (s.u.).

Fuchs visiert zwei Mal Gold an, Vojta diesmal nur über die 3000m

Österreichs schnellster Mann, Markus Fuchs (ULC Riverside Mödling), ist wie schon in den vergangenen Jahren auch heuer wieder Favorit über die 60m und die 200m. Seine bisherige Hallen-Saison verlief ein wenig chaotisch, jetzt gilt aber die Konzentration ganz der Hallen-EM, schnelle Zeiten in Linz sollen das Selbstvertrauen weiter steigern. In seinem Sog will Alexander Penzenstadler (PSV Wels LA) auch noch das Limit knacken, mit seiner Saisonbestleitung von 6,80s liegt er nur 3/100s darüber. Wie ihn die vor zwei Wochen erlittene leichte Muskelverletzung noch behindert wird man allerdings erst am Samstag sehen.

Nach seiner verletzungsbedingten Aufgabe bei den Mehrkampfmeisterschaften steht hinter der Form von Dominik Distelberger (UVB Purgstall) noch ein kleines Fragezeichen, er will jedenfalls über 60m Hürden und im Weitsprung um die Medaillen mitkämpfen. Ob er im Hürdenlauf an Lorenz Ursprunger (LCA Umdasch Amstetten) bzw. im Weitsprung an Oluwatosin Ayodeji (Tecnoplast TS Höchst) vorbeikommt wird sich aber erst zeigen.

Über die 1500m könnte sich Kevin Kamenschak (ATSV Linz LA, Jahrgang 2004) zum jüngsten Staatsmeister dieses Jahres küren. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen werden sich voraussichtlich Andreas Steinmetz (SVS) und Lionel-Afan Strasser (ATSV OMV Auersthal) im Hochsprung liefern, beide haben heuer bereits 2,13m überquert. Ein Solo hingegen sollte es über 800m geben, hier hat Raphael Pallitsch (SVS LA) am letzten Samstag das EM-Limit von 1:49,00min nur um 39/100s verpasst.

Ebendieses hat Andreas Vojta (team2012.at) schon lange in der Tasche. Nach seinem 5km-Straßenrekordlauf am Sonntag konzentriert sich der Niederösterreicher diesmal auf die 3000m, die ihm als letzte Vorbereitung auf Torun dienen. Auf die 1500m, auf denen er jetzt 11 mal in Folge Gold in der Halle holen konnte, verzichtet Vojta diesmal.

Dadic mit Fokus auf EM, Spannung über die 60m Hürden und 200m

Legt Beate Schrott (Union St.Pölten) wie vor einem Jahr in Linz wieder einen Traumlauf auf die schnelle Bahn in der Linzer Tips-Arena oder hat erstmals Karin Strametz (SU Leibnitz) bei Staatsmeisterschaften die Nase vorne, das ist die große Frage über die 60m Hürden. Beide liegen von ihren Saisonbestzeiten nur um 2/100s auseinander, die zwei Konkurrentinnen sollten sich also zu Zeiten im Bereich von 8,10 – 8,15s pushen können, was im Hinblick auf die Hallen-EM einen zusätzlichen Motivationsschub bedeuten würde. Die dritte im Bunde der schnellen heimischen Hürdenläuferinnen, Stephanie Bendrat (Union Salzburg LA), musste ihren Start leider wegen Problemen im Bereich des Sitzbeinhöckers absagen.

Langsprinterin Susanne Walli (TGW Zehnkampf Union) hat auf ihrer Spezialstrecke, den 400m, erst gestern das EM-Limit von 53,75s mit einer Zeit von 53,49s deutlich unterboten und kann daher in Linz befreit laufen. Mit dieser Zeit blieb die Linzerin auch nur um 5/100s über ihrer Indoor-PB. Hochspannung ist dagegen im 200m-Bewerb garantiert, wo es gleich fünf Anwärterinnen auf Gold gibt. Neben Titelverteidigerin Susanne Walli haben auch Freiluftstaatsmeisterin Julia Schwarzinger (TGW Zehnkampf Union), die Jahresschnellste Ina Huemer (SU IGLA long life) sowie Magdalena Lindner (Union St.Pölten) und Alexandra Toth (ATG) ähnlich Bestzeiten aufzuweisen.

Mehrkampf-Ass Ivona Dadic (Union St.Pölten) gilt im Weitsprung und im Kugelstoß als Favoritin, zusätzlich bestreitet sie noch die Hürden. Für die Niederösterreicherin ist es gleichzeitig die Generalprobe für Torun, wo die Weltklasse-Athletin wieder zu den Mitfavoritinnen im Fünfkampf gehören wird. Verena Preiner (Union Ebensee) hingegen hat ihre Hallensaison wegen Erkrankung und Verletzung erst vor einer Woche mit einem Kugelstoßbewerb begonnen, sie wird in Linz zusätzlich zu dieser Disziplin höchstwahrscheinlich noch die Hürden und den Weitsprung absolvieren.

Nur 3/100s fehlen Magdalena Lindner zum Hallen-EM-Limit von 7,40s. Mit gelaufenen Zeiten von zwei Mal 7,43s und einmal 7,44s war sie schon mehrfach knapp dran, bei optimalen Rennverlauf ist die EM-Norm jetzt sicher möglich.

Gleich zwei Mal wird es das Duell Julia Mayer (DSG Wien) gegen Sandrina Illes (Union St.Pölten) geben, nämlich über 1500m und 3000m. 2020 teilten sich die beiden Läuferinnen diese beiden Titel untereinander auf. Nicht unterschätzen sollte man aber die jungen Läuferinnen wie Lotte Luise Seiler (KSV alutechnik) oder Carina Reicht (run2gether), die durchaus in den Titelkampf eingreifen können.

Nicht nur ihren ersten Titel in der allgemeinen Klasse wollte sich Lisa Gruber (LAC Amateure Steyr) im Stabhochsprung holen, auch die 4m-Schallmauer sollte in Linz fallen. Dieses Ziel hat sich aber mittlerweile erledigt, den gestern sprang die 16-Jährige in Wien gleich 4,02m und schob sich mit diesem neuen österreichischen U20-Hallenrekord in der U18-Weltrangliste auf Rang 4 nach vorne. Ein großes Versprechen für die U18-EM im kommenden Sommer.

Live-Ergebnisse

Fotos   (Bilder honorarfrei verwendbar bei Nennung (C) ÖLV / A. Nevsimal)

Livestream Samstag (ab 12:50)

Livestream Sonntag (ab 12:50)

Übersicht der österreichischen Hallen-Staatsmeister 2020 (Linz)

Männer

60m: Markus Fuchs (ULC Riverside Mödling) 6,70s
200m: Markus Fuchs (ULC Riverside Mödling) 21,50s
400m: Nico Garea (KSV alutechnik) 48,81s
800m: Paul Stüger (KSV alutechnik) 1:54,91min
1500m: Andreas Vojta (team2012.at) 3:45,28min
3000m: Mario Bauernfeind (KUS ÖBV Pro Team) 8:26,85 min
60m Hürden: Dominik Distelberger (UVB Purgstall) 8,05s
Weitsprung: Federico Kucher (LAC Klagenfurt) 7,12m
Hochsprung: Andreas Steinmetz (SVS LA) 2,12m
Stabhochsprung: Dominik Distelberger (UVB Purgstall) 4,95m
Dreisprung: Philipp Kronsteiner (TGW Zehnkampf-Union) 15,44m
Kugelstoß: Alexander Gesierich (LAC Klagenfurt) 15,69m

Frauen

60m: Alexandra Toth (ATG) 7,46s
200m: Susanne Walli (TGW Zehnkampf-Union) 24,07s
400m: Susanne Walli (TGW Zehnkampf-Union) 54,58s
800m: Laura Ripfel (ULC Weinland) 2:18,21min
1500m: Sandrina Illes (Union St.Pölten) 4:31,84min
3000m: Julia Mayer (DSG Wien) 9:34,54min
60m Hürden: Beate Schrott (Union St.Pölten) 8,14s
Hochsprung: Ekaterina Krasovskiy (DSG Wien) 1,75m
Dreisprung: Jana Schnabel (ULC Linz Oberbank) 12,14m
Stabhochsprung: Agnes Hodi (Union St.Pölten) 3,90m
Weitsprung: Sarah Lagger (TGW Zehnkampf-Union) 5,88m
Kugelstoß: Sarah Lagger (TGW Zehnkampf-Union) 14,98m

18/02/21 12:54, Text: Georg Franschitz

zurück

ÖLV-Cup - Top 5

  Verein

Punkte (Zwischenstand - 28.06.2021)

1. TGW Zehnkampf-Union Logo TGW Zehnkampf-Union 3.395
3. logo-SVS SVS-Leichtathletik 2.140
4. DSG Wien 2.121
2. Union Riverside Mödling Logo ULC Riverside Mödling 1.773
5. UNION St. Pölten 1.657
Gesamt-Ranking